16 Sep #268 Podcast: Jay Shetty – Wie ein spirituelles Mindset dein Leben verändert

Womit möchtest du der Welt dienen?

Meinen heutigen Interviewgast durfte ich dieses Jahr im Februar bei der Filmpremiere von “Chasing Greatness” von meinem Freund Lewis Howes in LA kennenlernen. Ich freue mich so sehr, dass ich ihn interviewen durfte und heute dieses wundervolle Interview mit dir im Podcast teilen darf: Freu dich auf Jay Shetty!

Nachdem Jay nach seinem Studium für 3 Jahre in Indien als Mönch gelebt hat, wurde er zu einem der erfolgreichsten Social Media Influencern, dessen Vision es ist, uralte spirituelle Weisheiten viral gehen zu lassen und Menschen zu inspirieren, ihre eigene Spiritualität zu entdecken. Mittlerweile folgen ihm über 26 Millionen Menschen auf Facebook, über 6 Millionen auf Instagram und seine inspirierenden Videos auf Youtube wurden über 7 Milliarden mal angesehen. Er war sogar schon zu Gast bei Oprah und Ellen DeGeneres. Jay hat gerade sein erstes Buch “Das Think Like a Monk-Prinzip” veröffentlicht, das direkt ein No. 1 Bestseller in UK, USA, Indien und Australien geworden ist.

Geboren und aufgewachsen in London, hat Jay bis zu seinem 18. Lebensjahr den eher klassischen Weg des Erwachsenwerdens verfolgt. Er war aber schon immer super fasziniert von Menschen, die ihren eigenen Weg gegangen sind und die Dinge anders gemacht haben als andere. Ein Vortrag von einem Mönch war dann der Wendepunkt in Jays Leben. Er war so berührt davon, wie glücklich und erfüllt dieser Mönch war und wie er seine Bestimmung lebte. Jay entschied sich, mehr vom Leben der Mönche zu lernen und verbrachte so selbst einige Jahre als Mönch in Indien und Europa.

Jay und ich sprechen über sein neues Buch „Das Think Like A Monk Prinzip“ und darüber, was wir von Mönchen lernen können, um genauso glücklich, erfüllt und voller Freude zu leben wie sie. Es geht um die eigene Berufung und wie wir herausfinden können, welcher Weg unser Herzensweg ist. Ich bin immer noch sehr inspiriert davon, wie Jay über Spiritualität spricht und was für ihn die drei Schlüssel sind, um seine Bestimmung zu leben und der Welt zu dienen.

Dieses Interview ist so ein wunderschönes, tiefes und inspirierendes Gespräch und ich wünsche dir viel Spaß dabei!

Im Gespräch mit Jay Shetty erfährst du…

  • was wir von Mönchen lernen können,
  • wie ein spirituelles Mindset dein Leben verändert,
  • welche 3 Schlüssel notwendig sind, um deine Berufung zu finden,
  • wie Spiritualität im Alltag gelebt werden kann,
  • was du tun kannst, wenn dein Partner, deine Familie oder dein Umfeld deinen spirituellen Weg nicht versteht oder sogar verurteilt und
  • warum Leidenschaft allein nicht ausreicht, um die eigene Bestimmung zu leben.
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Akkordeon Inhalt

Laura

Ich freue mich so sehr über Jay Shetty in der heutigen Podcastfolge! Danke, dass du da bist und guten Morgen nach Los Angeles aus Dänemark.

Jay

Unglaublich! Ist es bereits abends bei dir?

Laura

Ja, es ist bereits 20 Uhr hier. Ich bin gerade in Dänemark, weil wir hier drehen und daher beginnt bei dir der Tag und bei mir die Nacht.

Jay

Dänemark ist so schön!

Laura

Ja, unbeschreiblich!

Jay

Ich danke dir sehr! Es ist sehr schön, hier zu sein. Und ich freue mich sehr auf unser Gespräch. Und es ist toll, dass wir uns dieses Jahr getroffen haben. Ich bin sehr froh, dass wir in Kontakt sind. Danke dir!

Laura

Ich auch! Danke! Ich möchte dir eine Frage stellen, weil ich weiß, dass du gerade mitten in einer großen Buchveröffentlichung bist. Die Welt ist verrückt nach deinem Buch “Das Think Like a Monk-Prinzip”. Du bist die Nummer 1 in Großbritannien, in Indien, in den USA. Das ist unfassbar! Meine Glückwünsche dazu! Und heute habe ich mich gefragt, wie geht Jay Shetty gerade mit so viel Stress um? Es ist viel Druck da, klar auch die Aufregung, aber eben auch viel Druck. Was werden die Menschen über das Buch denken? Wie ist gerade dein innerer Dialog? Wie kommst du runter? Wie erschaffst du deinen Tag, sodass du selbst nicht verrückt wirst?

Jay

Es ist eine sehr gute Frage. Ich fühle mich an erster Stelle dankbar und demütig, über die unfassbare Reaktion, die wir in den ersten 24 Stunden bekommen haben, nachdem die Menschen das Buch in ihren Händen hielten. Und ich bin so erstaunt über die unglaubliche Community, die wir in den letzten drei bis vier Jahren erschaffen haben, die immer weiter wächst. Als ich mit meinen Videos begann, kannte mich niemand. Menschen entdeckten und unterstützten mich. Letztes Jahr bei unserem Podcaststart, habe ich so viel Liebe von so vielen Zuhörern erhalten. Und jetzt mit dem Buch fühle ich die gleiche Unterstützung wieder. Ich danke aus tiefstem Herzen allen, die mich unterstützen.

Was meinen Zeitplan angeht, wie ich damit umgehe und es abwickle… Eine Sache, an die ich wirklich glaube, ist, in der Vorbereitungsphase ist es wichtig, alles Mögliche zu erledigen, bevor der Moment kommt, an dem alles losgeht. Die Vorbereitung ist für mich wirklich sehr wichtig. Meinen Kopf vorzubereiten, einen Körper vorzubereiten, eine Energie vorzubereiten, für das wohin man sich hineinbegibt. So wie du das gemacht hast, bevor wir heute mit dem Podcast angefangen haben. Du sagst ein Mantra, bevor du dich hineinbegibst. Schau dir einen Sportler an. Ein Sportler bereitet sich beim Training vor. Und nicht auf dem Spielfeld.

Ich glaube also, dass ich mich schon seit Monaten auf diese Zeit vorbereite. Und weil ich mich auf die Vorbereitung fokussiere, und meine Energie auf die Vorbereitung gerichtet habe, kann ich hier sein…

Vor Kurzem habe ich zu einem Freund gesagt: Ich habe hart gearbeitet, um das beste Buch zu schreiben, das ich schreiben kann. Um den besten Weg zu schaffen, das Buch nach der Veröffentlichung zu verbreiten. Und jetzt muss ich es einfach erleben. Ich muss es jetzt nur noch leben. Ich muss jetzt einfach alles mitnehmen. Weil ich schon vorher alles erledigt habe. Und gleichzeitig, weiß ich auch, dass diese Zeit voller Stress und Druck ist.

Ich gebe dir ein Beispiel: Ich war bis 1 Uhr nachts wach, für ein Interview mit England, für “Good Morning Britain” in England. Um 5 Uhr morgens hatte ich dann “The Today Show” in New York. Ich habe also zwei drei Stunden geschlafen, bin für “The Today Show” aufgewacht und ab da habe ich den ganzen Tag Interviews gegeben. Ich muss sie ja in verschiedenen Städten auf der ganzen Welt geben. Und ich habe auch erkannt, dass das die Zeit für Opfer und Herausforderungen ist, und dass ich mich schon vorher vorbereiten muss.

Ich habe also vor dieser Woche sehr gut geschlafen, ich habe vor dieser Woche Sport gemacht, und diese Woche gibt es sehr viel zu tun, und das ist okay, denn so ist das Leben. Genau deswegen betone ich die Vorbereitung immer so sehr. Denn den Schmerz kann man im Moment nicht anhalten, man muss sich vorbereiten. Nur so hat man genug Muskeln, um mit der Herausforderung fertig zu werden. Ich arbeite immer noch täglich, aber ich gehe davon aus, dass ich diese Woche müde und dass ich erschöpft sein werde. Ich gehe davon aus, dass ich viel zu tun haben werde, aber das gehört einfach dazu. Das gehört dazu und es ist okay für mich. Es fällt mir nicht schwer.

Laura

Das ist toll. Danke. Ich glaube, dass es gut tut, zu wissen, dass einerseits auch Jay Shetty ein wenig in Stress geraten kann. Das ist gut!

