Glückliche Kinder erziehen - Laura Seiler Podcast Header
19 Okt

#376 Podcast: So erziehst du glückliche Kinder: Die genialsten Ideen von John Strelecky

Wie unterstützt du dein Kind beim persönlichen Wachstum?

Vor ein paar Monaten war ich mit meinem lieben Freund John Strelecky in Berlin abends essen. Es war ein wunderschöner und lustiger Abend, wo wir unter anderem auch über unsere Kinder gesprochen haben und John mir erzählt hat, wie er seine Tochter erzieht. Ich war so hin und weg von seinen Ansätzen, Ideen und seiner inneren Haltung, dass ich ihn gebeten habe, dazu einen Podcast mit mir aufzunehmen. 

Genau deshalb gibt es heute diese Folge für dich, die mich und John beide mehrmals während des Gesprächs zu Tränen gerührt hat und so viel in mir bewegt hat.

Viel Spaß beim Anhören!

Im Gespräch mit John Strelecky erfährst du…

  • wie du die Intuition und das Selbstvertrauen deines Kindes stärken kannst,
  • welche praktischen Tipps helfen, wenn du das Gefühl hast, nicht zu deinem Kind durchdringen zu können,
  • wie eigene Themen aus der Kindheit die Kindererziehung beeinflussen,
  • wie du echte Offenheit und Vertrauen in der Beziehung zu deinem Kind aufbaust,
  • welche Rolle Spiritualität in der Kindererziehung spielen kann,
  • warum Humor der beste Weg ist, Kinder zu erziehen.

Deutsch:

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Englisch:

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LAURA: Ich bin so froh, glücklich und dankbar darüber, dich schon zum dritten Mal bei mir im Podcast zu haben. 

JOHN STRELECKY: Danke. Das erste Mal hier gemeinsam. 

LAURA: Ja, das erste Mal zusammen. Das ist wundervoll. 

JOHN STRELECKY: Im selben Raum. 

LAURA: Das ist großartig, ich bin sehr dankbar, dass du dir die Zeit genommen hast. 

JOHN STRELECKY: Ich bin so dankbar, dich zu sehen, die Möglichkeit zu haben, zusammen zu sein und das Thema liegt mir sehr am Herzen. 

LAURA: Eine kurze Erklärung dazu, wie wir auf das Thema gekommen sind. Wir trafen uns auf ein Abendessen in Berlin, vor ungefähr zwei Monaten. 

JOHN STRELECKY: Ja, ich war auf Tour mit meinem neuen Buch. 

LAURA: Das neue Buch! 

JOHN STRELECKY: Ja. Genau das ist es. 

LAURA: Ja. Ja, ich habe es hier zufällig dabei. 

JOHN STRELECKY: Was für ein Zufall. 

LAURA: Dein neues Buch, du warst auf Tour und warst in Berlin. Wir hatten ein wunderschönes Abendessen. So kamen wir auf das Thema Kinder zu sprechen. Du erzähltest mir von deiner Tochter und den Dingen, die ihr gemeinsam macht. Ich war so berührt, das ist so großartig. Alles, was du erzählt hast, ruft danach, dass du bitte einen Elternratgeber schreibst. Also sagten wir, lass uns eine Folge nur darüber machen, wie du mit deiner Tochter bist. Über alles, wie du die Dinge tust und deine Tochter auf eine spezielle und schöne Weise großziehst. Ich habe schon vielen Menschen begeistert erzählt, von den paar Sachen, die du mir an diesem Tag erzählt hast. Nach dem Motto: Weißt du, was John für großartige Dinge mit seiner Tochter macht? 

JOHN STRELECKY: Das sollte unter Vorbehalt gesagt werden. Ich bin nicht sicher, ob das für andere auch so funktioniert, aber es funktioniert wunderbar zwischen meinem Kind und mir. 

LAURA: Ja, es ist wunderbar. Danke, dass du dich für uns geöffnet hast und deine Erlebnisse mit uns teilst. Danke, dass du uns einen privaten Einblick in dein Zuhause gibst. 

JOHN STRELECKY: Sehr gerne. 

LAURA: Ein sehr heiliger Ort, danke dir. Lass uns also jetzt einfach direkt ins Thema eintauchen. 

JOHN STRELECKY: Für alle, die sich wundern, ob ich mich nicht mehr daran erinnern kann, wie es war, mein Kind großzuziehen? Nein, ich erinnere mich gut, aber als wir uns unterhalten haben, bin ich noch mal in der Zeit zurückgegangen, und was ich von dem Tag an, als sie geboren wurde, getan habe, war ein Tagebuch, ein Erinnerungsbuch, zu schreiben. Ich tippe es, ich schreibe nicht, aber ich habe ein Erinnerungsbuch meiner Tochter. Es gibt viele Gründe, warum ich es behalten habe. Vor allem aber, weil man im Leben glaubt, sich an alles zu erinnern, aber nach vier oder fünf Jahren, erinnern wir uns nur noch an das Besondere, aber nicht mehr an die Einzelheiten. Ich will mich an diese Details erinnern, nicht nur für mich, sondern auch für sie, wenn sie älter ist und sich fragt, wie sie mit fünf Jahren war. Wenn sie fragt, wie sie mit zwei war, habe ich etwas, worauf ich zurückgreifen kann. Ich sage euch, das ist das Beste, was ich je in meinem Leben getan habe. Als ich wusste, dass wir über Kinder reden würden, habe ich in meinem Erinnerungsbuch gelesen und musste weinen, weil es so schöne Erinnerungen hervorrief. Sehr viele coole Geschichten und Abenteuer, die wir erlebt haben. Also habe ich sie alle aufgeschrieben, um sie griffbereit zu haben. Aber sie zu lesen, würde über drei Stunden dauern. Wir sehen, wie viel wir schaffen. 

LAURA: Nur eine kurze Frage zu deinem Erinnerungsbuch, schreibst du dieses digital? Nur damit alle, die zuhören und das auch machen wollen, eine Idee bekommen. 

JOHN STRELECKY: Ja, ich mache es digital, vor allem, um es nicht zu verlieren. Wenn ich es digital schreibe, kann ich es mir selbst mailen, so kommt es auf meine Festplatte und ich weiß, es ist immer da. Es ist keine Chronologie. Wie zum Beispiel, am 1. Dezember 2009, hast du dies oder jenes getan, sondern es geht mehr um spezielle Momente und Dinge, wie zum Beispiel ihre Lieblingssendung zu diesem Zeitpunkt. Oder, wie sie an dem kleinen grünen Tisch auf dem kleinen grünen Stuhl saß. Sie hatte diesen kleinen Teller und immer, wenn wir Fisch aßen, wollte sie nur diesen bestimmten Teller, auf dem alles einen bestimmten Platz hatte. Das bringt mir so viele schöne Erinnerungen zurück. Ich wollte, dass wir Gemüse essen und uns gesund ernähren, so sagte ich: „Oh, Sophia, lass uns ein ganz neues Gemüse erfinden.“ Sie fragte: „Können wir das echt machen?“, ich sagte: „Ja. Wir nehmen Brokkoli und machen was Cooles daraus! Wir machen Frikadellen aus Brokkoli!“ Ich schnitt tatsächlich den Brokkoli, mit ihr zusammen, in sehr kleine Stücke. Sie machte auch mit. Dann kochten wir es zusammen. Ich frage sie: „Was denkst du, haben wir etwas Neues erfunden?“ Das hat einfach nur großen Spaß gemacht. So erinnere ich mich an dieses besondere Essen, und das bringt mir all diese Erinnerungen zurück. Am Ende wird daraus ein Liebesbrief an dein Kind. Denn immer, wenn ich das Buch schreibe, denke ich daran, wie sehr ich sie liebe. 

LAURA: Das ist so wunderschön. Danke Dir. 

JOHN STRELECKY: Ich denke, ich gebe es ihr, wenn sie 18 wird. Mit 18 oder wenn sie aufs College geht. 

LAURA: Weiß sie davon? 

JOHN STRELECKY: Nein. 

LAURA: Wow, sie weiß nichts davon und eines Tages wirst du es ihr geben. Oh mein Gott, ich würde sterben. Das ist einfach wunderschön. 

