02 Jan # 185 Podcast: Wie du Ordnung in deine Gedanken und Gefühle bringst – Interview Special mit Ryder Carroll

Wie du die Bullet Journal Methode für mehr Klarheit nutzen kannst

Heute gibt’s ein wundervolles neues Interview für euch im Podcast mit dem Erfinder der Bullet Journal Methode und NY Times Besteller Ryder Carroll. Aufgrund seiner Aufmerksamkeitsschwäche in der Schule machte sich Ryder Carroll sehr jung auf die Suche nach einer Lösung, um sich besser konzentrieren zu können und mehr Klarheit in seine Gedanken zu bringen. Im Laufe der Jahre entwickelte er die Bullet Journal Methode, die ihm dabei geholfen hat, fokussiert in der Gegenwart zu sein, seine Vergangenheit in einem positiven Licht zu sehen und eine klare Vision für seine Zukunft zu haben. Mittlerweile arbeiten Millionen Menschen mit seiner Methode.

In unserem Gespräch erfährst du:

  • Wie du am besten mit einer Konzentrationsschwäche umgehen kannst
  • Was die Bullet Journal Methode ist und wie du sie anwenden kannst
  • Warum es so wichtig ist, deine Gedanken aufzuschreiben
  • Warum Krisen wichtig sind
  • Wie du To-Do Listen in einem völlig neuen Licht sehen kannst

 

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Deutsche Übersetzung anzeigen: Interview mit Ryder Carroll

LAURA:
Bist du bereit?

RYDER:
Ja, bin ich.

LAURA:
Ich bin so glücklich und ich freue mich sehr, über einen so besonderen Gast in meiner heutigen Podcast-Episode.
Es ist Ryder Carroll, der Erfinder der Bullet-Journal-Methode. Ich bin so glücklich darüber.
Hi, wie geht’s dir?

RYDER:
Sehr gut! Vielen Dank für deine Einladung.

LAURA:
Ich danke dir sehr. Du bist gerade in New York, richtig?

RYDER:
Ja, ich bin in Brooklyn.

LAURA:
Lade uns in dein Leben ein. Es ist jetzt Morgen bei dir, richtig?

RYDER:
Ja, es ist 10 Uhr morgens.

LAURA:
Wie startest du in deinen Tag? Was ist dein Morgenritual?

RYDER:
Normalerweise stehe ich auf, dann führe ich Journal zwischen 5 und 30 Minuten. Je nachdem wie viel Arbeit ich vor mir habe. Danach meditiere ich und gehe dann ins Fitnessstudio. Dann setze ich mich vor meinen Computer und arbeite, ziemlich einfach.

LAURA:
Hast du das heute Morgen auch gemacht?

RYDER:
Ja, das habe ich.

LAURA:
Hast du eine spezielle Meditationstechnik? Oder setzt du dich einfach hin und hast deine eigene Methode?

RYDER:
Nun, ich probiere aus. Ein großer Teil meines eigenen Trainings, ist es, Verschiedenes auszuprobieren. Zum Beispiel habe ich früher meditiert, bevor ich Journal führte. Aber ich erkannte, dass ich deutlich mehr abgelenkt war. Das heißt, Journal vor der Meditation zu führen, macht meinen Kopf frei. Das war ein großer Schritt in Sachen Meditation.
Ich habe vieles ausprobiert. Gerade arbeite ich mich durch Sam Harris’ Kurs. Aber ich bin immer auf der Suche nach anderen Lehrern und Ansätzen. Jetzt ist es ein geführter Kurs, mit sowohl Einzelsitzungen, als auch allgemeinen Einheiten. Er ist ein interessanter Lehrer. Es ist sehr interessant. Sam Harris.

LAURA:
Hört sich gut an. Ich werde es mir ansehen. Wann hast du angefangen zu meditieren?

RYDER:
Wahrscheinlich vor fünf oder sechs Jahren. Ich begann mit verschiedenen Meditationsarten, Meditationsschulen und Praktiken. Um herauszufinden, was für mich funktioniert.
Ich habe es jahrelang ausprobiert. Aber ich glaube, ich habe nie die ultimative Anleitung bekommen, was ich davon erwarten kann. Ich glaube, ich habe mir viele Erzählungen über Meditation gekauft. Es heilt dich oder lässt dich fantastisch fühlen, danach bist du fokussiert und klar.
Ich denke, dass meine Misserfolge mit Meditation auf meinen Erwartungen beruhten.
Und nun, seitdem ich es seit Jahren praktiziere, und meine eigene Praxis kultiviere…
Es geht darum, keine Erwartung zu haben. Sobald man das loslässt, passieren plötzlich die wirklich interessanten Dinge.

LAURA:
Das ist wirklich wahr. Für jeden, der dich vielleicht nicht kennt und noch nie von der Bullet-Journal-Methode gehört hat.
Kannst du uns ein wenig über dich erzählen? Wer bist du?
Wie bist du zur Bullet-Journal-Methode gekommen?
Fangen wir einfach damit an: Wo bist du geboren?