Jay

Oh, definitiv! Ich will nicht, dass irgendjemand denkt, dass es jemanden auf der Welt gibt, der nie unter Stress leidet. Das Einzige, was ich dazu sage ist, und daran arbeiten wir alle, um wie Mönche zu denken, ist, dass, je besser du mit Stress umgehen kannst, was nicht bedeutet, dass du keinen Stress spürst, sondern, dass du es seltener erlebst. Vielleicht hast du in der Vergangenheit, bevor du ein Mönchs-Mindset hattest und Spiritualität gelebt hast, haben der Schmerz und das Leid dich monatelang begleitet. Du entwickelst dich weiter und stellst fest, dass du nur noch eine Woche lang darüber nachdenkst. Und nach und nach ist es nur noch eine Stunde, dann eine Minute, und dann… denkst du zwar noch darüber nach, aber es ist nach einer Sekunde weg. Aber es heißt nicht, dass man es überhaupt nicht erlebt. Ich habe auch Stress und ich habe schlechte Tage, aber ich habe erkannt, dass das dazu gehört, und dass es ein Fehler ist, es als schlechte Tage zu bezeichnen. Wenn wir, anstatt solche Momente abzustempeln und zu verurteilen, uns einfach fragen würden, was wir heute gelernt haben, was Heute mir beibringen will, was die heutige Botschaft ist, die mir das Universum schickt, dann ist jeder Tag ein glückseliger Lebensort.

Laura

Das ist sehr schön. Du hast etwas gesagt… für alle Zuhörer aus Deutschland… Du hast das Mönchs-Mindset erwähnt. Manche Menschen fragen sich gerade bestimmt: “Was?!” Für alle, die dich und deine Lebensgeschichte nicht kennen, die so inspirierend ist, können wir vielleicht einen schnellen Umweg in deine Vergangenheit nehmen? Könntest du uns erzählen, wie es zu diesem Buchtitel kam? Deine Geschichte ist nämlich sehr besonders. Auf Deutsch heiß dein Buch “Das Think Like a Monk-Prinzip”. Warum heißt dein Buch so?

Jay

Ja klar! Ich bin in London geboren und aufgewachsen. Ich bin wie jeder andere junge Mensch aufgewachsen. Ich dachte, dass es im Leben darum geht einen guten Uniabschluss zu machen und einen guten Job zu haben. Heiraten, Kinder haben und dann einfach nur sein Leben leben. Ich hatte wirklich Glück, denn als ich jung war, habe ich angefangen über Menschen zu lesen, die einen Unterschied in der Welt bewirkt haben. Ich war fasziniert von Menschen wie Martin Luther King und Malcom X. Ich habe auch die Biografie von David Beckham gelesen, und auch die Biografie von Dwayne The Rock Johnson, als ich noch Teenager war. Das hat mein Denken erweitert. Menschen, die etwas gemacht haben, was nicht viele geschafft haben. Sie haben ihre Leben auf verschiedene Weisen aufgeopfert. Ich habe mich wirklich darauf fokussiert.

Als ich 18 Jahre alt war, wurde ich zu einem Vortrag von einem Mönch eingeladen. Ich dachte mir: Was soll ich denn von einem Mönch lernen? Was wird mir ein Mönch schon beibringen? Ein Mönch kommt von Nichts und wird zu Nichts. Ich will von Menschen lernen, die aus dem Nichts zu etwas wurden. Ich bin also sehr skeptisch dorthin gegangen. Und als ich dort war, und das ist die Schönheit des Lebens, man erfährt die Demut und das Ego wird gebrochen. Ich bin dort mit dem Ego hingegangen, etwas zu lernen. Und an diesem Tag erfuhr ich eine völlige Demut, denn als dieser Mönch sprach, sprach er zu meinem Herzen.

Dieser Mönch sprach darüber, dass es das Größte in unserem Leben ist, wenn wir unsere Gabe im Dienst für andere anwenden. Als er das gesagt hat, wurde mein 18-jähriges Ich hypnotisiert. Und wenn ich heute zurückblicke, erkenne ich, dass ich mit 18 schöne Menschen kennengelernt habe, und auch reiche und berühmte Menschen, aber ich glaube nicht, dass ich jemanden getroffen habe, der wahrhaft glücklich war. Er war voller Freude. Er hatte einen Sinn und eine Bestimmung in seinem Leben. Ich habe angefangen, meine Ferien damit zu verbringen, von ihm zu lernen.

Als ich mit 21 oder 22 meinen Abschluss machte, habe ich als echter Mönch gelebt und gereist, durch Indien, Europa und England. Diese Zeit war so wertvoll für mich. Als ich nach drei Jahren diesen Weg verlassen habe, habe ich Studien gelesen, bei denen die Gehirne der Mönche untersucht wurden. Und alle wissenschaftlichen Studien über die Gehirne der Mönche belegen, dass Mönche die glücklichsten, ruhigsten und die freudigsten Gehirne auf dem Planeten haben. Warum dieses Buch also in Deutschland “Das Think Like a Monk-Prinzip” heißt, und “Think Like a Monk” in anderen Teilen der Welt, ist, weil ich will, dass alle den Zugang zu dieser Freude, diesem Glück, dieser Ruhe finden, die nur in ihrem Inneren existiert. Und auch, weil Mönche ihre Leben der Weisheit und der Beherrschung des Denkens widmen. Schauen wir uns das an, wofür du brennst.

Ich weiß, dass in Deutschland, und ich bin ein großer Fußballfan, Deutschland hat eine phänomenale Fußballmannschaft. Und vor Kurzem habe ich die Highlights aus dem Spiel München gegen Barcelona gesehen. Ich glaube nicht, dass das irgendwann vergessen sein wird.

Wenn du also Fußball lernen willst, dann solltest du zu deutschen Nationalspielern gehen, die super Spieler sind und die WM gewonnen haben. Dann willst du von ihnen Fußball lernen. Vielleicht willst du von Beyonce lernen, auf der Bühne zu stehen. Vielleicht willst du von Serena Williams lernen, Tennis zu spielen.

Wenn du das Denken verstehen willst, dann gibt es keinen besseren, als einen Mönch, weil sie ihr Leben dem Verständnis des Denkens widmen.

Laura

Es ist so schön. Ich danke dir so sehr. Ich möchte mit dir über eine spezielle, aber so wichtige Sache sprechen, die du erwähnt hast. Du hast gesagt, dass dein Ego dir sagte, “Nein! Geh da nicht hin und höre dem Mönch nicht zu. Was wird er mir schon beibringen?” Glaubst du, dass wir uns manchmal selbst im Wege stehen, weil wir Vorurteile gegenüber bestimmten Sachen haben? Und dann etwas nicht tun, obwohl es doch gut für uns wäre. Wie hast du es geschafft, doch dorthin zu gehen? Was hat dich dazu gebracht zu gehen, anstatt nicht zu gehen?

Jay

Ja, ich denke, dass das sehr natürlich ist, Bedenken gegenüber bestimmten Dingen zu haben, und zwar basierend auf unserem Hintergrund und unserer Erziehung. Basierend auf unserer Bildung. Es ist nicht falsch, Blockaden zu haben. Wir alle haben sie. Und es ist nicht schlimm, Blockaden zu haben, weil wir sie alle haben. Wir alle wachsen mit unterschiedlichen Kulturen, Grundlagen und Lebenswegen auf. Und all dies erschafft Blockaden und Grenzen. Doch wenn wir Erwachsen werden, haben wir die Wahl, welche Blockaden wir beibehalten und welche wir loslassen wollen. Ich bin in einer Gesellschaft aufgewachsen, in der Status auf dem beruflichen Erfolg basiert, oder auf dem Erfolg im akademischen Leben.

Und dieser Mönch hatte es witzigerweise. Er hatte einen unglaublichen Abschluss von einer der besten Unis in Indien. Doch er hat das alles aufgegeben. Das fand ich sehr beeindruckend. Doch mein Ego hat mein eigenes Wachstum blockiert. Ich denke, unser Ego blockiert uns oft, weil wir glauben, dass wir schon alles wüssten. Oder dass wir schon alles verstehen, was wir wissen müssen. Genau das ist die größte Herausforderung eines Lehrers oder Kommunikators, oder eines Erstellers von Inhalten.

Man muss sich ständig in Erinnerung rufen, dass man erst am Anfang steht. Dass man es nicht weiß. Und genau das ist ein sehr wichtiger Grund für mich, warum ich einen Podcast habe. Wenn ich Menschen im Podcast interviewe, dann bin ich der Schüler. Ich höre einfach zu und versuche sie nicht zu belehren, zu führen oder ihnen etwas zu zeigen. Ich versuche einfach, noch mehr vom Leben zu verstehen. Ich glaube, dass wir glauben, dass das Ego Zuversicht bedeutet. Doch tatsächlich blockiert uns das Ego, echte Zuversicht zu gewinnen. Denn die echte Zuversicht entsteht aus dem Verständnis vieler Perspektiven und Kulturen.