JOHN STRELECKY: Ja, das ist es. Ich weiß, es gibt immer viel zu tun, die Mailbox ist immer voll mit Dingen, Es ist sehr leicht, so etwas tun zu wollen und es dann doch nicht zu tun. Aber ich sage dir, wenn ich es lese, bin ich so glücklich, dass ich es schrieb. 

LAURA: So wundervoll. Es war keine Idee von mir, aber was ich mache, ich schreibe meinem Sohn einen Brief zu jedem Geburtstag. Ich setzte mich hin und nehme mir Zeit, das war ja nur drei Mal bis jetzt, aber es war etwas Besonderes für mich, an seinem Geburtstag einen Brief für ihn zu schreiben, ihm zu erzählen, was in dem Jahr passierte, über die schönen Momente zusammen. Ich schrieb darüber, wie er größer wurde. Es war der gleiche Gedanke, die 18 Briefe ihm an seinem 18. Geburtstag zu geben. Für meine Tochter werde ich das auch so machen. 

JOHN STRELECKY: Ich finde das wunderbar, sehr liebenswert. 

LAURA: Ok, lass uns anfangen. Was ist das Erste oder das Hauptsächliche für dich, was gut mit deiner Tochter funktionierte und was andere Eltern vielleicht nicht tun? 

JOHN STRELECKY: Ja, das ist etwas, was mir, wie alles in diesem Bereich, sehr am Herzen liegt, etwas an dem ich selbst sehr viel gewachsen bin. Leute fragen mich, was ich meiner Tochter beibrachte. Lass es mich euch sagen, wenn du noch kein Kind hast, aber darüber nachdenkst eins zu bekommen, oder wenn du offen bist als Elternteil, dann wird dir dein Kind alles beibringen, so viel, oder mehr, als du deinem Kind beibringen wirst. 

LAURA: Das stimmt. 

JOHN STRELECKY: Ich wuchs in einem Elternhaus, mit einem sehr lauten Vater auf, der sehr oft herumschrie. Er konnte ein liebevoller Mensch sein, aber ein Teil von ihm, schrie viel herum. Er war 26 Jahre alt und hatte drei Kinder, die alle jünger waren als fünf. Wenn ich an seiner Stelle gewesen wäre, wäre ich auch so laut geworden. Weil ich in diesem Umfeld groß wurde, das nicht für mich war, habe ich mich sehr verändert, angefangen bei den Erfahrungen, die traumatisierend waren. An dem Tag, als meine Tochter geboren wurde, als ich im Krankenhaus war und man mir meine Tochter in die Arme gab, damit ich sie baden konnte, da schaute ich dieses kleine Menschenwesen an. Ich konnte es nicht glauben, oh mein Gott, ich war so unglaublich unvorbereitet dafür. Das war das, was ich in diesem Moment dachte. Aber ich schaute sie an und meine Intuition schrie mich sozusagen an, dass ich ihr etwas sagen sollte. So sagte ich ihr, dass ich sie nie anschreien werde. Niemals. Ich forderte mich selbst heraus, einen anderen Weg zu finden, immer. Das Schöne dabei ist, als wir durch die Zweijahresphase gingen, die alle als Trotzalter bezeichnen, fand ich heraus, dass wenn sie laut wurde und ihre Grenzen testete, und ich mich dann hinkniete, um mit ihr auf Augenhöhe zu sein, und um sie nicht, durch meine Größe einzuschüchtern, und sie anschaute und sagte: „Schatz, spricht Daddy so mit dir?“ Antwortete sie mit ihren kleinen braunen Augen und ihrer traurigen Stimme: „Nein.“ Dann sagte ich zu ihr: „Ok, dann bitte sprich auch du nicht so mit mir.“ Ich machte das zwei Mal, danach war es nicht mehr notwendig. 

Ich glaube daran, dass man die Regeln neuschreiben muss. Und man sollte es auf seine eigene Weise tun. Sie ist jetzt 15 Jahre alt und ich habe ihr gegenüber nie meine Stimme erhoben. Ich werde ein Beispiel geben, wo man sehen kann, wie man durch die eigenen Kinder wachsen kannst. Also, sie war 3,5 Jahre alt und es war Zeit zum Zähneputzen, da gibt es diese kleinen Hocker, damit sie ans Waschbecken kommen, da entschied sie in ihrer Verspieltheit, von dem Hocker hoch und runterzuspringen. Ich hatte einen schrecklichen Tag, ein Geschäftspartner hatte nicht erledigt, was er erledigen sollte. Er hat mich mit der ganzen Verantwortung im Stich gelassen. Das wichtige Projekt für mich, konnte nicht mehr stattfinden. Ich war richtig sauer. Und da war sie, auf und ab hüpfend, ich fühlte in mir drinnen, wie ich einfach nur schreien wollte: „Steh auf dem Stuhl und putz deine Zähne!“ Ich fühlte das in meinem ganzen Körper, auf jeder Ebene, denn das war es, was ich aus meiner Kindheit kannte. Aber weil ich mich selbst verpflichtet hatte, dass ich so nicht bin, war ich gezwungen gleichzeitig inner- und außerhalb meines Körpers, mich zu fragen: „Geht es hier wirklich um sie?“ Und die Antwort darauf war: Nein. Es hatte gar nichts mit ihr zu tun. Im Gegenteil, was sie da tat, war eigentlich unglaublich süß. Für mich ist das eines der besten Dinge, die wir als Eltern tun können, einen kleinen Filter zwischen dem Gehirn und dem Mund zu legen. Wenn du dann diese Gedanken hast, die fast instinktiv sind, kannst du einfach für eine Sekunde überlegen, ob du das wirklich bist? Bin ich dieser Vater, diese Mutter? Oder ist mein Verhalten nur altes Muster, ein Wiederholen von dem, was ich als Kind erfahren habe? Weiterentwicklung ist ein Geschenk des Elternseins, man wächst so sehr daran. Dadurch bekommst du auch eine gesündere Beziehung zu deinem Kind. Hast du etwas umgesetzt oder tust etwas bestimmtes? 

LAURA: Ich versuche mir immer im Bewusstsein darüber zu sein, wie du es gerade auch gesagt hast, dass ich immer bei mir selbst schaue, es geht nicht darum, was das Kind macht, es sind meine Gefühle, es geht um mich, es liegt bei mir. Ich kenne das so gut, was du gerade beschrieben hast, man kommt nach Hause, ist müde und erschöpft und dein Kind macht einfach nicht das, was du willst. Sich im Bewusstsein über seine eigenen Gefühle zu sein, und sich in diesem Moment selbst steuern zu können, wenn man auf diesem ersten Emotionskanal herausgefordert wird. Ich denke, das ist eines der schwierigsten und härtesten Dinge, was wunderbar ist, wenn es gelingt. Dabei geht es nicht nur um deine Kinder, sondern um alle Situationen, wo man im Kontakt mit anderen Menschen ist. Es kommt häufig vor, dass wir nicht fähig sind, unsere Gefühle zu steuern, so dass wir einfach darauf reagieren und dadurch Traumata und Konflikte, die wir in uns tragen, im Außen entstehen lassen. 

JOHN STRELECKY: Ja, allgemein bezeichne ich dies als Übertragung, wenn ich die Energie aus etwas nehme, das woanders geschieht und ich diese auf die Person übertrage, die mir am nächsten steht. Ich bemerke, dass sehr häufig im Alltag, wenn wir nicht sorgsam und bewusst sind und den kleinen Filter vergessen, dann haben wir die böse Angewohnheit, den Ärger, den jemand woanders hervorrief, und den wir uns nicht trauen direkt zu dieser Person zurückzugeben, diesen Ärger übertragen wir auf Menschen, bei denen wir wissen, dass sie uns vergeben. Ja, das stimmt. Meine Philosophie dazu ist, dein Kind ist bereit dir fast alles zu verzeihen, aber es ist nicht nötig, sie dazu zu bringen, dies unter Beweis zu stellen. 

LAURA: Nein, das ist nicht nötig. 