RYDER:
Ganz am Anfang.
Ich bin in Wien geboren. Ich bin in Österreich aufgewachsen, und dann ging ich nach New York, um dort zu studieren. Dort habe ich Kreatives Schreiben und Grafikdesign studiert.
Mit diesen Skills zog ich nach New York City, um Grafikdesigner zu werden. Damals war das eher papierbasiertes, tatsächlich greifbares Design, aber ich wechselte sehr schnell ins digitale Design, zu Websites und Branding und all so was. Über die Jahre interessierte ich mich mehr für kompliziertere digitale Designs. Ich fing an, an der Produktentwicklung zu arbeiten, also eigentlich Apps und Videospiele, bis hin zu Versicherungs-Apps. Es war für mich sehr interessant Puzzlespiele zu lösen. Ich mochte es sehr, Systeme zu entwerfen. Vor ungefähr sechs Jahren habe ich meine Methode öffentlich gemacht, wie ich mein Leben mit Stift und Papier organisiere. Dies habe ich die Bullet-Journal-Methode genannt. Viele denken, es ist einfach etwas was ich designt und veröffentlich habe, aber in Wahrheit ist es etwas, was ich fast mein ganzes Leben lang entwickelt habe. Es begann als Antwort auf den Umgang mit meinen eigenen Herausforderungen. Als ich noch sehr jung war,
wurde bei mir Aufmerksamkeitsdefizit diagnostiziert. Ich hatte viele Probleme in der Schule und damals gab es noch nicht viele Hilfsmittel.
Menschen mit meiner Verfassung wurden noch nicht sehr gut verstanden. Also begann ich mit meinen eigenen kleinen Tricks und Techniken, die mir dabei halfen produktiver, konzentrierter und organisierter zu werden. Über die Jahrzehnte verfeinerte ich diese Techniken und Wege, und fand heraus, wie sie sich gegenseitig beeinflussen. Schließlich hatte ich diesen Werkzeugkasten, mit all diesen Techniken, die uns helfen, präsenter und organisierter zu werden. Nur mit Hilfe eines Notizbuchs und eines Stifts. Und das ist, was ich als Bullet-Journal-Methode bezeichne.

LAURA:
Gehen wir zurück zu der Zeit, als du die Diagnose erhalten hast, wie heißt sie auf Englisch?

RYDER:
Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom.

LAURA:
Wie alt warst du damals?

RYDER:
Es war irgendwann in Grundschule, ich weiß nicht mehr genau in welchem Alter. Eine Besonderheit meines Syndroms ist, dass ich mir keine Daten merken kann. Aber ich erinnere mich, dass es in der Grundschule war.

LAURA:
Was hast du darüber gedacht? Hast du es so empfunden?
Hast du gespürt, dass dir etwas fehlt? Ich bin mir nicht sicher, ob die Schule vielleicht nicht das richtige System für dich war.
Wo, zum Beispiel, sehr kreative Kinder, gedeihen können. Wie hast du dich damals gefühlt?

RYDER:
Ich bin sicher, es hat was damit zu tun. Sie sprachen immer von Lernbehinderungen und nicht von Lehrbehinderungen.
Was auch ein großes Problem ist. Aber es war auch sehr offensichtlich. Meine Schule war Grundschule, Sekundarstufe eins und zwei in einem Gebäude.
Ein System quasi, was wirklich interessant ist, aus verschiedenen Gründen. Einer ist, du startest und beendest die Schullaufbahn mit denselben Menschen.
Man ist also in der Lage sich langfristig gegen die gleiche Kontrollgruppe zu messen. Man stößt nicht ständig auf andere Kontrollgruppen.
Wenn man sehr jung ist und zur Schule geht, misst man sich nicht wirklich. Man macht viel Nickerchen und zeichnet, schreibt Briefe und all so was.
Aber plötzlich, wird man ein wenig älter, und fängt an wirklich an Wissenschaften zu arbeiten. Man wird in die Mathematik eingeführt und in ein neues Vokabular.
Während ich anfangs die gleiche Geschwindigkeit hatte, das gleiche Niveau wie meine Gleichaltrigen, blieb ich sehr schnell hinterher und zwar ziemlich gewaltig.
Es schien so, als könnte ich das nicht machen, was sie konnten. Bei Übungen war ich ständig der Letzte in der Klasse. Ich hatte ständig Probleme mit meinen Lehrern.
Es war einfach schwer anzuzweifeln, dass es ein Problem gab. Ich fühlte, dass es ein Problem gab.
Meine Lehrer fühlten, dass es ein Problem gab. Meine Eltern fühlten, dass es ein Problem gab. Ich kämpfte mit Problemen, die meine Gleichaltrigen nicht hatten.
Es gab also einen Unterschied, und wenn du so jung bist, ist es keine gute Sache. Das Letzte was man will, ist anders als die Anderen zu sein.
Vor allem wenn man jung ist, eine Identität entwickelt. Wenn sich Gruppen und Cliquen bilden. Man will ein Teil von etwas sein, doch sobald du der Dumme bist, oder
derjenige, der nach dem Unterricht bleiben muss, grenzt dich das sofort ab. Das ist sehr schwer für ein Kind und für mich war es sehr beängstigend. Zu wissen, ich bin anders, und zwar auf keine gute Weise. Also habe ich versucht herauszufinden, was dieser Unterschied wirklich bedeutete. Denn es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten, anders zu sein. Und so begann die Nachforschung. Was ist es? Was genau ist anders mit mir? Viele verschiedene Ärzte wurden einbezogen und viele verschiedene Lehrtechniken, Ob das dies ist, oder das.
Viele Ursachen wurden untersucht. Und schließlich stellte sich heraus, dass es mir, zumindest damals, wahnsinnig schwerfiel, mich zu fokussieren.
Mich auf etwas Wichtiges zu konzentrieren, das mich nicht sehr interessiert hat. Ich war zwar nicht gelangweilt, aber ich konnte buchstäblich dem Faden nicht folgen.
Ich sah den Lehrer an, aber ich verstand einfach nicht, was er sagte. Ich konnte ihm nicht folgen.
Das war sehr erschreckend. Weil ich fühlte, dass etwas mit mir nicht stimmt, und zwar bedeutend. Alle anderen machen Notizen und hören zu, aber bei dir bleibt es einfach nicht hängen. Und dann triffst du eine Wahl. Okay, ich bin halt so, es ist blöd und ich fühle mich unangenehm. Ich versage ständig. Ich bin immer der Letzte, oder eine andere Option ist, was ich mache damit? Vielleicht ist es ein Segen, dass ich ziemlich hartnäckig damit bin. Also begann ich winzige Wege zu finden,
um ein wenig produktiver zu sein, konzentrierter zu sein, dies habe ich auf meine eigene Art erkundet. Ständig versuchten Menschen mir etwas aufzuzwingen.
Verschiedene Systeme, mehr Hausaufgaben, mehr Zeit nach der Schule. Immer mehr von dem in dem ich nicht gut war. Einige argumentierten, dass dieser Weg mir half zu üben, doch Übung bedeutet, dass man einen guten Startplatz hat, oder dass man zumindest irgendwo starten kann. Ich übte etwas, was ich falsch machte.
Das machte es noch schlimmer. Also fing ich an meine eigenen Techniken herausfinden.
Eine ganz bestimmte Sache, die ich früh erkannte war, dass wenn ich im Unterricht zeichnete, während ich dem Lehrer zuhörte, der über etwas sprach, dem ich nur schwer folgen konnte, konnte ich dem plötzlich Aufmerksamkeit schenken, es war wie Magie.
Plötzlich wurde es für mich so viel einfacher zu hören, was sie sagten, weil der Teil meines Geistes, der abgelenkt sein musste, beschäftigt war. Aber nicht zu sehr, so dass ich immer noch zuhören konnte. Doch leider mögen es die Lehrer nicht, wenn man im Unterricht zeichnet.
Weil sie denken, man würde nicht aufpassen. Also bekam ich Ärger und musste jedes Mal so tun, als würde ich aufpassen, und wenn der Lehrer wegguckte, zeichnete ich weiter, um aufzupassen. Ich erkannte, dass dies für mich funktioniert. Aber ich schämte mich auch. Weil ich das Signal bekam, dass ich es falsch mache.
Du sollst nicht zeichnen. Eines Tages bemerkte es eine Lehrerin und sagte: “Ryder, jedes Mal, wenn ich dich zeichnen sehe, weiß ich, dass du aufpasst. Doch wenn du mich ansiehst, weiß ich, dass du es nicht tust. Gut für dich, dass du das selbst herausgefunden hast.”
Das war ein wirklich interessanter Moment für mich. Denn als Kind wollte ich die Antworten von den Erwachsenen bekommen. Wenn man Fragen oder Sorgen hat, fragt man Eltern, ältere Geschwister oder Lehrer. Doch sie sagten mir genau das Gegenteil davon, was für mich funktionierte. Und endlich sagte jemand zu mir, es ist okay, deine Probleme selbst zu lösen. So etwas kommt einem Kind normalerweise nicht in den Sinn. Plötzlich fragt man sich, wenn ich das lösen kann, was kann ich sonst noch lösen? Mir wurde klar, dass es in meiner Verantwortung lag, dies rauszukriegen. Wie ist dieses Leben? Das Schöne war, dass es Wege gab, um es zu verbessern. Ich musste diese Wege nur finden, die im Einklang mit meinem Verstand funktionierten. Manchmal war ich erfolgreich damit und oft war ich es nicht. Im Laufe der Jahre ist etwas hängen geblieben und das habe ich am Ende geteilt.