Das Einzige, das mich in jener Nacht dahin gebracht hat, war ein wenig Neugierde. Und das Wirkliche, was mich dorthin gebracht hat, waren meine Freunde. Und das ist diese uralte Weisheit, dass die Menschen, die uns umgeben, unsere Begleiter, uns anstecken. Sowohl Positivität als auch Negativität sind, laut Studien, ansteckend. Ich hatte also wirklich Glück, dass manche Menschen, mit denen ich mit 18 Zeit verbrachte, in diese Richtung gingen und so wurde ich… In Indien, in der Mönchs-Tradition, wird es als “im Fluss sein” beschrieben. Auch wenn du nicht in diese Richtung gehen willst, wird dich der Fluss in diese Richtung treiben. Gute Freunde, gute Menschen, gute Gesellschaft ist wie ein Fluss. Auch wenn du nicht gehen willst, du kannst nicht stehen bleiben. Sie schieben dich mit.

Laura

Das ist schön. Danke dir. Als du beschlossen hast, ein Mönch zu werden, und du sagtest, dass für dein familiäres Umfeld der akademische Hintergrund wichtig war und dein “Erfolg”, wie Erfolg in der Welt angesehen wird. Wie reagierte deine Familie, als du nach Hause kamst und sagtest: “Mama, Papa, ich werde Mönch!” Wie war ihre Reaktion? Wie lief dieses Gespräch?

Jay

Eine gute Frage! Ich habe es meinen Eltern gesagt, als ich den Mönch getroffen habe. Ziemlich direkt nachdem ich von meinem Indienbesuch zurückkam. Damals habe ich dort noch nicht gelebt. Ich sagte ihnen, dass ich Mönch werden will, aber sie glaubten mir nicht. Was soll schon ein 18 oder 19-Jähriger wissen. Und ich muss ehrlich sagen, meine Eltern sind wundervoll. Sie haben mich immer in all meinen Entscheidungen sehr unterstützt. Nicht weil sie es verstanden haben, sondern weil sie mir erlaubten, eine eigene Persönlichkeit zu werden.

Viele meiner guten Eigenschaften, wie Güte, kommen von meiner Mutter. Sie ist die selbstloseste Person, die ich kenne. Sie würde alles für mich tun und ist einfach großartig. Und mein Fokus, meine Bestimmtheit und meine Disziplin habe ich von meinem Vater. Er hat diese Energie. Auch meine Schwester war immer die liebevollste Person, die mich ich sein ließ. Meine nächsten Familienangehörigen waren okay damit.

Es war eher das weite Umfeld und die Community. Und sogar einige befreundete Kommilitonen sagten mir: “Jay, verstehst du, dass du einen Karriere-Selbstmord begehst? Verstehst du, dass du danach nie wieder einen Job bekommst? Verstehst du, dass du damit alles wegschmeißt? Und sollte es nicht funktionieren, dann wird es keinen anderen Weg geben.” Da war also dieser große Druck aus Meinungen und Erwartungen, und auch Verpflichtungen. Und nun… ich möchte, dass alle Zuhörer darüber nachdenken: Vielleicht willst du kein Mönch werden, aber meine Reise zum Mönchsein, ist die gleiche wie deine Reise zu deiner Bestimmung. Wenn du dich dafür entscheidest, deine Bestimmung zu leben, was tatsächlich ein rebellischer Akt ist. Mönch zu werden, ist ein rebellischer Akt. Wenn man die gesellschaftlichen Regeln bricht, oder die Regeln in deiner Gemeinschaft, die übrigens alle unausgesprochen sind, die gibt es nicht in ausgedruckter Form. Die existieren nur in unseren Köpfen. Wenn man diese Regeln bricht…. Wenn du da sitzt und etwas hörst, ob in Deutschland oder sonst irgendwo, und auf einmal denkst, “Ich will kein Ingenieur, sondern ein Künstler sein.” “Ich will kein Arzt, sondern ein Yogalehrer sein.” “Ich will kein Buchhalter, sondern ein Autor sein.” Meine Reise zum Mönchsein ist die gleiche, die du in deinem Leben unternehmen sollst. Meine Herausforderung lag also eher in meinem weiteren gesellschaftlichen Umfeld und nicht unbedingt direkt bei meinen Eltern. Doch ich war so überzeugt, und ich habe es in diesen Sommerferien ausprobiert und gekostet. Es war nur ein kurzer Besuch von zwei Wochen oder einem Monat, eine kleine Auszeit, doch ich bin dort so versunken, dass ich davon überzeugt war, dass es richtig war. Und genau das ist die wichtigste Lektion.

Du kannst den Schritt nicht gehen, und wissen, dass es das Richtige für dich ist, ohne es ausprobiert, erlebt und sich darin versunken zu haben. Wenn du Yogalehrer werden willst, und noch nicht bei einem Yoga-Monatsretreat warst, dann wirst du es nicht wissen. Wenn du Coach werden willst, aber noch nie eins zu eins gecoacht hast, dann kannst du es nicht wissen. Und wenn du Autor werden willst, aber noch nie ein Buch geschrieben hast, dann kannst du es nicht wissen. Die meisten von uns versuchen, herauszufinden, wer wir sind, in unseren Köpfen, wo doch der Prozess eher in unseren Händen stattfindet, indem wir etwas tun.

Laura

Das ist schön! Danke, dass du es teilst. Es ist so ein wichtiger Punkt, denn manchmal malen wir uns die Welt in unseren Köpfen aus, und glauben, dass es schön wäre, aber wenn du man es nicht erlebt, dann kann man es nicht wissen. Also… Deine Familie… Ich möchte ganz kurz darauf zurückkommen. Ist deine Familie sehr spirituell? Oder war Spiritualität etwas, was du für dich selbst entdeckt hast, als du ein Mönch warst?

Jay

Ja, ich würde sagen, dass meine Eltern religiöse Bräuche einhielten. Sie beteten und führten Rituale durch, aber es wurde uns weder völlig erklärt noch wurde es verstanden. Als ich zehn war, tauchte mein Vater tief in die Spiritualität ein, und begab sich auf seine eigene spirituelle Suche. Das öffnete auch mir die Tür, um mich selbst zu finden. Und meine Mutter ist ein wahrer Engel. Sie fand zur Spiritualität durch mich und nach mir. Doch sie hatte es bereits in sich drin. Das gleiche mit meiner Schwester. Sie fand dazu gleichzeitig mit mir. Also ja, meine Familie ist heute extrem spirituell, und ist viel disziplinierter und besser darin, als ich. Sie sind sehr spirituell und einfach wundervolle Menschen, sie alle befinden sich auf ihren Reisen, aber sie tragen es in sich. Vor allem meine Mutter, sie trug es bereits in sich. Sie musste nur noch mit dem Weg verbunden werden und ein wenig besser verstehen. Also, ja! Das sind sie.

Laura

Das ist schön! Wie definierst du Spiritualität?

Jay

Meine Definition von Spiritualität ist das tiefst mögliche Verständnis von uns selbst. Über unser Denken, unseren Körper und unser Ego hinaus. Die Erkenntnis des Bewusstseins und der Seele, das in uns allen existiert. Und gleichzeitig sich der göttlichen Quelle wirklich bewusst zu sein, der höheren Kraft und Energie, die existiert, die alles um uns herum umhüllt. Spiritualität ist ein Weg, der uns mit diesem höheren Bewusstsein verbindet. Spiritualität ist ein Weg, es ist ein Prozess. Es ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, genau das ist Spiritualität. Es ist der Prozess der dich nicht nur mit deinem tieferen Selbst verbindet, sondern auch mit der höheren Quelle.

Laura

So schön. Ich liebe es. Danke dir! Du hast es so schön gesagt, dass Spiritualität ein Weg ist. Es ist etwas, was du tust, es ist etwas, was du durchläufst und dabei bestimmte Erfahrungen sammelst. Das ist schön. Und du hast auch so schön gesagt, dass in deiner Familie alle spirituell sind, aber alle auf ihre eigene Art und Weise. Dass es nicht nur diese eine Spiritualität gibt, die für alle gleich ist, sondern, wenn ich dich richtig verstanden habe, ist sie zwar für alle gleich, aber doch unterschiedlich in der Art, wie jeder sie auslebt.

Jay

Ja! Laura, ich möchte dir sagen, was für eine gute Zuhörerin du bist.

Laura

Danke!

Jay

Ich bin wirklich beeindruckt. Und ich sage es nicht einfach nur so. Ich fühle mich mit dir so präsent. Und sogar meine… Die Art, wie ich es heute hier teile, ich bin dabei so glücklich, weil ich in dem Tempo spreche, in dem ich gerne spreche, und das dank dir und deiner Energie.

Laura

Ich danke dir so sehr!

Jay

Ich danke dir dafür! Das wollte ich nur eben gesagt haben.