JOHN STRELECKY: Deshalb, sei wütend auf denjenigen, der dich wütend macht. – Ja, das stimmt. – Übertrage die Wut nicht auf deine Kinder. 

LAURA: Das klingt wunderbar. Danke, dass du das mit uns teilst. 

JOHN STRELECKY: Ja, das war für mich eine lohnende Erkenntnis. Wie du sagtest, lässt sich das auch auf den Kontakt mit anderen Menschen übertragen. 

LAURA: Für alle, die jetzt zuhören und vielleicht ähnliche Erfahrungen teilen, und die diese Gefühlswelle in solchen Momenten kennen, ich weiß nicht, wie es mit deiner Tochter ist, aber bei mir mit meinem Sohn, er ist einfach süß und so wunderbar, aber es gibt Momente, in denen er einfach gar nicht zuhört. Momente, wo er einfach ausrastet. Ich denke, ich kann diese Momente eigentlich ganz gut händeln, aber manchmal fühle ich mich auch hilflos und weiß nicht, was ich tun kann. Hast du auch diese Momente, wenn du dir wünschst, dass jemand sagt, was zu tun ist? Weil du dein Kind in diesem Moment nicht erreichen kannst. 

JOHN STRELECKY: In diesen Momenten mache ich unterschiedliche Dinge. Eines ist zum Beispiel, und hier nochmal, jedes Kind ist anders, das ist mein Weg, das heißt nicht, dass es für jemand andern auch funktioniert. Aber ich habe gesehen, dass es sehr effektvoll sein kann, Ziele zu setzen, die höher, als die Erwartungen sind. Das heißt, wenn du weißt, dass du in 10 min losgehen musst und deine Kinder gerade beschäftigt sind, dann sagst du ihnen, dass ihr in 5 min losgehen müsst. Dieser kleine Hinweis darauf, was in der Zukunft passieren wird, ist so viel besser als ein unangekündigtes „Wir müssen jetzt los“. Ein „Wir müssen jetzt los“, versetzt die Kinder in Unruhe. Und ich glaube es gibt einen psychologischen Grund dafür, die plötzliche und große Ungewissheit. 

Kinder lieben Sicherheit, Gewissheit und Struktur. Sie lieben auch die Freiheit, aber sie lieben es, den Rahmen zu kennen. Das ist, was für mich immer gut funktionierte und es weiterhin tut. Also das: In so oder so vielen Minuten wird dies oder jenes passieren. Das Lustige ist, wenn kleine Kinder, die noch kein Zeitgefühl haben, sie wissen nicht was fünf Minuten bedeutet, aber sie wissen, dass das, was sie gerade tun, bald zu einem Ende kommen wird und dass darauf eine neue Sache folgt. Das scheint genug zu sein, so dass sie nicht unruhig werden. Eine andere Sache, die ich herausgefunden habe, dass wenn es einfach übersprudelt, ich dann einfach ruhig und leise werde. Ich sitze einfach in meinem Raum, auf Gefühls- und Gedankenebene, und bin einfach nur still. Weil ich weiß, das Gegenteil wäre einfach nur kontraproduktiv für mich. Aber die Stille ist in Ordnung. 

Und die letzte Sache hierzu wäre, dass ich alles von Anfang an dafür tue, schonungslos ehrlich zu mir selbst zu sein. Ich verwende hierfür den Begriff Energielevel. Wenn ich in einer der genannten Situationen bin, wenn ich mit dem Tag durch bin, wenn ich völlig ausgebrannt bin, und mich dann meine Tochter fragt, ob wir etwas gemeinsam tun können, dann ist meine Antwort immer zuerst Ja. Ich sage nie sofort Nein. Aber wenn mein Akku leer ist, sage ich: „Schatz, ich will das liebend gerne mit dir machen, aber gerade ist mein Energielevel ganz unten, das tut mir sehr leid, aber ich sage dir was, morgen früh, wenn du aufstehst, ist es das Erste, was wir zusammen machen werden.“ Das bedeutet, einfach zu sagen, wie es ist. Ich habe nicht das Gefühl, als Vater zu versagen und sie fühlt sich gut, weil wir das, was sie wollte, später tun werden. Und wenn dein Kind Empathie hat, was die meisten Kinder haben, kommen sie zu dir und geben dir eine große Umarmung. Das ist die coolste Sache überhaupt. Sie lernen auf diese Weise, auf der gleichen Ebene mit dir sprechen. Wenn ihr Energielevel ganz unten ist, lernen sie, dass es nicht einfach darum geht, zu reagieren, sondern sagen zu können: „Mami, mein Energielevel ist gerade ganz unten.“ 

LAURA: Danke, dass du das mit uns teilst.

JOHN STRELECKY: Ja gerne, ich liebe es. 

LAURA: Es gab eine Sache, die du mir, auf dem Weg zum Hotel, erzählt hast. Es ging darum, wie du die Intuition deiner Tochter stärkst. Vielleicht könntest du nochmal erzählen, wie du vorgehs t, wenn du mit ihr in der Stadt bist, wenn du sie ihre eigenen Entscheidungen treffen lässt. 

JOHN STRELECKY: Ja natürlich, das ist eines von den Dingen, die ich wünschte, ich hätte sie als Kind besser gekonnt. Ich denke, wir alle werden mit der Gabe der Intuition geboren, mit der Fähigkeit zu erkennen, was noch nicht passiert ist, was um dich herum passiert, auf dieser Energieebene. Meine Einschätzung ist, dass Kinder unglaublich viel aufsaugen. Sie sind wie kleine Schwämme. Wenn du ihnen die Freiheit und Flexibilität gibst, Dinge, innerhalb eines vorgegebenen Rahmens, herauszufinden, dann sind sie unglaublich gut darin. So habe ich meine Tochter, schon als sie sehr klein war, gefragt: „Was sagt dir deine Intuition?“ Ich habe genau diese Worte verwendet, damit sie das Konzept, die Idee, versteht. Ich glaube ich habe ihr irgendwann erklärt, was Intuition ist. 

LAURA: Was hast du ihr gesagt? 

JOHN STRELECKY: Ich glaube ich habe gesagt: „Hast du manchmal ein Gefühl über etwas? Und du weißt das es richtig ist, aber kannst nicht erklären, warum das so ist? Das ist deine Intuition.“ Ich sagte ihr, dass es sehr wichtig ist, dass sie auf ihre Intuition vertraut, weil das ihre innere Führung ist. Ich hoffe, ich sagte es noch besser, aber das ist die Essenz daraus. Wenn wir an unterschiedlichen Orten sind und sie eine Frage über etwas hat, sage ich: „Ich bin auch nicht sicher, was sagt deine Intuition dazu?“ So überlasse ich ihr die Führung, um zu schauen, was ihre Intuition ihr sagt. Dann schließe ich mich diesem an, sodass sie lernt, dass es gut ist, ihrer Intuition zu trauen. Es ist nicht so, dass wir Erwachsene Intuition haben, und die Kinder nicht. Wir alle haben sie. Und jetzt hat sie es sozusagen verinnerlicht, es fällt ihr sehr leicht. 

LAURA: Sprecht ihr darüber, wie das heutzutage für sie ist? Oder darüber, inwiefern das für sie in ihrem Leben hilfreich ist? 

JOHN STRELECKY: Es ist solch ein alltäglicher Teil unserer Gespräche geworden, zu fragen: „Was sagt dir deine Intuition gerade?“ Es ist wie ein gemeinsames Spiel, beim Treffen von Entscheidungen und beim Abwiegen von Möglichkeiten. Das ist wunderschön. Als sie zwei Jahre alt war, war es eine Kombination aus Intuition und Stärkung des Selbstvertrauens. Zu dieser Zeit habe ich mit ihr Abenteuertage veranstaltet. Zweimal die Woche haben wir den Kinderwagen ausgeräumt, Wickel- und Essenstasche, alles herausgekommen und nur wir beide sind losgezogen, für den ganzen Tag. Es gibt 1000 Gründe in einem vollen Terminkalender, dies nicht zu tun, aber ich sage dir, es gibt unendlich viele Gründe, dies auf jeden Fall zu tun. Weil es eine enorme Bindung aufbaut und weil du diese Zeit nie wieder zurückbekommst. Sie werden sich nicht genau daran erinnern, was ihr an dem Tag gemacht habt, jedoch bleibt die Energie, die Bindung und die Beziehung, die ihr gemeinsam erschafft. 