LAURA:
Das ist erstaunlich.
Ich habe mich in der Schule sehr ähnlich gefühlt. Ich kann sehr gut nachfühlen, was du erzählst. Was würdest du sagen, wer hat dich in deiner Kindheit am meisten beeinflusst? Wer oder was hat dir am meisten geholfen?

RYDER:
Definitiv meine Eltern, in vielerlei Hinsicht. Denn meine Eltern waren auch Lehrer. Sie haben sogar an meiner Schule unterrichtet. Sie unterrichteten ältere Klassen, deswegen waren sie nicht darin involviert. Zumindest nicht beruflich, aber persönlich waren sie es. Eine sehr interessante Sache war, dass als ich älter wurde, mir klar wurde, dass meine Eltern ihre eigenen Herausforderungen in der Schule hatten, als sie jung waren. Was sie geformt hatte und auch ihre Meinung dazu.
Bei mir zu Hause, war es keine Pflicht Bestnoten zu bekommen, und alles was keine Bestnote war, bedeutete kein Scheitern. Ich wurde eher nach dem Motto erzogen,
“Gib dein Bestes! Und Punkt!” Wenn es nicht klappt, ist es trotzdem okay. Interessant ist, dass viele Menschen das so sahen, als würde man die Emphase aus dem Streben nehmen. Gib dein Bestes. Aber für mich war das wirklich ermächtigend. Ich musste nicht mehr die Bestnote bekommen, sondern das Beste geben. Das Ziel verinnerlichen. Ich weiß nicht, was die Bestnote bedeutet, aber ich weiß, ob ich mehr tun muss. Plötzlich verschob sich der Kontext. Und dies veränderte die Art und Weise, wie ich über die Dinge dachte. Manchmal war ich wirklich stolz auf mich eine mittelmäßige Note zu bekommen. Denn für mich war das wirklich schwer. Ich habe für diese mittelmäßige Note hart gearbeitet. Egal wie sehr ich es versucht hätte, ich hätte nie die Bestnote geschafft, und so hätte ich mich immer als Versager gefühlt. So wurde die Mühe immer belohnt. Und das ist etwas, das ich immer versucht habe in mir zu kultivieren. Ich versuche die Erwartungen nicht extern zu setzen, sondern intern. Wie kann ich es tun? Was kann ich kontrollieren? Was kann ich mehr machen? Das war eine wirklich große Veränderung für mich. Weil ich nicht mit anderen verglichen wurde, zumindest nicht von meinen Eltern. Der Vergleich mit meinem Jüngeren Ich wurde, vor allem mit dem Alter, besonders wertvoll. Vor allem in der heutigen Welt vergleichen wir uns ständig, mit den Gleichaltrigen oder sogar mit Jüngeren. Das kann ein sehr zerstörerisches Spiel sein.
Aber der Vergleich mit deinem Früheren Ich, mit deinem Jüngeren Ich kann sehr produktiv sein. Es ist ein ganz anderes Maß.