Doch du hast recht, ich glaube nicht, dass Menschen die Spiritualität auf die gleiche Weise finden und ausüben. Was ich damit meine, ist, dass die Prinzipien und die Tools, und Philosophien und Praktiken ziemlich gleich für alle sind. Wenn wir das wirklich wollen. Doch die Art und Weise wie Spiritualität ausgedrückt wird, ist sehr unterschiedlich. Wenn wir wieder zur Sport-Analogie zurückgehen, wird jeder auf diesem Fußballfeld ein Fußballspieler sein. Doch sie alle drücken es anders aus. Der eine ist Abwehrspieler, der andere Stürmer oder Mittelfeldspieler. Und das kann man auf alles anwenden, ob Theater, Tanz oder Musik. Es gibt Bratschisten und Klarinettisten, es gibt Geigenspieler. Jeder ist Musiker, doch jeder drückt die Musik anders aus. Und so funktioniert auch die Seele. Die Seele ist individuell. Dein Ausdruck der Spiritualität wird anders sein, als meiner. Auch wenn der Weg und die Praxis ähnlich sind.

Laura

Das ist schön! Ich weiß tatsächlich nicht mehr, von wem dieses Zitat ist. Ich weiß nicht mal, ob es ein Zitat ist, aber es geht darum, dass das Universum, wie ein Vers, also wie ein Lied ist, und wir alle singen unser eigenes Lied, aber alles zusammen singen wir das Uni-Versum. Wie ein Lied, das wir gemeinsam…

Jay

Ich liebe es!

Laura

Wie eine Symphonie. Und gemeinsam singen wir alle das Uni-Versum. Das ist ein schönes Bild, das man sich vorstellen kann, wie alles miteinander verbunden ist.

Jay

Das ist so cool! Moment, ich muss meine Beinstellung wechseln. Das habe ich noch nie gehört, aber das ist total schön. Ich liebe es. Und tatsächlich passt es sinngemäß sehr dazu, wie ich im Buch über den Dienst spreche. Ich spreche darüber, dass der einzige Weg…

Um es mit deinen Worten auszudrücken: Der einzige Weg, um sich wirklich mit dem Uni-Versum zu verbinden, wie du es durch dieses Zitat ausgedrückt hast, das ich zum ersten Mal gehört habe… Der einzige Weg, damit wirklich in Einklang zu sein, ist, das zu tun, was auch das Universum immer tut. Im Buch spreche ich darüber, dass einem Mönch beigebracht wird, dass das Universum immer im Dienst agiert. Wenn wir uns die Bäume anschauen, dann geben sie immer Schatten, sie geben Früchte, und sie blühen. Das Wasser fließt immer und verleiht uns die Quelle der Energie. Es gibt genug Sauerstoff für alle Lebewesen auf diesem Planeten. Das Universum denkt immer daran, allen zu dienen. Der einzige Weg, um mit diesem Uni-Versum in Einklang zu sein, ein Uni-Stück zu sein, führt durch den Dienst. Wenn du dienst, dann bist du im vollkommenen Einklang mit dem Universum. Denn genau das ist das Universum.

Laura

Ja, das ist schön. Ich möchte eine Sache hinzufügen, weil ich gerade ein Buch gelesen habe von einem Deutschen namens Peter Wohlleben. Er hat ein Buch über Wälder und Bäume geschrieben. Er untersucht Bäume und fand heraus, und das ist wirklich unfassbar, dass Bäume durch ihre Wurzeln kleine Bäume ernähren, als würde eine Mutter ihr Baby füttern, geben Bäume Zucker durch ihre Wurzeln an kleine Bäume weiter, die keine Sonne abbekommen. Und sie haben auch eine Art Internet, durch Pilze, die Informationen im Wald weiterleiten. Es ist echt verrückt, wie das alles verbunden ist. Allein das ist schon… Und dann behauptet man, es gäbe keinen Gott!

Jay

Absolut!

Laura

Ich habe noch eine Frage bezüglich des spirituellen Weges. Viele Zuhörer befinden sich auf ihrem eigenen spirituellen Weg. Wahrscheinlich sind die meisten Frauen, die gerade zuhören, auch Männer, aber die meisten sind Frauen. Und diese Frage wird mir so oft gestellt!

„Laura, ich bin so begeistert über mein eigenes spirituelles Erwachen, über alles, was ich über mich lerne, doch mein Partner ist überhaupt nicht daran interessiert und verurteilt vielleicht sogar meine Spiritualität.“

Aus deiner eigenen Erfahrung, was kannst du tun, wenn du so begeistert von etwas bist. Wir alle kennen es, wenn wir etwas Spannendes herausfinden, dann wollen wir es allen erzählen. Und vor allem in Beziehungen ist es manchmal schwierig. Oder mit den Eltern, wenn sie nicht… einverstanden sind oder das, was du tust, verurteilen. Wie sollen wir damit umgehen?

Jay

Das Erste was man machen sollte, ist, sich daran erinnern, dass du auch in dieser Phase warst. Auch in deinem Leben wird es Zeiten gegeben haben, in denen, auch wenn du nicht negativ gegenüber Spiritualität eingestellt warst, warst du vielleicht nicht proaktiv. Erinnere dich daran, wie dir jemand zum ersten Mal ein Buch empfohlen hat. Wie dich jemand zum ersten Mal zu einem Kurs oder Seminar eingeladen hat. Erinnere dich an deine erste Yoga- oder Meditationseinheit. Erinnere dich an das allererste Mal, als du damit in Kontakt gekommen bist. Und wie du reagiert hast. Und schau, wie anders es im Vergleich zu heute ist. Und dieses Mitgefühl, das wir für andere benötigen, und weil wir gerade diesen Durchbruch erlebt haben, in dieser Erkenntnis, in diesem Augenblick, heißt nicht, dass auch alle anderen um uns herum gleichzeitig dasselbe in gleicher Weise erlebt haben.

Das Erste ist also die Schaffung des Mitgefühls in unseren Leben. Sowohl für uns, als auch für andere. Ich persönlich… Ich erinnere mich an diesen Tag, als ich den Mönch verurteilt habe. Als ich dachte, dass er mir nichts beibringen kann. Das ist mein Anker des Mitgefühls, wenn ich fühle, dass jemand mich nicht versteht.

Meine Mitgefühls-Toleranz ist ziemlich hoch, weil ich weiß, dass ich die gleichen Fehler gemacht habe. Und auch wenn du nicht die gleichen Fehler gemacht hast, erkenne, dass du Glück hattest, diese anderen Erfahrungen gemacht zu haben, die dich schneller dahin gebracht haben. Das ist das eine. Dieses Mitgefühl macht uns klar, dass wir weder über noch vor einem sind. Das Mitgefühl macht uns deutlich, dass jeder auf seiner eigenen Reise ist. Sobald du das Gefühl hast, dass du es weißt, und jemand es nicht weiß, wird diese Beziehung nicht funktionieren. Das wird diesem Prozess nicht helfen. Das Zweite, was man sich fragen sollte, ist: Wer ist der Geeignetste, um diese Botschaft an diese Person heranzutragen, in diesem Moment.

Laura

Das ist super! Ich liebe es!

Jay

Ja! Vielleicht bist du es nicht. Vielleicht bist du es nicht, denn manchmal ist es am schwierigsten, die Spiritualität unseren Liebsten nahezubringen. Denn sie sehen all unsere Fehler und all unsere Unvollkommenheiten, all unsere wütenden Momente oder unsere traurigen und bösen Momente. Dann ist es schwierig. Denk darüber nach, wen man dieser Person vorstellen könnte, die sie inspirieren könnte. Vielleicht liebt mein Partner Sport, und es gibt einen Motivationscoach, der über Sport und Spiritualität spricht. Vielleicht wäre er die richtige Person. Vielleicht liebt mein Partner Fotografie, und vielleicht gibt es einen spirituellen Fotografen, der ihn wirklich anspricht. Wie bringst du ihn mit jemandem zusammen, der ihn wirklich anspricht? Nicht auf eine manipulative oder heimliche Art und Weise, sondern indem man diesem Menschen nicht mehr im Wege steht. Wir wollen nämlich manchmal genau dieser Mensch sein, doch meistens sind wir nicht dieser Mensch.

Und das Dritte, das wirklich wichtig ist, ist jemanden dort zu treffen, wo er sich gerade befindet. Die Menschen können nur die nächste Stufe ihrer Entwicklung erreichen, und nicht die nächste Stufe deiner Entwicklung. Wenn du gerade ein Doktorat in Mathematik machst, und du versuchst mir und Laura, Mathe beizubringen. Laura, bist du Doktor in Mathematik? Wahrscheinlich nicht. Wenn wir mit einem Doktor in Mathematik sprechen würden, und er würde sich mit uns auf seiner Ebene über Mathe unterhalten, dann wären wir beide einfach verloren. Doch wenn sie einfach nur über das Kuchendiagramm oder Algebra sprechen würden… Oder über Pythagoras…

Laura

Über eins plus eins. Fangen wir doch lieber da an.

Jay

Dann versteht man das auch! Wir können nicht mit allen Menschen darüber reden, was uns gerade beschäftigt. Dafür müssen wir eine andere Community finden. Ich coache sehr viele junge Männer, die in Beziehungen sind. Und ich spreche auch mit Frauen, die auch in Beziehungen sind. Sowohl Frauen als auch Männer sagen mir, “Ich kann keine guten philosophischen Gespräche mit meinem Partner führen.” Oder spirituelle Gespräche. Dann sage ich, dass es manchmal nicht die Rolle des Partners ist, das beste spirituelle Gespräch zu führen. Das kannst du in deiner Gruppe und Community erschaffen. Die Rolle deines Partners ist, dein spirituelles Wachstum zu unterstützen.