Jetzt ist sie 15 Jahre, und wir haben immer noch Abenteuertage, aber nun sind unsere Gespräche über solch wunderbare, tiefsinnige Themen, wie Sex, sexuelle Orientierung, Beziehungen und wie es ist, als Mädchen älter zu werden, Wir haben einfach diese Gespräche und ich glaube, wir hätten diese nicht, wenn wir dies nicht, über die Jahre hinweg, entwickelt hätten. Ich erinnere, als sie zwei war, da gingen wir in einen Park, da war dieser runde Teich, ein Ort, um zu warten oder um nachzudenken. Da sagte sie: „Kann ich an dem Rand auf den Stufen herumlaufen?“ Da waren diese Ziegelsteine, und ich sagte zu ihr: „Was denkst du?“ Sie sagte: „Ich denke, ich kann das.“ Also sagte ich: „Na dann los.“ Ich hatte Wechselsachen und eine neue Windel dabei. Das Schlimmste, was hätte passieren können, wäre, dass sie hineinfiel und ich sie herausziehen müsste. Aber auf Grund der Reaktionen der anderen Leute, konnte man denken, dass sie oben auf einem Hochhaus entlang balancierte. Nach dem Motto: Ich weiß nicht, wenn du denkst, du kannst, dann spring einfach. Also um mich herum flippten sie aus und schnappten nach Luft, aber für mich war es ein nur sehr kleines Risiko, sie fällt rein, ich zieh sie raus, wechsle ihre Kleidung und weiter geht’s. Wenn sie jedoch nicht hineinfällt, überlege dir, wie positiv sich dies auf ihr Selbstvertrauen auswirken kann, wie dadurch die Verbindung zu ihrer Intuition gestärkt wird, sowie zu ihren physischen Fähigkeiten. Dieser Gewinn für sie, ist mehr wert als das mögliche Risiko. Ja, ich glaube fest daran, dass unsere Kinder solche Möglichkeiten brauchen. 

LAURA: Ich finde dies so interessant, denn unsere Kinder sind so mutig, sie wollen alles erkunden, sind neugierig, aber so häufig, übertragen wir unsere Ängste auf sie, die sie eigentlich gar nicht haben, bis wir sie ihnen mitgeben. So denke ich, es ist ein großes Geschenk, für unsere Kinder, wenn wir ihnen nicht sagen, sie sollten sich vor etwas fürchten, wovor sie eigentlich gar keine Angst haben müssen. 

JOHN STRELECKY: Ja, das ist manchmal nicht so einfach, weil man sein Kind so sehr liebt. Du möchtest sie vom Schmerz fernhalten, du möchtest, dass sie glücklich sind, dass sie vollkommen sind. Aber ich denke, du hast komplett recht, ich denke genau so, wenn sie nicht manchmal hinfallen, können sie kein Vertrauen entwickeln. Die Kinder werden älter, meine Tochter ist jetzt ein Teenager, wenn du sie im Laufe der Jahre, vor allen Gefahren und Fehlern fernhältst, und alles für sie regelst, dadurch vermitteln wir ihnen unbewusst, dass wir nicht an sie glauben. Dass wir ihnen nicht zutrauen Entscheidungen treffen oder etwas zu tun. Das ist das Gegenteil, von dem was wir wollen, ein unabhängiges, selbstbewusstes, selbstständiges, mit sich selbst wohlfühlendes Menschenwesen zu entwickeln. 

LAURA: Es gab noch etwas, über das du sprachst, die Festlegung eines neuen Normalseins. Kannst du darauf, auf dieses Thema, etwas tiefer eingehen? 

JOHN STRELECKY: Ich sprach darüber, aus meiner Vaterperspektive, mein Vater war sehr stolz darüber, dass er nie eine Windel gewechselt hatte, er hatte drei Kinder. Es war eine andere Zeit, ein anderes Rollenverständnis. Bevor ich Vater wurde, dachte ich, dass das der schlimmste Teil sein würde, eine Windel zu wechseln, das würde das Schrecklichste sein. Dann wurde mein Kind geboren, ich sehe dieses klein Bündel, nur aus Liebe bestehend, das ist mein Kind. Die Möglichkeit ihre Windel zu wechseln, sie kann es ja nicht allein wechseln, sie ist ein hilfloses kleines Kind, und die Tatsache, dass ich ihr in diesem Moment helfen kann, ist ein unglaubliches Geschenk. Und das ist mit allem so, ob sie etwas trinken möchte oder Essen braucht, das ist eine Chance, da sein zu können, für dieses kleine menschliche Wesen, weil sie es nicht für sich selbst tun können. Durch diese Erfahrung änderte sich meine innere Einstellung. Ich schrieb sogar ein Artikel darüber: „Die Freude des Windelwechselns“. Und verstehe mich nicht falsch, wenn es die Neunte in den letzten drei Stunden ist, dann hat es wahrscheinlich nicht mehr diesen Charme, aber der Punkt ist, dass du es als ein Geschenk deiner Liebe siehst, diesem kleinen Menschen zu helfen, und daraus entsteht dann etwas ganz Neues. Ich liebte es sehr, als sie so winzig war, sie in dieser kleinen Wanne zu baden. Ich badete sie und wickelte sie in das kleine Handtuch ein, das eine kleine Kapuze hatte. Dann legte ich sie auf den Wickeltisch, um sie abzutrocknen, dabei erzählte ich ihr eine erfundene Geschichte, über einen Affen und einen Piraten und die Geschichte endete immer gleich, dass der Affe sagte: „Bauchküsse“. So gab ich ihr viele kleine Bauchküsse und sie gluckste, kicherte und lachte. Es war so toll, wenn dein Kind dir zeigt, sie war gerade erst sechs Monate alt, sie kann nicht sprechen, nicht laufen nur ansatzweise krabbeln, aber sie lernte humoristisches Timing. Ich erzählte die Geschichte und immer, wenn ich sagte: „Der Affe sagte…“, fing sie an zu lachen, bevor ich anfing ihren Bauch zu küssen. Das ist so verrückt, dass ihre kleinen Gehirne all das aufnehmen und verarbeiten. Es kann etwas Nebensächliches sein, dein Kind schnell zu baden oder du erschaffst daraus etwas Besonderes. Wunderschön. 

JOHN STRELECKY: Ja, das ist es. 

LAURA: Etwas anderes, worüber wir auch gesprochen haben, bei unserem gemeinsamen Abendessen, waren die Abenteuertage mit deiner Tochter, dass ihr dann auch über Sexualität, ihre Periode, über Jungs und alles redet, was ich unglaublich toll finde, ich hatte nie solche Gespräche mit meinem Vater. 

JOHN STRELECKY: Auch ich hatte solche Gespräche nicht. 

LAURA: Vielleicht können wir darauf noch mal etwas mehr eingehen, wie du dieses Vertrauen zwischen euch geschaffen hast, so dass sie sich dir gegenüber so öffnen kann. Dabei auch, wie es für dich ist, mit ihr, über all das zu sprechen. Ich denke, das kann auch manchmal schwierig sein, als Eltern mit seinem Kind darüber zu sprechen, dass es eines Tages Sex haben wird. 

JOHN STRELECKY: Ja, so ist es. Es ist verrückt, weil du dein Kind so liebst, möchtest du, dass es die Freude dieser Dinge erfährt. Ich freue mich auf den Tag, wenn sie ihren ersten Kuss erlebt. Erinnerst du dich an deinen ersten Kuss, das erste Händchenhalten mit dieser Person, bei der du dachtest: „Oh mein Gott, ich liebe ihn und er liebt mich.“ Jeder Mensch wird dies an irgendeinem Punkt erfahren. Deshalb freue ich mich auf diese Zeit, wenn sie solche Dinge erleben wird. Und ich möchte mein Bestes dafür tun, sie auf diese Dinge gut vorzubereiten. Eine Sache, die ich schon früh getan habe, die auch deine Frage zum Aufbau unserer Beziehung beantwortet, ist, dass kleine Kinder, Vorlieben haben, als sie ungefähr zwei war, glaub ich, da war alles nur Mama, alles, was sie wollte, war Mama. Ich nahm ihr das nicht übel, wir hatten weiterhin unsere Abenteuertage, aber nachts wollte sie nur ihre Mama. Für mich war das in Ordnung. 