LAURA:
Was würdest du dem 10-jährigen Ryder sagen, wenn du ihn treffen würdest?

RYDER:
Es ist eine schwierige Frage, weil ich das Gefühl habe, dass ich den Schmerz brauchte, um der zu werden, wer ich bin. Menschen entwickeln sich nicht unbedingt, wenn sie glücklich. Ich denke, wir lernen daraus. Ja, ich weiß nicht, ob ich ihm etwas sagen würde. Ihn aufmuntern, natürlich.
Er soll nicht so hart zu sich sein.

LAURA:
Schön, vielleicht ist das das Wichtigste, was man sagen könnte.

RYDER:
Vielleicht würde ich meinem Zwei-Minuten-Alten-Ich dasselbe sagen.

LAURA:
Ich auch! Und dann hast du angefangen nach einer möglichen Lösung für dich zu suchen. Wie kannst du lernen, dich besser zu konzentrieren. Und, wie du schon gesagt hast, hast du die Bullet-Journal-Methode entwickelt. Wie hast du sie entwickelt? Was hat dich dahin gebracht?

RYDER:
Nun, es war eine Notwendigkeit. Die Idee war zu verstehen, dass ich meine eigenen Probleme selbst lösen konnte. Und auch zu verstehen, dass es meine Verantwortung war, dies zu tun. Und nach Möglichkeiten zu suchen, die mein Leben einfacher machen würden. Im Grunde ist das die Bullet-Journal-Methode für mich. Es geht darum herauszufinden, wie man das Erfahrene analysieren kann, um achtsamer zu werden und aus dem Guten wie Schlechten im Leben zu lernen. Dieses Erlernte im Alltag anwenden können. Viele kennen die Bullet-Journal-Methode als eine Art Listensammlung. Für mich sind Listen das Ergebnis getaner Arbeit, das ist ein tieferer und reicherer Teil dieser Methode. Das wurde noch nicht so gut verstanden bis jetzt. Das ist einer der Gründe, warum ich das Buch geschrieben habe.

LAURA:
Kannst du für alle, die noch nie was davon gehört haben, kurz und knapp erklären, wie es funktioniert oder wie man damit starten könnte? Könntest du kurz für alle einen Überblick über die Bullet-Journal-Methode verschaffen?

RYDER:
Ja, der einfachste Weg die Bullet-Journal-Methode zu beschreiben, ist zu sagen, dass es eine Achtsamkeitspraxis ist, die als ein Produktivitätssystem verkleidet ist. Und alles was man braucht,
ist Stift und Papier. Auf der einen Seite ist es ein System und eine Möglichkeit Gedanken zu strukturieren. Auf Papier und unter Anwendung verschiedener Techniken. Das System ist so strukturiert, dass es modular ist. Alles was du brauchst ist ein leeres Notizbuch, kein bestimmtes Notizbuch. Einfach irgendein Notizbuch. Im Wesentlichen organisierst du dann jede Art von Information, in verwandte Gruppen oder so genannte Sammlungen. Man kann sich das als Lego-Set vorstellen, wo jedes Stück eine spezifische Funktion hat. Ich stelle verschiedene Stücke zur Verfügung, die berücksichtigt werden können. Um das Fundament zu legen, damit man weiß,
wie man den Tag oder Monat organisieren könnte, oder die Inhalte. Oder Dinge organisieren, die in der Zukunft liegen. Das ist die Basis. In vielerlei Hinsicht ist es so wie: Hier ist ein leeres Haus
und dann dekorierst du es mit deinem Leben. Das bedeutet, weil es modular ist, kann man eigene Funktionalitäten hinzufügen. Versuchst du eine neue Gewohnheit zu etablieren, oder Medikation verfolgen, oder all so was. Bullet Journal wird zu dem, was du daraus machen willst. Der Schwerpunkt liegt beim Benutzer. Ich lebe dein Leben nicht, also versuche ich diese Grundlage zu strukturieren. Im Grunde ist es nur ein Grundstein auf dem man bauen kann. Deshalb sehen alle Bullet Journals anders aus. Weil sie zu dem werden, was ihre Anwender aus ihnen machen wollen. Manche benutzen es für die Schule. Die anderen für die Medikation, andere für Selbstentfaltung. Es kommt darauf an, wofür man es braucht. Es ist möglich, weil es so modular ist und weil man eigene Module erstellen kann. Das ist das System. Auf der anderen Seite steht die Praxis. Es ist die Gewohnheit der Selbstbeobachtung. Es geht darum achtsam zu beobachten, wie man die eigene Zeit und Energie einsetzt. Achtsamkeit hilft uns, einen Schritt zurückzugehen und uns weniger ablenken zu lassen. Es geht nicht darum länger auszuhalten und noch beschäftigter zu sein, es geht eher darum zu verstehen, warum man das tut was man tut. Die Praxis stellt eine Reihe verschiedener Werkzeuge bereit, die den Kontext verändern können, mit dem man sich im Alltag beschäftigt.

LAURA:
Was würdest du sagen, ist der beste Weg, unsere Energie besser zu investieren? Weil die meisten Menschen so abgelenkt sind und sich dessen nicht bewusst sind, dass ihre Energie die wertvollste Ressource ist, die sie haben. Was würdest du sagen? Gibt es etwas, das du tust, was dir hilft fokussierter zu sein? Und deine Energie dorthin zu richten, wo du sie haben willst?