Ich glaube, dass das ein sehr wichtiger Punkt ist. Gemeinsam spirituell sein, heißt nicht alles zusammen spirituell zu machen. Das heißt, dass du ihn im Wachstum auf seiner Reise unterstützt, und er dich auf deiner. Wenn du aber Negativität erntest, oder herablassende Worte zu hören bekommst, oder emotionalen Missbrauch erfährst, dann ist es deine Entscheidung, wie viel du tolerieren und akzeptieren willst, bevor du keine Zukunft mehr siehst. Stattdessen verstehen, dass es ein guter Mensch ist, dass er sich um mich sorgt und mich liebt. Dass er diesen Teil meines Lebens nicht versteht, aber wenn er vielleicht diese Veränderung in mir sieht, und erkennt, dass ich nicht so aufdringlich damit bin, dann kommen sie in ihrer eigenen Zeit zu mir. Und irgendjemanden dorthin zu zwingen, ist wahrscheinlich der schlechteste Weg dorthin.

Laura

Danke! Es ist so toll und hilfreich. Und es gibt ein paar Punkte, auf die ich gerne eingehen würde, weil sie sehr wichtig sind. Du hast vom Mitgefühl gesprochen. Und in dieser spirituellen Blase gibt es manchmal ein Missverständnis, dass Spiritualität Leichtigkeit und Licht bedeutet, als würdest du durch das Universum fließen. Doch was ich gelernt habe, in meiner Beziehung und ich habe auch einen kleinen Sohn, ist das zu leben, was du lernst. Das man es im Alltag lebt. Wie, zum Beispiel, das Mitgefühl praktizieren. Das ist manchmal schwierig, aber genau dann bist du spirituell. Wenn du es wirklich anfängst, zu leben. Und es ist einfach, spirituell zu sein, wenn du auf deinem Meditationskissen sitzt. Wenn alles schön und einfach ist. Doch ich glaube, dass die wahre Spiritualität im Alltag passiert. Vor allem, wenn es schwierig ist. Und den anderen nicht zu verurteilen, sondern mit dem Herzen und der anderen Person verbunden zu bleiben. Das fand ich sehr interessant, dass du es gesagt hast.

Jay

Du hast mich gerade daran erinnert, dass es wichtig ist, daran zu denken, dass Spiritualität dich nicht besser fühlen lassen soll. Es sollte dich tiefer fühlen lassen. Das ist sehr wichtig! Spirituell sein macht dich nicht besser als andere. Oder höher als andere, Oder verwirklichter als andere. Denn sobald du dich verwirklichter oder besser fühlst, bekämpft es die Spiritualität an sich. Allein das Verständnis dafür, dass diese Seele auf ihrem eigenen Weg ist, dass es meine Pflicht ist, wenn wir uns lieben, ihr auf diesem Weg zu helfen. Doch mach dir Gedanken darüber, wer der Richtige wäre, und wann die richtige Zeit. Was wäre der richtige Weg? Wo wäre der richtige Ort? Das macht eine spirituelle Person. Sie nimmt bewusst wahr, wie die Umgebung ist.

Es ist wie das Anbauen einer Pflanze. Vielleicht willst du in deinem Garten eine Pflanze pflanzen, aber wenn du sie am falschen Ort pflanzt und sie nicht richtig gießt, wenn sie keine Sonne abkriegt, dann wächst sie nicht. Das Gleiche gilt für die Weitergabe der Spiritualität. Wenn du es nicht bewusst tust, genau wie bei einer Pflanze, dann wird diese Pflanze sehr früh sterben. Ohne eine Chance zu haben.

Laura

Diese Metapher ist so schön. Denn ich glaube, dass Menschen manchmal neben dieser Pflanze sitzen, und sie die ganze Zeit verurteilen. Warum wächst du nicht schneller? Warum siehst du so anders aus? Dabei sitzen sie nur mit verschränkten Armen da, und ärgern sich über diese Pflanze, die natürlich deshalb sagt: “Hau doch ab!” Weißt du was ich meine…

Dieses Bild hilft sehr, um stattdessen der Pflanze das zu geben, was sie braucht. Und nicht das zu wollen, was du von der Pflanze erwartest.

Jay

Absolut!

Laura

Das ist wirklich schön. Ich habe noch eine Frage. Ich habe auch Bücher geschrieben, und ich denke, dass es ein sehr schwieriger Prozess ist. Es ist eine große Herausforderung, vor allem, wenn es das erste Buch ist. Ich weiß, dass viele Zuhörer auch ihre… das was du am Anfang gesagt hast, sie haben ihren eigenen Mönch. Also den Weg, den sie gehen wollen, und… Wie war der Anfang, als du mit dem Schreiben angefangen hast, hattest du Zweifel, ob du es machen kannst? Und wie bist du damit umgegangen?

Jay

Ja, ich habe vier Jahre lang darüber nachgedacht, ein Buch zu schreiben. Was ich versuche, ist den Samen einer Idee viel früher einzupflanzen, als ich das Wachstum erwarte. Ich fange immer früh an, über Sachen nachzudenken. Und lasse sie dann natürlich wachsen und gedeihen. Und mit der Zeit habe ich tatsächlich angefangen, zu schreiben, als ich gespürt habe, dass ich am richtigen Ort dafür bin. Doch die Herausforderung bei diesem Buch lag darin, Geschichte, Wissenschaft und Strategien zusammenzubringen, für die persönliche Transformation.

Wenn du also das Buch liest, dann hörst du nicht nur meine Reise, einige Mönchsgeschichten und eine Weisheit. Du findest mehrere uralte Weisheiten aus vielen Traditionen und viele Wege. Du siehst den Beweis anhand der Wissenschaft, dass es funktioniert. Dadurch kannst du sehr gebildet darüber sprechen. Du kannst erklären, wie es sich auf den Verstand auswirkt. Gleichzeitig findest du dort viele Tools, Übungen, Techniken und Anwendungen, mit Sachen, die du täglich tun kannst. Wir haben tolle Forschungen gemacht, um die Wissenschaft dahinter zu bestimmen. Es war uns sehr wichtig, dieses Puzzle effektiv zusammenzustellen. Denn ich glaube daran, dass unser Verstand drei Sachen zur Transformation braucht. Wir brauchen Geschichten, die inspirieren. Wir brauchen die Wissenschaft, die es uns glauben lässt. Und wir brauchen Strategien, um es tatsächlich anzuwenden.

Das Schwierigste und Herausforderndste mit dem Buch war, dieses Puzzle so zusammenzustellen, dass von allem die perfekte Menge drin ist.

Laura

Es ist schön. Du hast dir also selbst die Zeit gegeben, dich in dieses Buch hineinzuentwickeln, damit es aus dir herauskommen kann. Du hast dir selbst die Zeit gegeben. Das ist wirklich gut!

Es gibt eine… Ich weiß nicht, ob ich sie jetzt finde… Aber es gibt diese eine Grafik im Buch… Ich suche, während ich spreche… Hoffentlich finde ich sie jetzt… Es geht darum, wie wir unsere Leidenschaft finden und unser Dharma leben. Ich glaube darum geht es dabei.

Jay

Ja.

Laura

Vielleicht kannst du… Ist es Kapitel 5? Vielleicht ist es auf Deutsch eine andere Seite… Ich hoffe, dass ich es finde… Könntest du uns ein wenig darüber erzählen, was Dharma ist und wie wir es finden. Es ist ähnlich wie das, worüber wir schon am Anfang gesprochen haben. Ich weiß nur, dass sehr viele Menschen versuchen, ihr Dharma zu finden und zu leben. Doch sie haben so viel Angst, das passiert sehr oft. Sie haben Angst davor, verurteilt zu werden. Und davor habe ich nur noch eine Frage. Ich habe nämlich gelesen, deine Vision war, dieses spirituelle Wissen viral gehen zu lassen, damit viele Menschen damit in Kontakt kommen.

Du hast auch versucht, mit Medienunternehmen zusammenzuarbeiten, bevor du deinen eigenen Weg gegangen bist, und sie haben dich abgewiesen. Heute fassen sie sich wahrscheinlich an den Kopf. Es ist eh das Beste, was passieren konnte, denn sonst wäre es nicht so gekommen, wie es kam. Aber wie bist du damals mit dieser Absage umgegangen? Denn das ist, glaube ich, ein wichtiger Teil, wenn man sein Dharma lebt. Dazu gehört auch der Umgang mit Absagen.

Und während du sprichst, suche ich nach der Grafik.