Als sie ungefähr zweieinhalb war, begann ich ihr vorzulesen. Von da an, habe ich ihr jeden Abend vorgelesen. Das Lesen wurde zu einem vertrauten Ritual in unserer Beziehung. Lesen wurde zu etwas, was mehr Spaß machte, als einfach zu lesen. Das war eine tolle Sache, aber als sie älter wurde, wurde es zu einem Tangotanz. Das heißt, sie stand auf ihrem Bett, einer Matratze, die auf dem Boden lag, sie stand so da und sagte: „Tango, Daddy.“ So hielt ich ihre Arme und wir tanzten Tango entlang des Bettes. Tango, auf der eine Seite hin, dann wieder zurück, Tango hin und her. Das wurde zur Krabbe. Sie hat sich all die Spiele ausgedacht. Krabbe bedeutete, dass sie sich im Bett mit all ihrer Kraft festhielt und es war meine Aufgabe sie zu bewegen. Ich weiß nicht, ich glaube, dadurch baust du Vertrauen auf, du erschaffst Erinnerungen und Traditionen. So verbringen wir jetzt immer noch Zeit, vor dem Schlafengehen, zusammen. Jetzt reden wir einfach. Es ist in diesen Momenten, in denen sie mir oft erzählt, was gerade bei ihr los ist. Ich frage sie, wie ihr Tag heute war. Es ist so natürlich geworden, so dass diese Gespräche einfach passieren. Du hast so recht, als sie zu mir kam, mit zwölf, dreizehn oder so, und sagte, Papa, ich bekam heute meine Periode, in dem Haushalt, in dem ich groß wurde, wäre das unvorstellbar gewesen, das Gespräch hätte niemals stattgefunden. So schwamm ich in neuen Gewässern, bezogen auf deine Frage, wie ich mich dabei fühlte. Manchmal fühle ich mich überfordert und habe keine Ahnung, was ich tun soll. Dann höre ich einfach nur zu. Manchmal frage ich, ob ich irgendwie helfen kann. Wenn sie Hilfe braucht, soll sie es sagen. 

LAURA: Sonst höre ich einfach zu. Für alle, die gerade zuhören, Eltern, die auch gerne dieses Vertrauen zu ihrem Kind aufbauen würden, vielleicht haben sie es bisher noch nicht getan, aber würden gerne, mit ihrem Kind über diese Themen sprechen und würden sich freuen, wenn ihr Kind kommen würde, um mit ihnen über diese Dinge zu sprechen. Was können sie machen, wie können Eltern damit anfangen, wenn sie es bisher verpasst haben, dies zu tun? Erwähnenswert ist, wenn du erst spät damit beginnst, das Vertrauen aufzubauen, dass du doppelt so hart arbeiten musst, um das Vertrauen zu schaffen. Vielleicht ist es sogar zehnmal schwieriger, das Vertrauen aufzubauen. Denn wenn es noch nicht besteht, ist die Grundannahme: Ich bin mir nicht sicher. Also aus der Sicht des Kindes, es ist sich nicht sicher, ob das Gespräch stattfindet. Du musst dich diesem stellen und wirst vielleicht zehn Mal zurückgewiesen werden, bevor sie beim elften Mal, beginnen sich zu öffnen. Ich sage dir, wenn du einmal, während der zehn Male, die du zurückgewiesen wirst, dich danebenbenimmst, dann ist es für immer vorbei. Sie erwarten von dir, dass du ihnen zeigst, dass du es wirklich ernst meinst, dass du für sie da sein möchtest und dass wir dieses Gespräch führen können. Sie werden immer wieder testen um sicher zu sein, dass das wahr ist. Wenn du diesen Test nicht bestehst, ist es vorbei. 

LAURA: Also musst du wirklich dazu stehen, du musst halten, was du versprichst.

JOHN STRELECKY: Ja genau. Wenn es an diesem Tag nicht zu dem Gespräch kommt, ist dies völlig in Ordnung, Dann passiert es halt am nächsten oder übernächsten Tag. Aber wenn dein Ego verlangt, dass sie mit dir reden müssen, dann vergiss es. Denn sie spüren diese Energie, es geht hier eigentlich um dich und nicht um mich, dann nein danke. 

LAURA: Danke, dass du dies mit uns teilst. Als du diese Notizen aufgeschrieben hast, gab es da eine bestimmte Geschichte oder eine Erinnerung, die wieder hochkam, die dich besonders berührt hat? Etwas, das dich vielleicht überrascht hat? Oder eine vergessene Erinnerung? 

JOHN STRELECKY: Ja, ohne Zweifel, das gab es. Dies fällt unter meine Kategorie: Sachen lustig machen. Ich gebe zwei oder drei Beispiele, die ganz oben auf meiner Liste stehen, oh, dieses Beispiel liebe ich. Als sie drei oder vier Jahre alt war, als wir anfingen Zahlen zu lernen, ja, eher mit vier Jahren, da erfanden wir ein Spiel, das hieß Sophia-Ball. Sophia-Ball bedeutete, dass wir nach draußen in die Einfahrt gingen, dort war ein tiefergelegter Basketballkorb, wir nahmen dann einen Eimer und einen Blumentopf, der dort herumstand, und dann war da noch der Mülleimer. Sie hatte die Idee, den Eimer auf den Mülleimer zu stellen, und dann dachten wir uns ein Punktesystem aus, wenn der Ball in den Korb trifft, gab es drei Punkte, wenn der Ball gestoßen wurde und so den Eimer vom Mülleimer runter warf, so gab es zwei Punkte und wenn man beim Rennen den Ball in den Blumentopf warf, bekam man einen Punkt. Wir spielten andauernd dieses Spiel. Das Besondere daran war, dass ich teilweise das Spiel erfunden habe, weil ich ihr helfen wollte, die Zahlen zu lernen. Deshalb sollte sie sich den Punktestand merken. Das ist eine tolle Möglichkeit, Mathe spielerisch zu lernen, da sie alles zusammenrechnen: „Dad hat zwei Punkte, warte hast du gerade einen Punkt bekommen, wie viele hast du jetzt?“ Du kannst das einfach alles in das Spiel einbauen. Sie wurde dann zu einer richtig guten Basketballspielerin, fragte aber weiterhin, ob wir Sophia-Ball spielen können? 

LAURA: Das ist so süß. 

JOHN STRELECKY: Ich habe noch ein Beispiel, mit Essen. Selbstverständlich möchte ich, dass sie gesundes Essen zu sich nimmt. Im Allgemeinen denke ich, dass Kinder sehr offen dafür sind, aber du musst sie auf diesem Weg begleiten. Mit Blaubeeren war diese Sache, ich erinnere, sie war ungefähr drei Jahre alt. Ich sagte etwas wie: „Wow, Sophia, hast du gesehen, wie groß die Blaubeeren sind? Schau dir diese an, das ist wohl die größte Blaubeere, die ich je gesehen habe.“ Dann drehte ich meinen Kopf und sagte: „Ich hoffe, dass kein kleines Eichhörnchen herkommt und sie klaut, denn wenn ein Eichhörnchen diese Beere sieht, was wird sie wohl tun? Natürlich wird sie sie stehlen!“ So kam sie schnell und hat sie gegessen. Unwissend fragte ich: „Wer hat meine Blaubeere gegessen? Dann muss ich die Zweitgrößte rausholen.“ Das tat ich und sagte: „Ich hoffe, dass kein Eichhörnchen kommt.“ Diese kleinen erfundenen Spiele, sind zum Ausprobieren gedacht, natürlich nur wenn sie das Spiel mögen. Das Großartige ist, wenn du dir eine alberne Tradition ausdenkst, werden sie diese über Jahre weiterführen, auch wenn sie wissen, dass es ein albernes Spiel ist. Das ist fantastisch. 