RYDER:
Eine Sache ist, die Verantwortung dafür zu übernehmen, wie man sie investiert. Der einfachste Weg, den ich gefunden habe, ist es einfach aufzuschreiben. Bullet Journal führen heißt Gedanken, Notizen und Events aufzuschreiben. Wir machen es nicht, um lange To-Do-Listen zu erstellen und uns damit zu belasten. Wir machen es, um es zu protokollieren, deswegen sollten die Einträge kurz sein. Die Idee ist, dass man im Laufe der Zeit eine Karte mit all den Sachen hat, die möglicherweise deine Zeit
und Energie beanspruchen werden. Wenn man ein Protokoll hat, kann man es durchgehen. Das macht man durch tägliche Reflexion. Wir erfassen die Information nicht nur, wir betrachten sie auch. Und wir fragen uns: Ist es wichtig? Ist das vital? Was wäre, wenn ich das nie getan hätte? Diese simplen Fragen gewöhnt man sich an jeden Tag zu stellen. Und so verfolgt man ständig die Dinge,
die man täglich ins Leben einlässt. Das ist wirklich das Kernstück davon. Was willst du wirklich
als Teil deines Lebens zulassen? Denn meistens ist es deine Wahl. To-Do-Listen können die Aufzeichnungen aller Dinge sein, die du machen musst. Auf der anderen Seite ist alles, was auf dieser Liste steht, eine Erfahrung, die darauf wartet geboren zu werden. To-Do-Listen können, in gewisser Weise, Zeitmaschinen sein. Es ist quasi ein Leitfaden mit all den Dingen, die deine Zukunft formen werden. Das wird tatsächlich deine Zukunft gestalten. Dein Leben strukturieren. Von dort aus solltest du nun rückwärts drauf schauen. Ist das die Zukunft, die du willst? Warum investierst du deine Energie in etwas, das dich nicht dahin bringt, was für dich wichtig ist? Es geht nicht darum,
Wäsche abzuholen oder E-Mails zu senden. All diese Dinge helfen dir nach vorne zu kommen,
oder weg von dem wohin du willst. Und wenn man einmal diesen Zusammenhang erkennt, sieht man es mit anderen Augen und versucht die Listen kürzer zu halten. Und gleichzeitig viel mächtiger. Meine Praxis ist immer, so wenig wie möglich an Aufgaben zu haben, die man abarbeiten muss, und dabei die größten Ergebnisse zu erzielen.

LAURA:
Ich muss es wiederholen, weil es so wertvoll ist, was du gerade gesagt hast. Wir alle machen Listen! Und wir schauen sie an und denken, oh mein Gott, das ist so viel, was ich tun muss! Und es ist so toll, was du gesagt hast, dass To-Do-Listen die Projektionen deiner Zukunft sind. Das ist was du machen wirst und du solltest dich fragen, ob du deine Zukunft so leben möchtest. Wenn es ein nein ist, dann tu es nicht, oder finde einen anderen Weg. Und wenn ja, dann mach es!
Es ist so wertvoll, das zu sehen! Dass das, was du aufschreibst, deinen nächsten Tag, nächste Woche, nächsten Monat gestalten wird. Und die Verantwortung dafür zu übernehmen, wie man das eigene Leben erschaffen möchte. Es hat gerade wirklich Klick in meinem Kopf gemacht.
Es ist so unglaublich wertvoll!

RYDER:
Man kann sich auch fragen, wenn man sich die To-Do-Liste anschaut, ist das etwas, was ich machen muss, oder was ich machen will? Es ist in einem gewissen Sinne reduktiv, Vielleicht musst du etwas tun, was dich nicht wirklich begeistert, aber du tust es wegen dem, das dich nach vorne bewegt. Auf einmal scheint es nicht mehr so lästig zu sein, sondern eher wie eine Möglichkeit. Nachdem ich diese schrecklichen Formulare ausgefüllt habe und den Bewerbungsprozess hinter mir habe, darf ich endlich das eine tun. Jetzt darf ich mich um einen Job bewerben oder an einer Schule, oder Ähnliches. Aber wenn du nicht rausfinden kannst, warum du etwas tust, dann sollte eine Alarmglocke läuten. Und diese Alarmglocke beachten wir nicht aufmerksam genug. Wir sind einfach auf Autopilot
und lassen automatisch viele Dinge in unser Leben.

LAURA:
War es wichtig für dich auch zu lernen, Nein zu den Dingen zu sagen?

RYDER:
Ja.

LAURA:
Würdest du sagen, dass deine Methode dir geholfen hat, klarer zu verstehen, wann du Ja oder Nein sagst?

RYDER:
Ja. Ich glaube, es gibt keine Wunderwaffe, um keine falschen Entscheidungen zu treffen. Aber ich fühle, es hat die Anzahl an schlechten Entscheidungen, die ich getroffen habe, wesentlich reduziert. Weil ich eben meine Vergangenheit analysiere. Ich sehe, dass ich zuvor eine ähnliche Möglichkeit hatte. War es das wert? Nein, nicht wirklich? Oder das letzte Mal hätte ich lieber das gemacht,
das wäre viel besser. Das heißt, jetzt kann ich andere Entscheidungen treffen. Aber ich sage nein zu vielem, sicherlich.

LAURA:
Ich denke auch, dass öfter Nein zu sagen, so wichtig ist. Sich zu überlegen, dass etwas nicht mit dem übereinstimmt, was wir erschaffen wollen.

RYDER:
Es ist eine schwierige Balance. Einerseits will man aus der Komfortzone ausbrechen. Das ist wirklich
wichtig und entscheidend. Es gibt einen Unterschied zwischen ich will es nicht und ich kenne es nicht. Es macht mir Angst. Die Balance, Nein zu den Dingen zu sagen, die dir wirklich keinen Wert hinzufügen würden, und Nein zu den Dingen zu sagen, die dir nur wenig bringen würden. Aber finde heraus, ob du Nein sagst, weil du es verstehst, oder weil du Angst hast. Viel interessanter ist es herauszufinden, dass man Angst hat. Das kann eine Wachstumschance sein.