Jay

Ich war in der korporativen Welt und hatte einen sicheren korporativen Job. Ich habe von 9 bis 20 Uhr gearbeitet. Und es war gut. Meine gute Karriere ging in die richtige Richtung. Ich bin mir sicher, dass es vielen so geht. Aber ich war weder befriedigt, noch erfüllt. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich meinen Zweck lebte, aber, dass ich lernte. Und das ist ein sehr wichtiger Aspekt. Wenn es dir dort nicht gefällt, wo du bist, dann frage dich, wie du daraus lernen kannst. Denn, wenn du daraus lernst, dann wirst du es nicht nur mögen, sondern lieben. Denn das wirst du dann als Teil deiner Reise ansehen. Ich habe mir so Vieles aus der korporativen Welt angeeignet, das so wesentlich für meine heutige Arbeit ist. Wenn ich aus dieser Erfahrung nicht gelernt hätte, dann wäre ich nicht dort, wo ich heute bin. Das ist der erste wichtige Teil.

Das Zweite ist: Als diese Idee zu mir kam, habe ich viel mit anderen Menschen und Medienunternehmen über meine Idee gesprochen. Ich habe diese Idee nur vorgestellt, ohne etwas erschaffen zu haben. Meine Idee wurde von zehn Medienunternehmen in London abgewiesen. Das hat wirklich mein Herz gebrochen, denn ich war mit voller Leidenschaft dabei. Und darum geht es. Leidenschaft allein ist nicht genug. Ich habe es dann also drei bekannten Medienmanagern vorgestellt. Einer sagte mir, ich wäre zu alt. Der andere sagte mir… Und ich war damals 28 Jahre alt. Er sagte ich wäre zu alt dafür, weil das nur 21 Jährige interessiert. Der andere sagte, ich wäre zu unterqualifiziert, und hätte nicht die richtige Ausbildung.

Der dritte fragte, warum ich dieses Risiko eingehen und nicht im sicheren Job bleiben wollte. Ich wurde also wieder mit Abweisung konfrontiert. Und es war wieder so schmerzhaft, damit fertig zu werden, denn ich war voller Leidenschaft, aber das ist einfach nicht genug. Und so habe ich etwas sehr Wichtiges verstanden. Es ist ein schönes Zitat von Thomas Edison. Er sagte, dass wenn du glaubst alle Optionen ausgeschöpft zu haben, dann erinnere dich daran, dass du es nicht getan hast. Dieses Zitat von Thomas Edison war zu dieser Zeit so kraftvoll für mich. Weil ich an jeder Tür geklopft habe. Ich habe versucht jede Tür zu öffnen und jede Tür wurde vor mir zugeschlagen. Aber ich musste daran glauben, dass ich einfach noch nicht den richtigen Weg gefunden habe.

Am Ende hatte ich keine Optionen mehr, außer einen Social Media Kanal zu starten. Und ich habe nicht geglaubt, dass es funktionieren wird. Ehrlich! Hand aufs Herz. Ich habe es wirklich nicht geglaubt. Das funktioniert für Justin Bieber und sonst für niemanden. Das wird für mich definitiv nicht laufen. Aber da ich keine Optionen mehr hatte, muss ich es ausprobieren. Und das habe ich verstanden. Deine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, ist besser, als sie zu verteidigen.

Wir sprechen oft von unseren Fähigkeiten und versuchen unser Wissen zu verteidigen, anstatt unser Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Ich konnte mit diesen Medienunternehmen den ganzen Tag lang über meine Visionen zu meinen Videos sprechen und wie sie aussehen und klingen werden. Aber erst, als ich angefangen habe sie zu machen und zu erschaffen, konnten sie es auch sehen. Auf einmal konnte jeder sehen, ob es funktionieren könnte oder nicht. Leidenschaft ist nicht genug. In meinem Buch spreche ich also über das Prinzip namens Dharma. Dharma bedeutet übersetzt die ewige Bestimmung oder das dir innewohnende Potenzial. Deine natürliche Neigung.

Bestimmung oder Dharma, es ist eine Gleichung… Bestimmung oder Dharma ist gleich Leidenschaft plus Stärke plus Mitgefühl. Und im Buch findest du einen Fragebogen mit 33 Fragen, die dir tatsächlich dabei helfen, dein Dharma zu finden und es besser zu verstehen. Ich breche das kurz runter und vereinfache es für das Interview. Leidenschaft, Stärke und Mitgefühl.

Frage dich als Erstes: Was ist meine Leidenschaft? Und es kann sein, dass du es bereits weißt. Wahrscheinlich weißt du schon ungefähr, was dir gefällt. Aber du hast noch Angst vor diesem Sprung in deine Leidenschaft. Und der Grund für deine Angst, ist die Tatsache, dass du noch nicht an deiner Stärke gearbeitet hast. Stärke gibt dir Selbstvertrauen. Fußball ist meine Leidenschaft. Ich liebe es zu spielen, ich liebe diesen Sport. Ich habe es schon drei Mal in diesem Interview erwähnt. Und die Leute denken sich bestimmt, “Jay, echt jetzt?” Aber ich erwähne es immer wieder, weil Fußball meine Leidenschaft ist. Doch ich habe nicht das Verlangen, wirklich gut darin zu werden. Ich habe nicht die Absicht, es zu meiner Stärke zu machen. Deshalb blieb es ein Hobby in meinem Leben.

Doch als ich Kommunikator werden und Inhalte kreieren wollte, habe ich mir selbst die Videobearbeitung beigebracht. Ich kam jeden Abend gegen 20 oder 21 Uhr nach Hause, und habe von 21 bis 2 Uhr nachts das Bearbeiten gelernt. Ich habe täglich fünf Stunden lang an fünf Tagen der Woche gelernt, ein fünf Minuten Video zu bearbeiten, um wöchentlich ein Video zu veröffentlichen, weil ich niemanden dafür bezahlen konnte. Doch da ich nicht wusste, wie man das macht, musste ich es mir beibringen. Und ich war fest entschlossen. Gleichzeitig war ich im Alter von 11 bis 18 Jahren an einer Rhetorik und Theaterschule, wozu mich meine Eltern gezwungen haben. Dafür bin ich so dankbar. Denn ich habe so viel über die Kommunikation gelernt. Und ich bin so dankbar, dass ich ein Mönch geworden bin. Denn dabei habe ich die Weisheit gelernt, die ich teilen möchte. Doch es muss eben zu einer Stärke werden. Es kann nicht nur eine Leidenschaft sein. Man muss daran arbeiten.

Willst du Schriftsteller werden? Dann nimm Schreibunterricht, Lies gute Bücher und analysiere sie. Wenn du bester Yogalehrer werden willst, dann lerne von Yogalehrern, lerne alle Asanas und übe sie täglich. Es wird dich verpflichten, es durchzuziehen. Und das letzte Stück der Bestimmung, das wirklich wichtig ist, ist das Mitgefühl. Menschen suchen nach ihrer Leidenschaft, doch wir müssen auch nach diesem Teil suchen, Denn unser Mitgefühl ist, wenn wir unsere Leidenschaft und Stärke, im Dienst für andere anwenden. Wenn du deine Leidenschaft und deine Stärke anwendest, um anderen zu helfen, entsteht deine Bestimmung. Und dieses allerletzte Stück wirst du vielleicht erfolgreich und machst viel Geld, vielleicht wirst du berühmt, aber du wirst keine Freude im Herzen verspüren. Weil wir auf den Dienst eingestellt wurden. Und tatsächlich muss man etwas tun, wofür man brennt und worin man stark ist, weil man ansonsten niemandem dienen kann. Das ist Bestimmung und Dharma. Und im Buch gehe ich ein ganzes Kapitel lang tief darauf ein.

Laura

Danke dir, dass du es mit uns teilst. Ich habe noch zwei letzte Fragen und dann lass ich dich in deinen Tag gehen. Die vorletzte Frage ist: In meinem Leben spielt die Vergebung eine der wichtigsten Rollen auf meinem eigenen spirituellen Weg. Gab es in deinem Leben etwas, was du vergeben musstest und wie hast du es gemacht?

Jay

Ich glaube, dass das Größte, was ich in meinem Leben vergeben musste, ich selbst war. Denn ich glaube, dass ich sehr lange… Als Teenager habe ich viele Fehler gemacht. Ich hatte immer ein gutes Herz, aber ich wollte cool sein. Ich wollte hineinpassen. Darüber spreche ich auch im Buch, über meine Fehler. Ich… Ich habe mich lange für meine Fehler verurteilt. Und… Und ich mache so viele Fehler heute noch. Ich glaube, dass die Person, der wir am meisten vergeben sollen, wir selbst sind. Sich vergeben bedeutet nicht, dass man einfach weitermacht, als wäre nichts passiert. Darum geht es nicht. Es ist ein tiefer Heilungsprozess, indem man sagt: “Ich weiß, ich muss daran arbeiten. Ich weiß, dass der Weg lang sein wird. Ich weiß, dass ich nicht perfekt bin. Aber ich versuche es.” Das bedeutet, sich selbst zu vergeben. Es ist, alles an sich zu akzeptieren, alle Fehler zu kennen, und trotzdem zu sagen: “Ich bin bei dir!” Genauso wie du es zu einem Freund sagen würdest.