Ich habe noch ein weiteres Beispiel, das zu meinen Favoriten zählt. Als sie ungefähr zwei war, in dem Alter wo sie herumwatscheln, da hatte sie ihre Matratze auf dem Boden und konnte so allein morgens aufstehen, und zu uns rüber, ins Schlafzimmer kommen. Natürlich konnte ich sie kommen hören, so versteckte ich mich unter der Decke, ich tat so, als ob ich nicht da war. Sie kletterte dann mit all ihrer Kraft aufs Bett, ich sagte dann nur: „Versteckt unter der Decke.“ Sie krabbelte dann nach oben und zog kräftig die Bettdecke herunter. Für sie war das, das lustigste, diejenige zu sein, die mich entdeckt hatte. Aus diesem Spiel entstand ein weiteres, namens „Das König des Kuscheltierlandes“. Nachdem sie die Decke weggezogen hatte, rannte sie zurück in ihr Zimmer, dort holte sie ihre ganzen Kuscheltiere und brachte sie zu mir, das Bett wurde zum „Königreich der Stofftiere“. Ich war der König, der in diesem Reich der Deckendieb war. So zog ich unbeobachtet an der Decke und sagte: „Ich bin der König der Decken.“ Das ist so albern, aber sie lieben es. Sie lieben so etwas wirklich. Ich denke das Elternsein, die größte Entschuldigung dafür ist, albern zu sein. 

LAURA: Ja, das stimmt. Ich erinnere mich daran, dass ich versuchte Carlo beizubringen, auf die Toilette zu gehen und nicht mehr in die Windel zu machen. Wir hatten dabei den größten Spaß unseres Lebens. Die Toilette fing an zu sprechen und alle seine Kuscheltiere gingen ins Bad, sie fuhren mit seinen Autos zum Pipi machen. Das Badezimmer wurde zum Spielzimmer. Er saß einfach zwischen seinen Spielzeugen und natürlich wollte er dann irgendwann auch aufs Klo gehen. Dort auf dem Klo winkten ihm die Kuscheltiere zu: „Hallo, Carlo!“ Wir lachten so viel und es war eine sehr lustige Zeit zusammen. Nach einem Monat oder so, wollte er dann keine Windel mehr tragen. Ich erinnere mich, dass mich viele Leute fragten, wie ich das gemacht habe, dass er so schnell keine Windel mehr brauchte. Ich antworte darauf, dass er viel Spaß daran hatte, er freute sich darauf, ins Badezimmer zu gehen, es war nie ein: Du musst jetzt auf die Toilette gehen. Der Gedanke war, dass es für ihn eine tolle Erfahrung wurde, aufs Klo zu gehen. Bis heute macht es uns so viel Spaß, einfach Pipi zu machen. Es ist einfach immer richtig lustig. 

JOHN STRELECKY: Das ist, wo sich die Welten überschneiden, an den Punkten, über die wir zuvor gesprochen haben. Jetzt erinnert er sich, aber wenn er zehn Jahre ist, wahrscheinlich nicht mehr. Wenn er mit 18, die Briefe von dir liest, dann wird er sich jedoch erneut erinnern. 

LAURA: Ja, wahrscheinlich. 

JOHN STRELECKY: Das ist so toll. 

LAURA: Ich spüre, dass Humor, der beste Weg ist, dein Kind zu erziehen. 

JOHN STRELECKY: Ja, das stimmt. 

LAURA: Oder auch, um ihnen manchmal zu helfen, Dinge zu verstehen. Gerade gestern hatte Carlo, ich hatte das zuvor noch nie mit ihm, aber er hatte diesen extremen Wutausbruch, so wütend, ich kannte ihn so nicht, Er war total drüber, ich versuchte alles, um ihn zu beruhigen. Während ich ihn im Bett in den Armen hielt, schrie er mich an. Ich weiß nicht mehr was genau, was ich sagte, aber ich machte einen Witz, da konnte ich sehen, wie sich sein Gesicht veränderte. Ich dachte mir, ich beobachte dich jetzt ganz genau und sagte noch etwas, dass ihn zum Lachen brachte. Innerhalb weniger Sekunden wurde aus dem wütendsten Kind der Welt, wieder ein ruhiges Kind, das war wunderschön mit anzusehen, ohne über ihn zu urteilen, darüber dass er so wütend war. ich hielt ihn und half ihm dabei, in einen anderen Gefühlszustand zu kommen, damit er sich wieder entspannen konnte. 

JOHN STRELECKY: Ich denke dieses Alter, ist dafür da, dass du ihnen hilfst, aus der Situation herauszukommen. Und vielleicht nicht genau in diesem Moment, aber beim Schlafengehen, ich liebe es, immer das Gute hervorzuheben und daran zu denken, dass wir Helden großziehen, die unseren Zuspruch brauchen. Egal ob ein Athlet gewinnen möchte oder du deinem Kind beibringen möchtest, das Leben seiner Träume zu leben, positive Verstärkung, hilft ihnen dabei. In diesem Moment merke ich, hattest du ein Gespräch mit deinem Kind, du hast ihm gezeigt, dass du es gut findest, wie er aus seiner Wut herauskam, dass es toll war, dass er sich in diesem Moment selbst erlaubte, zu lachen. 

LAURA: Hast du das deiner Tochter so deutlich zeigen können? 

JOHN STRELECKY: Ja, zu 100 Prozent. 

LAURA: Wow, das ist wundervoll. Ich werde das heute tun, wenn ich ihn sehe, sagen ich ihm das. 

JOHN STRELECKY: Ein anderer Aspekt dabei ist, dass am nächsten Tag, wenn ihr eine Verabredung habt und andere Eltern bei euch zu Hause sind und er natürlich da ist und glücklich mit seinem Freund spielt, wenn du dann weißt, dass er dich hören kann, erzähle den anderen Eltern, wie gut er sich gestern verhalten hat, dass er so verärgert über etwas war, und du nicht gedacht hättest, dass er in seinem Alter, aus dieser Wut, sich selbst wieder in so einen zufriedenen Zustand bringen konnte, allein durchs Lachen, dass er das so großartig gemacht hat. Du sagst es nicht ihm direkt, aber er kann dich auf jeden Fall hören. Diese positive Verstärkung, ist so gut und sie reagieren darauf. 

LAURA: Das ist so wichtig, dass du das sagst, weil ich denke, dass viele Eltern genau das Gegenteil davon machen. Sie reden vor anderen Leuten über ihre Kinder, aber nicht positiv. 

JOHN STRELECKY: Ja, sie reden, kritisieren und beklagen sich über die Kinder. 

LAURA: Sie beklagen sich über ihre eigenen Kinder, die dabei sind und zuhören. Es ist wirklich wichtig, bewusst zu sein, was man in Anwesenheit seiner Kinder sagt. 

JOHN STRELECKY: Ich denke, wenn du willst, dass dein Kind, ein selbstbewusster Erwachsener wird, braucht es auch ein selbstbewusstes Kind. Als Eltern sollte man deshalb niemals sein Kind vor anderen Leuten kritisieren. Du fragtest mich, wie das Vertrauen entsteht, um miteinander zu sprechen. Falls du dein Kind je vor anderen kritisiert hast, dann kannst du hunderte Mal dafür beten, dass sie dir je vertrauen. Weil Kinder das beobachten. Sie gehen davon aus, dass Mama und Papa die Menschen sind, von denen sie am meisten geliebt werden, und wenn diese Menschen denken, dass ich nicht richtig bin, dann ist das traumatisierend. Einfach schrecklich. Ich habe auch nie verstanden, was Eltern davon haben, wenn sie das tun. Ob sie davon ausgehen, dass sie irgendetwas davon hätten. Ich denke, oft ist es so…

LAURA: Dass sie es so von ihrer Kindheit kennen. Vielleicht lassen sie es einfach raus, weil sie nicht wissen, wie sie damit umgehen können. 

JOHN STRELECKY: Wenn du spürst, dass du Druck ablassen musst, ich bin sicher jeder hat solche Momente, in denen man den Ballast loswerden möchte, dann finde jemanden und lass den Druck raus, stelle dabei nur sicher, dass es nicht im Beisein deines Kindes ist. Denn dabei gibt es keine Gewinner, sondern nur Verlierer. 