LAURA:
Was würdest du als deine Top-Drei-Werte in deinem Leben bezeichnen?

RYDER:
Der Erste wäre, sei nützlich. Das ist einer von meinen. Ich muss über die anderen beiden nachdenken. Ich versuche es mal zu reduzieren. Das Wichtigste ist nützlich zu sein. Und zu lernen,
immer lernen, das ist mir wirklich wichtig. Und offenbleiben. Denk dran, dass ich wirklich
nicht so viel weiß, wie ich denke. Das gehört zum Lernen dazu.

LAURA:
Ich mag es. Liest du deine Notebooks manchmal noch mal durch?

RYDER:
Ja, das tu ich.

LAURA:
Nach einer bestimmten Zeit oder nimmst du einfach eins raus und liest es dir durch?

RYDER:
Also einerseits ist es die Nostalgie, und andererseits ist es Taktik. Es sind zwei verschiedene Gründe. Ich lese sie sehr selten aus Nostalgie-Gründen. Meistens aus technischen Gründen. Bevor ich dies Vollzeit machte, war ich Produktdesigner. Bevor ich anfing eine App oder so etwas zu designen, habe ich immer zuerst auf Papier kreiert. Es war einfacher, ich musste nichts lernen, es gab keine Barrieren, es erlaubte mir Freiheit. Und bei jeglicher App, wie bei fast allem, gibt es so viele verschiedene Möglichkeiten, die Herausforderung zu lösen. Es gibt so viele verschiedene Lösungen. Der Kunde kann sich gegen eine Lösung entscheiden, von der du denkst, sie sei die beste. Egal welche Gründe du anführst. Viele Male im Laufe meiner Karriere, musste ich ähnliche Lösungen finden,
und zwar immer und immer wieder. Und weil ich meine Aufzeichnung von all diesen Lösungen hatte, konnte ich sie anwenden. Zum Beispiel im August 2014 habe ich für Akne COEs Website die gleiche Herausforderung gelöst. Was waren damals meine Ideen? So musste ich nicht immer von vorne anfangen. Auf jeder beruflichen Ebene, hat man so Aufzeichnungen zu Problemlösungen. Oder man arbeitet für einen Kunden bei dem die Lösung nicht funktionierte. Und nach einem Jahr kommt dieser Kunde wieder. Und nun hat man die ganzen Aufzeichnungen von allem was man ausprobierte. Mit wem hat man gesprochen? Mit wem hätte man sprechen sollen? Denn man protokolliert all diese Dinge. Du musst nicht raten, du hast eine Referenz zu diesen Informationen. Du kannst sie nutzen, um Entscheidungen zu treffen, um voranzukommen. Und ab und zu, wenn ich etwas sehr Herausforderndes in meinem Leben erlebe. Dann lese ich das Notizbuch, um meine Erinnerungen aufzufrischen. Um sicher zu gehen, dass meine Erinnerung und das Event übereinstimmen. Oft erzählen wir uns Geschichten, die nicht wahr sind. Es ist einfacher für deinen Verstand
sich eine Geschichte zu überlegen, obwohl sich die Tatsachen anders abspielten. Vielleicht hast du deinen Job verloren, und du denkst, hätte ich den Job nicht verloren, dann wäre es jetzt so und so. Aber dann schaust du zurück und stellst fest, dass du den Job gehasst hast. Wenn wir aus der Balance kommen, tendieren die meisten dazu eine negative Perspektive davon zu haben, wie die Dinge waren. Unser Verstand ist darauf programmiert, Gefahren in unserem Leben zu finden. Das ist das sogenannte negative BIOS. Die Analyse unserer Notizbücher kann uns dabei helfen, ein bisschen mehr Balance zu schaffen. Kürzlich las ich, dass Kinder, die als depressiv diagnostiziert wurden, gebeten wurden, ein normales Tagebuch zu führen. Sie sollten ihre Gefühle im Laufe des Tages aufschreiben. Wie sie sich fühlten und so etwas. Oft wurde das Kind am Ende des Tages gefragt,
wie es ihm geht. Normalerweise sagte das Kind “nicht gut, ich hasse die Schule, Menschen usw.” Aber als sie ihr Tagebuch lasen, war es nicht annähernd so, wie ihre Wahrnehmung. Die Realität und die Wahrnehmung waren wirklich unterschiedlich. Es ist ein Ansatz, der ihnen hilft ihren Kontext zu verändern. Und die Geschichten, die diese Kinder sich selbst erzählen. “Oh, dieses Kind heute war nett zu mir! Diese Übung in der Schule habe ich wirklich genossen!” Das ist eines von meinen Beispielen, wie Tagebücher, den inneren Dialog in unserem Leben positiver und konstruktiver gestalten können.

LAURA:
Definitiv, und ich schreibe meine Tagebücher schon seit 15 Jahren, und ich habe eine Sache von meinem Freund gelernt. Das ist wirklich toll. Er nennt es die Reverse-To-Do-List. Er schreibt nicht auf, was er tun muss, sondern was er getan hat. Was sehr schön ist, weil du dir dann all das durchliest, was du getan hast. Dadurch fühlt man sich wirklich gut! Denn in der Regel vergessen wir all die Dinge,
die wir erreicht haben. Wir schauen nicht zurück und sagen, „wow das war toll!“ Wir machen einfach weiter und weiter. Es ist so hilfreich all das zu schätzen was man getan hat, und nicht nur daran zu denken, was man in Zukunft machen will. Was sind all die Dinge, die ich erreicht habe, heute, diese Woche oder diesen Monat.