Wenn du jemanden liebst, dann sagst du ihm: “Ich weiß, dass du gerade Probleme und Herausforderungen hast, aber ich bin bei dir!” Und das musste ich wirklich immer wieder machen, weil das Denken dich manchmal so austricksen kann, und dich selbst schlecht fühlen lassen kann. Und der beste Weg, sich selbst zu vergeben ist, zu versuchen, die Fehler nicht zu wiederholen. Du kannst den Fehler ein oder mehrere Male machen, aber du versuchst es zu limitieren mit der Zeit. Ich habe in meinem Leben so viele Fehler begangen. Aber ich versuche, mich immer zu verbessern. Aber ich bin ein Mensch und nicht perfekt, und ich werde weiterhin Fehler machen, aber ich vergebe mir dafür. Das war wahrscheinlich das Größte, das ich vergeben musste.

Laura

Danke dir. Es ist schön. Die letzte Frage kennst du wahrscheinlich aus dem Podcast von Lewis, von unserem Freund.

Stell dir vor, es ist der letzte Tag deines Lebens. Du hattest ein schönes Leben, doch es gab einen technischen Fehler, und all deine Videos und alles von dir ist weg, leider. Und ich würde zu dir kommen und dir ein weißes Blatt Papier und einen Stift geben und dir sagen: “Jay, du kannst hier drei deiner Weisheiten aufschreiben, die du der Welt hinterlassen willst.” Was würdest du aufschreiben?

Jay

Das Erste ist von Picasso. Und Pablo Picasso sagte: “Der Sinn des Lebens besteht darin, deine Gabe zu finden. Und die Bestimmung deines Lebens ist, sie zu verschenken.” Diese Aussage beschreibt absolut perfekt den Sinn und die Bestimmung des Lebens. Das wäre das eine.

Das Zweite wäre eine Aussage von Albert Einstein. Einstein sagte: “Jeder ist ein Genie! Aber wenn du einen Fisch danach beurteilst, ob er auf einen Baum klettern kann, wird er sein ganzes Leben glauben, dass er dumm ist.” Ich will, dass sich Menschen daran erinnern, dass sie nicht Vogel, Biene und Löwe sein müssen. Sie müssen auch nicht Fisch, Bär und Tiger sein. Du musst nicht Zebra, Bär und Giraffe sein. Sei einfach du. Sei einfach du! Versuche nicht, jemand anderes zu sein.

Und die dritte und letzte Botschaft, die ich den Menschen hinterlassen würde, wird von… Die dritte und letzte Botschaft, die ich aufschreiben würde, wäre von Martin Luther King. Er hat mal Folgendes gesagt: “Jene, die den Frieden lieben, müssen lernen, sich genauso effektiv zu organisieren, wie jene, die den Krieg lieben.” Dieser Teil ist genau jetzt sehr wichtig in unserer Welt. Denn wenn wir in die Spiritualität und Liebe gehen, dann glaubt man sehr schnell, dass es alles nur Friede und Freude ist. Und manchmal ziehe ich dafür sogar Negativität an. Doch ich glaube, dass Ehrlichkeit und Strategie zusammenarbeiten müssen. Dass Spiritualität und Fokus zusammenarbeiten müssen. Dass Kreativität, Mitgefühl und Mut zusammengehören. Lasst die Liebe nicht dadurch schwächen, dass wir uns nicht fokussieren und nicht organisieren. Gehen wir es strategisch an, die Liebe weltweit zu teilen. Wenn ich strategisch sage, dann spreche ich nicht von Manipulation oder Technik. Ich spreche über Organisation. Sich einfach organisieren. Denn genau das braucht es, wenn wir die Welt mit Liebe überfluten wollen.

Laura

Ich danke dir so sehr. Jay, ich danke dir so sehr für dieses schöne und inspirierende Gespräch. Es hat so viel Spaß gemacht und ich bin einfach… Du bist toll! Für alle, die zuhören, das Buch ist bereits raus. “Das Think like a Monk-Prinzip” Lest es. Ich habe es heute gelesen und es ist wirklich… Es ist wirklich ein dickes Buch. Ich habe heute gedacht, “Wow, das sind viele Seiten!” Und es ist toll!

Jay

Ich habe hier die Version auf Englisch, die deutsche sieht dicker aus.

Laura

Wir haben viele Wörter. Es ist wirklich ein tolles Buch und ich möchte dich dafür anerkennen, aus der Tiefe meines Herzens, dass du Spiritualität und persönliche Weiterentwicklung so auf die Erde bringst. Sie so zugänglich für so viele Menschen machst. Ich bin wirklich dankbar für deine Arbeit. Und auch für all die schwierigen Momente, die du sicherlich in deinem Leben hattest. Dass du sie gemeistert hast und nun das tust, was du tust. Danke, und ich wünsche dir nur das Beste im Leben. Bleib gesund, glücklich und voller Zuversicht, damit wir noch mehr von dir hören. Ich danke dir so sehr!

Jay

Laura, du bist so wundervoll. Und ich sage es nicht einfach nur so. Ich habe schon so viele Interviews gegeben und sie alle waren auf ihre Weise besonders, und jedes war auf seine eigene Weise anders. Manche Interviews im TV dauern vier Minuten lang. Oder sieben Minuten lang im nationalen Fernsehen. Wir sprechen schon seit fast einer Stunde. Hier kann ich in einem anderen Tempo, im anderen Raum sein. Ich möchte dir dafür danken, dass du heute den Raum für uns hältst. Du hast heute wirklich die Energie für das Interview erschaffen. Ich war nämlich so beschäftigt, und sobald ich hierher gekommen bin, habe ich in einem Tempo gesprochen, gelebt und geteilt, das ich am liebsten mag. Das ist, ganz ehrlich, dein Verdienst. Sogar der Ton meiner Stimme ist genauso, wie ich ihn in meinem Herzen mag. Ich war das ganze Gespräch lang in meinem Herzen. Und zwar deinetwegen. Ich würde diese Folge gerne als eine meiner Freitagsfolgen in meinem Podcast veröffentlichen. Wenn es okay für dich ist!

Laura

Das wäre toll!

Jay

Ich verlinke dich auch. Ich möchte es in meinem Podcast teilen, weil ich will, dass Menschen es hören. Daher würde ich die Aufnahme auch gerne haben.

Laura

Danke! Ich hoffe, dass wir uns das nächste Mal persönlich treffen.

Jay

Ich auch!

Laura

Vom tiefsten Herzen, pass bitte auf dich auf. Die Welt braucht dich! So lange es möglich ist! Gönne dir ein wenig Zeit für dich, damit du all das alles mit viel Energie überstehst. Pass auf dich auf! Danke, danke, danke!

Jay

Danke, Laura. Du bist wundervoll! Danke an alle! Pass auf dich auf, Laura!

Laura

Auf Wiedersehen!

Übersetzung und Untertitel
– Veronika Malaja –

Warum wir uns oft selbst im Weg stehen

So oft gibt es Situationen in unserem Leben, wo wir Vorurteile gegenüber etwas oder jemandem haben und dann etwas nicht tun, obwohl wir tief in uns spüren, dass es eigentlich gut für uns wäre. Unser Ego hält uns davon ab, etwas zu tun, weil es glaubt, dass wir darin nichts lernen könnten. Es ist überzeugt, dass wir doch schon alles wüssten.
Was soll ich von einem Mönch lernen? Ein Mönch kommt von nichts und wird zu nichts. Ich wollte aber etwas über Menschen lernen, die von nichts zu etwas geworden sind.
Jay Shetty

Wir alle haben diese Vorbehalte. Sie sind ganz natürlich. Der Grund dafür ist, dass wir geprägt sind durch unsere Eltern, unsere Bildung, unsere Gesellschaft und unseren kulturellen Hintergrund.

Wichtig ist jedoch zu erkennen, dass wir jetzt als Erwachsene die Möglichkeit haben, diese Prägungen, Blockaden und Vorbehalte für uns zu hinterfragen und dass wir heute neue Entscheidungen treffen können.

Unser Ego blockiert uns oft in unserem eigenen Wachstum, weil wir glauben, dass wir bereits alles wissen.
Jay Shetty

Wir dürfen uns immer wieder daran erinnern, dass wir niemals alles wissen und uns zu öffnen, Neues zu lernen und Gelerntes zu hinterfragen. Hör nicht auf dein Ego, sondern folge dem Gefühl. Es wird dich leiten. Vielleicht gibt es da einen Funken in dir, eine Neugier oder einen Ruf.

Es ist so wichtig, auf dein Herz zu hören und deinen eigenen Weg zu gehen, auch wenn er nicht den Erwartungen anderer Menschen und gesellschaftlichen Vorstellungen entspricht. Geh deinen Weg. Denn der Grund, warum wir alle hier sind, ist, unser Geschenk mit der Welt zu teilen.