LAURA: Wenn wir übers Scheitern sprechen, darüber auch Fehler zu machen, wie hast du deiner Tochter dabei geholfen, dass sie keine Angst davor hat, Fehler zu machen und sich selbst vertraut? 

JOHN STRELECKY: Ich würde sagen… hier noch mal, ich bin weit davon entfernt perfekt zu sein, ich tue einfach das Beste, was ich kann, zusammen mit dem, was ich entdecke und was ich lerne, …wenn ein Kind Interesse für etwas äußert, erlaube ihm diesen Weg weiterzugehen. Ich glaube es ist ein langer Weg, bis du deiner eigenen Intuition vertraust. Gib deinem Kind die Möglichkeit, Erfolg, auf diesem Weg, zu haben. Eine jüngste Erfahrung dazu, mir fällt keine ein als sie jünger war, aber Musik ist etwas Neues. Ich bin nicht musikalisch, aber ich wünschte ich wäre es. Meine Eltern versuchten es, als ich klein war, aber ich war glücklicher, draußen mit meinem Basketball herumzurennen. Ich hatte keine Geduld, da zu sitzen und ein Instrument zu spielen. Meine Tochter ist körperlich sehr begabt, in Hinblick auf Sport, sie hatte eine unglaublich gute Hand-Augen-Koordination. Aber sie liebt Sport nicht so, wie ich es tat. Aber was sie liebt, ist Musik. Sie entschied sich dazu, wortwörtlich, Ukulele spielen zu lernen. Ich fragte sie: „Bist du sicher, dass du das möchtest?“ Sie sagte, und daran merkte ich wieder, wie viel ich von meinem Kind lernen kann, dass es eine Methode dafür gibt, um sicher zu sein. Ich fragte sie nach dieser Methode. Sie sagte: „Wenn ich etwas machen möchte, dann warte ich 30 Tage, wenn ich es dann immer noch will, dann mache ich es.“ Ich war begeistert und fragte: „Hast du schon 30 Tage wegen der Ukulele gewartet?“ Sie sagte: „Nein, es sind noch 17 Tage übrig.“ Ich sagte: „Ok, lass mich wissen, wenn es so weit ist, dann kaufen wir eine Ukulele.“ Sie entschied sich dafür, es war keine große Investition, vielleicht 60 Dollar, so bekam sie die Ukulele. Ich habe beobachtet wie sie, sie hatte noch nie eine Ukulele in der Hand gehabt, innerhalb von zwei Wochen professionell Ukulele spielen lernte. Ich sah, wie sie ohne Hilfe, Videos auf YouTube suchte, die ihr das Ukulelespielen beibrachten und auf diese Weise, übte sie selbständig. So war ich in Bezug auf Sport, niemand musste mir sagen, ich solle Sport treiben. Im Gegenteil, sie mussten mich abends, von der Straße, nach Hause zerren. Ich denke man sollte darauf achten, was dein Kind begeistert und was sein Interesse weckt. Und du musst es dann nur ermöglichen und helfen, dass es sich entwickeln kann. 

Jetzt ist sie auf die Gitarre umgestiegen. Hierzu gibt es etwas, das zeigt, wie der Instinkt gestärkt werden kann. Sie sagte also: „Ich würde jetzt gerne Gitarre lernen.“ Wieder kam sie vor dem Ende ihrer 30 Tage Bedenkzeit zu mir, so sagte ich wieder zu ihr: „Komm zu mir, wenn du bereit bist.“ Sie wollte dann auf jeden Fall, eine Gitarre haben, wenn möglich, sie war nicht fordernd, sie fragte, ob sie eine haben könnte. So gingen wir zum Gitarrenladen, ich weiß überhaupt nichts von Gitarren. Ich bat im Laden den Verkäufer um Hilfe. Sie war etwas eingeschüchtert. Wir gingen rein, sie war zurückhaltend und etwas schüchtern. Der Verkäufer sagte, dass sie jede Gitarre nehmen könne, es war wie in einem Musikraum, sie könnte jede der Gitarren ausprobieren, um zu spüren, wie sie sich anfühlt. Sie zögerte, so kam ich als Vater an die Reihe, um ihr zu helfen, denn das ist, was ich auch im Leben mache, ich helfe Leuten ihre Grenzen, ihre Hemmschwellen, zu überwinden. In mir drin dachte ich, sie solle sich eine Gitarre nehmen und spielen, dass dies nicht so schwer sein kann. Aber ich sehe ihre Sorge und ich weiß, dass es für sie nicht leicht ist. So wendete ich die andere Technik an, über die wir sprachen, ich wurde einfach still. Ich dachte in mir: „Lass ihr ihren Raum, lass ihr Zeit.“ Dann sagte ich: „Wir können uns von dem Verkäufer beraten lassen.“ Und wieder geduldig abzuwarten, wie sie selbst eine Entscheidung traf. Sie sagte dann: „Ja ok, fragen wir ihn“. Also ließen wir uns von ihm beraten. Er erklärte uns alles über Gitarren, zeigte uns eine schöne Gitarre für Einsteiger, die nicht sehr teuer war. Sie probierte sie aus, mochte es, aber liebte es nicht. Der Händler verließ den Raum, um etwas zu holen. Und ich sagte: „Es sieht nicht so aus, als würdest du diese Gitarre besonders mögen.“ Das war meine Intuition. Sie sagte: „Ich weiß es nicht, Dad, ich glaube ich sollte etwas fühlen.“ Ich sagte zu ihr: „Wir können so lange hierbleiben, wie du möchtest.“ Zuvor war der Gedanke, dass wir eine gebrauchte Gitarre kaufen, und keine neue Gitarre. Sie lief durch den Raum, kreiste herum und hielt vor der Wand an, wo alle gebrauchten Gitarren hingen. Sie nahm eine herunter und spielte auf ihr. Innerhalb von Sekunden konnte man erkennen, dass diese Gitarre und dieses Kind, in diesem Leben, in diesem Universum, zusammengehörten. Sie begann zu spielen und begann zu leuchten. Diese Gitarre war etwas teurer, aber nicht viel. Sie fragte mich, was ich darüber dachte. Hier ist wieder der Moment, alles, was sie tun würde, ist wunderbar. Ich sagte: „Schatz, es scheint, dass du und die Gitarre füreinander bestimmt seid, was denkst du?“ Sie sagte nur: „Dad, das ist die Gitarre.“ 

LAURA: Das ist so wunderschön. 

JOHN STRELECKY: Wir kauften sie. So sieht die Teenager Version aus, von der Anwendung der Dinge, über die wir sprachen. Im richtigen Moment still zu sein, folge deiner Intuition und lass sie auf ihre vertrauen, lass sie entscheiden. Jetzt spielt sie jeden Tag Gitarre. Ich saß auf meinem Teppich, im Wohnzimmer, mein Kind hatte ihre Gitarre gerade 26 Stunden und sie spielte ihren ersten Song. Und ich als ihr Vater, könnte dies selbst nach 26 Monaten nicht. Ich war einfach nur begeistert. 

LAURA: Danke, dass du das mit uns geteilt hast. 

JOHN STRELECKY: Ich teile gerne die Geschichten und bin so dankbar, dass du fragst, das bringt viele glückliche Momente zurück. 

LAURA: Danke nochmals dafür. 

JOHN STRELECKY: Lass uns mal die Plätze tauschen, und du erzählst mir etwas über dich, etwas, dass du getan hast, mit deinem Sohn, auf das du zurückschaust und feststellst, das war eines der besten Dinge, die ich getan habe. Oder eine Lieblingserinnerung, die du hast. 

LAURA: Mein Sohn und ich wir haben ein Lied. Ok. Dieser ist „Let it go“ aus dem Film „Die Eiskönigin“. Das ist schon seit langer Zeit unser Lied, ich glaube, seit anderthalb Jahren, Als er eineinhalb Jahre alt war, weil ich den Song wirklich gerne mag, sagte ich ihm, dass er dieses Lied so gut singen kann. Das Lied ist von einem Disney oder Pixar Film. Seit er eineinhalb Jahre ist, tanze ich mit ihm zu diesem Song. Ich habe ihn auf meinem Arm, wir tanzen durch das ganze Wohnzimmer, Wie du, bin auch ich musikalisch nicht wirklich talentiert. Ich weiß auch, dass ich keine gute Sängerin bin, aber bei diesem Song, lass ich mich einfach gehen. 