RYDER:
Absolut, es ist eine sehr mächtige Praxis. Es ist auch ein großer Teil von Bullet Journaling. Wir schreiben alles in unserem monatlichen Protokoll auf. So haben wir einen Zeitplan, der uns unsere Produktivität verdeutlicht. Ich mag die umgekehrte To-Do-Liste!

LAURA:
Ja, es ist großartig. Bevor ich meine letzten Fragen stelle, habe ich eine andere Frage. Für alle, die zuhören und kein Journal führen, und nicht wissen, wie sie starten sollen. Was würdest du sagen, was wäre der erste Schritt, um mit dem Journal zu beginnen?

RYDER:
Der erste Schritt wäre sich anzueignen, die eigenen Gedanken in kurzer Form niederzuschreiben. Wenn du eine Idee hast oder wenn du etwas tun musst, schreibe einen Satz auf, das war es. Oft hören die Menschen das Wort “Journal” und denken an die dicken Bücher, mit denen Menschen Stunden verbringen. Mit perfekter Handschrift und richtigen Meisterwerken, und sie denken, dass alles was sie aufschreiben müssen, müssen Milliarden sein und sehr tiefgründig. Aber das ist Quatsch. An erster Stelle dient ein Journal zur Strukturierung deines Geistes. Es passiert etwas sehr Interessantes, wenn du etwas aus deinem Gehirn nimmst und es auf Papier bringst. Zum ersten Mal musst du etwas ausdrücken, was vielleicht nur ein Gefühl ist. Oder eine sehr vage Emotion. Und wenn du es in Worte fasst, kann es transformieren. Also beginne einfach damit, deine Gedanken aufzuschreiben. Egal welche Gestalt sie annehmen. Sehr interessante Dinge passieren, wenn du anfängst zu sehen was du denkst, aber auch wenn du deine Gedanken für einen Moment anhältst. Wir sind mit Lügen beschäftigt und mit rasenden Gedanken, und wenn es auf dem Papier steht, kann es befreiend und therapeutisch sein, und verarbeitet werden.

LAURA:
Ich denke auch, dass wir manchmal Angstgefühle haben, aber wir denken sie nicht bis zum Schluss. Aber wenn wir sie aufschreiben, denken wir sie bis zum Schluss, und plötzlich stellen wir fest, es ist eigentlich gar nicht so gruselig.

RYDER:
Ja.

LAURA:
So können wir unseren Verstand austricksen, wenn wir die Dinge aufschreiben. Denn dann sind wir wirklich gezwungen die Gedanken bis zum Schluss zu denken. Wie du es gesagt hast, es ist so wertvoll.

RYDER:
Einer meiner Lieblingszitate ist: „Man schreibt, um das Denken zu erlernen.“
Das ist so wahr!

LAURA
Das ist es! Ich habe immer meine letzten Fragen, die ich jedem meiner Gäste stelle. Und die erste Frage ist, wofür bist du gerade am dankbarsten?

RYDER:
Die gesamte Bullet-Journal-Erfahrung war irgendwie überwältigend. Ich bin gerade von einer
internationalen Lesetour zurückgekommen, ich traf meine Community zum ersten Mal und diese Erfahrung, das Privileg das machen zu können und dann die Möglichkeit, all diese Menschen zu treffen. Ich könnte nicht dankbarer sein. Das ist wirklich was Besonderes. Es war wirklich wunderschön.

LAURA:
Ich kann mir vorstellen, wie schön es war. Und ich denke, dass so viele dir so dankbar sind, für die Entwicklung dieser Methode. Es hilft wahrscheinlich so vielen Menschen klarer zu sehen, was sie wollen, und ihre Gedanken zu strukturieren. Die zweite Frage, die ich habe, ist, stelle dir vor, du bist hundert Jahre alt, es gab ein technisches Problem und alles wurde gelöscht. Deine Website wurde gelöscht, dein Buch gibt es nicht mehr. Es ist nichts mehr übrig. Ich würde zu dir kommen und dir sagen: “Es tut mir leid, Ryder, es ist alles weg. Aber hier ist ein Stift und Papier und schreibe bitte auf dieses Blatt deine drei wichtigsten Weisheiten auf, die du der Nachwelt hinterlassen möchtest”. Wenn sonst nichts mehr von dir existieren würde. Welche drei Weisheiten würdest du aufschreiben,
die du mit der Welt teilen würdest.

RYDER:
Oh, wow… okay… Das wären Zitate, die mir sehr geholfen haben:
„Schmerz ist unvermeidlich, aber Leiden ist eine Wahl.“
„Die Dinge können real erscheinen, aber sie sind nicht wahr.“ Oft steht es in Beziehung. Wir sorgen uns über all die Dinge, die am Ende nie passieren.
Und: „Sei der Schöpfer der Energie und nicht ihr Zerstörer.“

LAURA:
Es ist unglaublich, ich liebe das! So mächtig! Vielen Dank! Letzte Frage ist, gibt es ein Buch, das du empfehlen würdest? Selbstverständlich empfehle ich dein eigenes Buch “Die Bullet-Journal-Methode”. Ich werde denk Link natürlich in die Shownotes packen. Gibt es ein anderes Buch, das vielleicht dein Leben verändert oder dich inspiriert hat?

RYDER:
So viele! Schwer eine Auswahl zu treffen. Ein wichtiges Buch für mich war “Das Tibetische Buch vom Leben und vom Sterben.”

LAURA:
Es ist ein dickes Buch.