Ich war so demütig, als der Mönch darüber sprach, dass das Größte, was wir in unserem Leben tun können, ist, unsere Gabe mit anderen zu teilen.
Jay Shetty

Ich hoffe sehr, dass dich die Folge mit Jay Shetty auch so inspiriert und empowert, dich auf deinen eigenen Weg zu begeben, zu lernen und zu wachsen und dabei nicht aufzugeben.

Was nimmst du dir aus dieser Folge für dich mit? Lebst du deine Bestimmung? Womit kannst du der Welt dienen? Oder was blockiert dich noch, dem Ruf deines Herzens zu folgen?

Schreib mir gerne hier unter dem Beitrag oder in die Kommentare bei Instagram @lauramalinaseiler, wie dir diese Podcastfolge gefallen hat und was du für dich mitnehmen konntest.

 

Links zur Folge:
Buch: Das Think Like a Monk-Prinzip: https://amzn.to/3mqagAY
Website: https://jayshetty.me/
Instagram: @jayshetty

 

Rock on & Namasté

Deine Laura

Merke dir die Folge auf Pinterest, um sie später leicht wiederzufinden 🙂
640 Shares

8 Kommentare
  • Angela
    Posted at 09:14h, 28 September Antworten

    Liebe Laura Malina,
    mich hat das Interview sehr berührt, obwohl ich nicht alles wörtlich verstanden habe, da mein Englisch doch etwas eingerostet ist. Aber da ist etwas durchgeklungen, das mich sehr bewegt.
    Mir ist einmal wieder klar geworden, und das treibt mir Tränen in die Augen, dass ich immer auf dem richtigen Weg war, schon als sehr junger Mensch, schon als Kind (heute bin ich junggebliebene 43 und Mutter), dass meine Ideen und meine innere Rastlosigkeit, das Leben immer tiefer zu begreifen und mich ent-wickeln zu wollen, zwar kühn und lebendig und herausfordernd und nicht immer rosarot, aber deshalb nicht schlecht oder „zu viel“ waren. Ich habe mich leider oft abbringen lassen und klein gemacht.
    Erst jetzt entdecke ich Menschen, die ähnliche Wege gehen. Erst jetzt erlaube ich mir Stück für Stück, meine Weggefährten selbst auszusuchen.
    Es tut weh, das zu erkennen. Mir wird aber auch der Reichtum bewusst, den ich durch meine vielen „Irrwege“ erfahren durfte. Sämtliche menschliche Abgründe zu durchschreiten, insbesondere in Liebesbeziehungen, meine eigenen und die von Anderen mitzufühlen … So dass mir im Grunde keine Verrücktheit fremd ist. Ich weiß gar nicht richtig wie ich das beschreiben soll.
    Was ich auch aus dem Interview mitgenommen habe, ist, dass der Weg aus Passion + Disziplin/Arbeit + dann auch aus dem „verschenken“ bzw. Gebären oder ans Licht bringen meiner Fähigkeiten besteht. Ich habe meist nach Passion und Arbeit aufgehört und mich nicht weitergewagt. Zumindest nicht nach draußen in der Welt. Ich habe mich in mich zurückgezogen, bin stumm geworden, obwohl ich so voll Leidenschaft und in der Tiefe meiner Seele Künstlerin bin und denke, ich habe viel Wertvolles zu geben.
    Ich habe nur wenige Male zB meine Kunst oder Gedichte oder meine Designs an Verlage und Medien geschickt. Erhielt ich auch nur die erste Absage, habe ich direkt aufgegeben, haben mich meine alten Muster von „Du bist zu viel“, „deine Themen sind zu existenziell“ oder „glaubst du wirklich, du bist gut genug?“ / „glaubst du wirklich, das interessiert jemanden?“ davon abgehalten weiterzugehen – und ich habe eben nicht nach der richtigen Tür gesucht.
    Seit ich mich auf Instagram ausprobiere, wo ich eigentlich nur mal ein paar Bilder einstellen wollte, hat sich dort für mich ein neuer Raum aufgetan. Ich habe völlig überraschend unglaublich viel Inspiration gefunden, u. a. dich, liebe Laura, und einige andere wertvolle Inhalte, die – wie soll ich sagen – mich einfach AN MICH ERINNERN, Das ist, als würde mein früheres Ich zu mir sprechen. Mein klares, reines, unbeschädigtes Herz spricht zu mir und erinnert mich daran, wer ich in Wirklichkeit und im Grunde meines Wesens bin – und dass ich das jederzeit SEIN kann.
    So war es auch in dieser Podcast-Folge. Mir fehlen die Worte, es wirklich auszudrücken.
    Vielleicht ist es mir gelungen und du „kriegst es“, weil verstehen kann man es nicht wirklich – dieses Empfinden ivon „zuhause-in-mir“.
    Nun schaue ich, wie ich die Tools und Inhalte wirklich wieder in mich zurückhole und leben kann. Und wie ich dabei Geduld und Stärke für mich aufbringe … ich könnte einen Fluss weinen aus Trauer und Dankbarkeit und Freude gleichermaßen 🙂
    Auch wenn wir uns nicht kennen – das hier schreibe ich in tiefer Liebe, vielen vielen Dank!
    Angela

    angela sabo artwork (auf Instagram)

    • Maria - TeamLiebe
      Posted at 10:30h, 29 September Antworten

      Hallo liebe Angela,
      vielen lieben Dank für deinen Kommentar und das offene Teilen deiner Gefühle und Gedanken!
      Gerne kannst du dir das Interview auch auf YouTube (https://www.youtube.com/watch?v=ANIZAos-hlM&feature=emb_title) mit den deutschen Untertiteln anschauen 🙂
      Es ist ganz wunderbar, was du an Erkenntnissen aus dem Interview für dich mitnehmen konntest. Wenn dir nach weinen zumute ist, dann lass das gerne zu und lass alles raus, was raus möchte, ob nun aus Trauer oder Freude.
      Du kannst alles sein, was du sein möchtest und wir wünschen dir von Herzen alles Gute auf deinem weiteren Weg und weiterhin viel Freude mit deiner Kunst! ✨
      Schön, dass es dich gibt!
      Alles Liebe zu dir ❤️
      Maria vom TeamLiebe

  • Jane
    Posted at 20:12h, 21 September Antworten

    Liebe Laura, wieder ein Interview, das direkt in mein Herz ging. Ich hatte Tränen weil ich so intensiv spürte, dass ich nicht allein bin auf meinem Weg. Jay hat Dinge ausgesprochen, die ich fühle und das tat so gut. Und diese liebevolle weiche Energie in der das ganze Gespräch stattfand hat mich komplett umhüllt. Danke danke danke für deine Arbeit. Was Du am Ende zu Jay sagtest gilt im.übrigen auch für Dich! Von Herz zu Herz, Jane

    • Miriam - Team Liebe
      Posted at 14:19h, 25 September Antworten

      Oh liebe Jane, danke dir für deine lieben Worte! Du bist ein Geschenk für diese Welt und es ist so schön, dass es dich gibt! <3
      Ganz viel Liebe in Gedanken sendet
      Miriam vom TeamLiebe ♡

  • Corinna Eckhardt-Ndiaye
    Posted at 10:35h, 20 September Antworten

    Es war ein wunderbares inspirierendes Interview. Es hat mich dahin blicken lassen wo ich noch im Kampf bin im Alltag und wo ich das Mitgefühl zu den Menschen bringen kann und vorfallen zu mir und meinen Fehlern. Danke Laura Danke Jay und Danke an die vielen verschieden Wege unserer Seelen in Liebe Corinna

    • Maria - TeamLiebe
      Posted at 07:58h, 29 September Antworten

      Hallo liebe Corinna,
      vielen lieben Dank für deine lieben Worte! Wir freuen uns sehr, dass dich das Interview so inspiriert! Danke, dass du dein Licht strahlen lässt.
      Schön, dass es dich gibt!
      Alles Liebe zu dir ❤️
      Maria vom TeamLiebe

  • Sabine
    Posted at 00:35h, 18 September Antworten

    Liebe Laura
    einen <3Herzensdank<3 für den WUNDERvollen Beitrag mit Jay Shetty, der gerade Mal wieder im richtigen Moment in mein Leben kam: habs grad im Neumond gestartet :-))) an einem Tag, wo ich oftmals an meine Grenzen kam, weil mal wieder alles anders kam und so herausfordernd war! Zum Wäsche aufhängen gestartet, konnte ich nicht mehr aufhören, bis ich das ganze Interview gehört hatte – es war so sehr berührend und da war soso viel drinnen… DANKE <3 DANKE <3 DANKE<3

    • Miriam - Team Liebe
      Posted at 14:17h, 25 September Antworten

      Hallo liebe Sabine,
      wir danken dir von Herzen für deine Worte! Es ist so wunderbar, was du schreibst!
      Schön, dass es dich gibt! <3
      Ganz viel Liebe in Gedanken sendet
      Miriam vom TeamLiebe ♡

Hinterlasse hier deinen Kommentar