RYDER:
Das ist es! Es ist ein dickes Buch. Es hat mich in vieles eingeführt, worüber ich noch nie nachgedacht hatte. Es ist eines von so vielen wunderbaren Büchern da draußen. Ich denke, es traf mich im jungen Alter und hinterließ deshalb einen so großen Eindruck, weil ich einfach noch keine Ahnung hatte. Dieses Buch schickte mich in meine Bildung, und aufgrund dieses Buches war alles was kam, vertraut. Macht es Sinn?

LAURA:
Ja, natürlich. Ich mag es. Eine sehr gute neue Empfehlung, denn es hat noch niemand in diesem Podcast dieses Buch empfohlen.

RYDER:
Dieses Buch und auch “…trotzdem Ja zum Leben sagen”.

LAURA:
Viktor Frankl.

RYDER:
Ja.

LAURA:
Das hat auch mein Leben sehr verändert. Danke dir für das Teilen! Ryder, es gibt so viele Menschen, die gerade zuhören, wie können sie sich mit dir verbinden, wenn sie mehr über die Bullet-Journal-Methode lernen wollen? Wenn sie mehr über Ryder erfahren wollen? Wie können sie dich kontaktieren? Wie können sie dich finden? Wie können sie mehr über deine Methode erfahren?

RYDER:
bulletjournal.com
Das ist alles, was man wissen muss. Wir sind @bulletjournal auf den meisten sozialen Netzwerken. Für alle, die neugierig sind, dort könnt ihr uns finden.

LAURA:
Ich werde das alles in die Shownotes packen. Vielen Dank für deine Zeit!
Es war super inspirierend! Ich habe so viel gelernt! Ich habe jetzt auch total Lust auf mein Journal! Vielen Dank für das Teilen und dafür, dass du so mutig bist. Und, dass du deinen eigenen Weg durch den eigenen Schmerz gefunden hast. Es ist bestimmt sehr inspirierend für so viele Menschen, die gerade zuhören. Und zu verstehen, dass du der Schöpfer deiner eigenen Erfahrung bist. Und, dass du nicht das Opfer dessen sein musst, was auch immer jemand sagt, was du nicht machen kannst. Das war sehr sehr inspirierend und so mächtig! Vielen Dank für das Teilen!

RYDER:
Vielen Dank für die Einladung!

LAURA:
Dankeschön!

*Übersetzung und Untertitel von Veronika Malaja*


 

Ich bin sehr gespannt, wie dir das Interview gefällt und freue mich auf deine Gedanken zu der Folge wie immer auf Instagram @lauramalinaseiler

Alle Infos zu Ryder Carroll findest du hier

Buchtipps aus der Folge:
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Rise Up & Shine

Laura Seiler Unterschrift

 

98 Shares

14 Kommentare
  • Christoph
    Posted at 18:17h, 11 Januar Antworten

    Vielen Dank für die deutsche Übersetzung!
    Sehr spannend! 🙂
    Danke und Liebe Grüße

  • Belgin Groha
    Posted at 15:15h, 04 Januar Antworten

    Bitte bitte eine deutsche Übersetzung, denn das Thema ist total interessant, aber ich hab fast nix verstanden. Danke ♥️

    • Janine TeamLiebe
      Posted at 19:12h, 12 Februar Antworten

      Unterhalb von dem Video findest du mittlerweile auch die Deutsche Übersetzung 🙂

  • Sylvia Böhm
    Posted at 18:27h, 03 Januar Antworten

    Vielen Dank dafür! Tolles Interview und ich hab mich so gefreut wieder Englisch zu hören. Habe gerade auch angefangen Tagebuch (auch bzgl Dankbarkeit) zu schreiben, deswegen passte es so perfekt. Mitgenommen habe ich auch, dass ich wieder mehr Englisch in mein Leben einbauen möchte!! Just loving this language. Danke für diese Erkenntnis.

    • Janine TeamLiebe
      Posted at 19:11h, 12 Februar Antworten

      Schön, dass dich das Interview mit Ryder Carroll so sehr inspiriert hat 🙂 danke fürs teilen! Alles Liebe zu dir

  • Vanessa
    Posted at 17:13h, 03 Januar Antworten

    Mein Englisch reicht auch leider nicht und ich finde man kann ihn auch schlecht verstehen. Finde den Eintrag aber so interessant würde mich auch über eine Übersetzung freuen.

    • Janine TeamLiebe
      Posted at 19:09h, 12 Februar Antworten

      Unterhalb von dem Video findest du mittlerweile auch die Deutsche Übersetzung 🙂

  • Martina
    Posted at 13:23h, 03 Januar Antworten

    Mein Englisch reicht leider auch nicht und ich würde mich auch über eine Übersetzung freuen. LG Martina

    • Janine TeamLiebe
      Posted at 19:09h, 12 Februar Antworten

      Unterhalb von dem Video findest du mittlerweile auch die Deutsche Übersetzung 🙂

  • Martina
    Posted at 14:18h, 02 Januar Antworten

    Ich wünsche mir bitte auch eine deutsche Übersetzung! Vielen Dank dafür!

    • Janine TeamLiebe
      Posted at 19:06h, 12 Februar Antworten

      unterhalb von dem Video findest du mittlerweile auch die Deutsche Übersetzung 🙂 viel Spaß beim anhören!

  • Michael
    Posted at 13:24h, 02 Januar Antworten

    Würde mich total über ein deutsche Übersetzung freuen,
    oder eine kurze Zusammenfassung in Deutsch.
    Mein Englisch reicht leider nicht für.
    Danke
    Liebe Grüße

    • Janine TeamLiebe
      Posted at 19:05h, 12 Februar Antworten

      Lieber Michael, unterhalb von dem Video findest du auch inzwischen die Deutsche Übersetzung 🙂 Viel Spaß beim anhören!

  • Doro
    Posted at 12:52h, 02 Januar Antworten

    Sehr interessant und motivierend 🙂
    Aufgeschrieben sieht alles anders aus als im Kopf 😉

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