JOHN STRELECKY: Du singst einfach drauf los. 

LAURA: Ja, ich bin dann Whitney Houston. Da das Lied auf Englisch ist, versteht er den Inhalt noch nicht, jetzt spricht er etwas Englisch, aber damals noch nicht, so sang er einfach irgendetwas. So sangen, schrien und tanzten wir zusammen. Bis heute ist es so, dass wir mindestens alle zwei Tage, zu diesem Song tanzen und singen. Das ist wundervoll. Jetzt habe ich meine Tochter und ihn, beide zusammen, auf meinen Armen und wir drehen uns zusammen durchs Wohnzimmer. Sein Gesicht, in dem Moment, wenn ich das Lied anschalte… 

JOHN STRELECKY: Unglaublich. 

LAURA: Ja. Das ist so cool. 

JOHN STRELECKY: Wenn es eine Währung im Leben gibt, die wirklich von Bedeutung ist, dann sind es für mich die Minuten. Du fängst Minuten ein, wenn du so etwas tust. Jedes Mal, wenn du daran denkst, bekommst du diese Minuten wieder. 

LAURA: Das ist so spannend, denn obwohl ich nicht gut singen kann, verbinde ich mit Musik so viele Gefühle. Wann immer ich diesen Song höre, habe ich diese Gefühle und spüre die Verbundenheit mit meinem Sohn.

JOHN STRELECKY: Was ich an dieser Geschichte liebe, ist… nicht nur dass du einen schönen Moment mit ihm hast, sondern, dass du ihm die Freude daran zeigst, schöne Momente zu haben. Du zeigst ihm all das Gute, wie Sorgsamkeit und Freundlichkeit. Ich erinnere mich daran, als wir auf Hawaii waren, wir haben dort sehr gute Freunde und auch seinen besten Freund, sie sind im gleichen Alter, Eddi und er, da machte ich dieses Lied an und Eddi war auf dem Arm seiner Mutter und ich nahm Carlo auf meinen Arm und wir sangen alle vier zusammen und teilten so unsere Erfahrung, miteinander zu tanzen, mit anderen Leuten. Ein Freund von mir machte ein Video, das ist eines der wunderschönsten Dinge. Ja, ein wirklich besonderer Moment. 

LAURA: Ja, ich denke, das wird er. Ich denke, selbst wenn er sich nicht bewusst erinnert, wird er immer eine Verbindung mit diesem Lied haben. 

JOHN STRELECKY: Ja, das denke ich auch. Was steht noch auf deiner Liste, worüber haben wir noch nicht geredet? Wir haben schon etwas darüber gesprochen, es steht im Zusammenhang mit dem, über das wir in Bezug auf das Abendritual, das Vorlesen, geredet haben. Ich liebe diesen Impuls, den ich von anderen Frauen bekommen habe. Denn als ich wusste, dass ich Vater werden würde, begann ich Frauen zu fragen, was das Wichtigste ist, was ich wissen sollte, wenn ich dann plötzlich eine Tochter haben würde. Und ich fragte, was das Beste war, was ihr Vater für sie getan hatte. Es gab bei den Antworten einen sehr interessanten Trend. Ganz vorne bei den Antworten lag, dass er geholfen hat, ihr Selbstbewusstsein aufzubauen. Denn es kommt der Tag, dass sie einen Idioten als Chef oder als Partner haben, die wollen, dass sie etwas tun oder sich auf bestimmte Weise verhalten, wenn sie dann kein Selbstbewusstsein haben, wird dies einer der schlimmsten Tage ihres Lebens. Sie sagten, dass ich unbedingt ihr Selbstvertrauen stärken muss. Dies habe ich mir zu Herzen genommen. Sie sagten mir auch, dass ich Traditionen aufbauen sollte. Sie haben mir von zwei Traditionen erzählt, eine davon war, dass eine Frau sagte, dass sie jeden Samstag mit ihrem Vater bei McDonalds war. Das war einfach ihre Zeit, sie redeten aßen ein Happy Meal und das war ihr Ding. Ich mag McDonalds nicht und ich mag das Essen nicht für mein Kind, das ist nicht mein Ding, aber ich nahm mir den Aspekt der Tradition zu Herzen. 

Ein anderes Beispiel ist von einer Freundin, Sharon, wir spielen seit zehn Jahren gemeinsam Volleyball. Ich fragte Sharon und sie sagte: „Als ich sechs oder sieben Jahre alt war, da hatte ich fast keine Verbindung zu meinem Vater.“ Daraus ergab sich, dass sie am Frühstückstisch einmal zu ihm sagte: „Ich mag Mami, aber dich mag ich nicht.“ Kannst du dir das vorstellen? Ein kleines Kind, sagt dies seinem Vater direkt ins Gesicht. Darauf sagte er: „Weißt du, ich bräuchte heute etwas Hilfe.“ Sie fragte ihn, was er damit sagen wolle. Er sagte: „Ich brauche deine Hilfe bei der Wahl einer Krawatte für heute.“ Er ließ sie in seinen Schrank schauen und eine der vielen Krawatten auswählen, die er an diesem Tag tragen würde. Diese Tradition, wenn sie davon erzählte, heute mit 52 Jahre, brachte sie zum Weinen. Sie sagte, er ließ sie von diesem Tag an, seine Krawatte auswählen. Er trug sie unabhängig, ob diese zu seinem Shirt passte. So ging er dann auch zur Arbeit. 

LAURA: Das ist so wunderschön. 

JOHN STRELECKY: Ich nahm mir diese Geschichte zu Herzen, und das Konzept, Traditionen zu erschaffen. Sophia-Ball ist eine Tradition, das abendliche Vorlesen ist eine Tradition, und auch der Kuscheltierkönig ist eine Tradition. Eine meiner liebsten Traditionen ist, als sie noch sehr klein war und als sie begann statt zu baden, sich zu duschen, sagte sie: „Daddy, mach die Geräusche.“ Sie hatte viele Badefiguren, Puppen, Wale und andere, und meine Aufgabe war es, mit den Figuren Geschichten zu erzählen, ihnen eine Stimme zu geben. Dann kommt die Zeit, dass man möchte, dass sein Kind sich duscht, statt zu baden. Sie leistet etwas Widerstand, da ich ja diese ganze Badeparty veranstaltete, so musste ich mir etwas ausdenken, um ihr den Übergang leichter zu machen. So habe ich mir Geschichten aus der Stadt Popowaschen ausgedacht. Also im Sinne von, den Popo waschen. In der Stadt Popowaschen, da waren all die wunderbaren Leute, sowie auch ein kleines Mädchen mit den Namen Adventure, Abenteuer, und ihr bester Freund war eine Fledermaus, die Sophia, Nightwing, Nachtflügel nannte. Ich erfand diese Geschichten auf dem Boden sitzend, mit dem Blick entgegengesetzt zur Dusche und konnte hören, wie sie sich duschte, während ich Geschichten aus der Stadt Popowaschen erzählte. Sie liebte diese Geschichten so sehr. Leute, die davon erfuhren, baten mich um Beispiele. Das tat ich und sie sagten: „Mein Gott, du bist ein Schriftsteller, schreibe diese Geschichten auf.“ Das hier ist ein Beispiel dafür, wie wir in unserer Beziehung Vertrauen aufbauten. Ehrlich gesagt, ohne mich selbst zu loben, das waren wirklich gute Geschichten. Ich fragte Sophia, nachdem ich gefragt wurde, ob ich die Geschichten aufschreibe. „Schatz, was denkst du darüber?“ Sie schaute mich an und sagte: „Daddy, ich möchte, dass sie nur unsere sind.“ Und das ist es. Kein Problem. 

LAURA: Das ist so schön. Das ist wie in dem Film, wie war noch mal der Name, In Großbritannien, dieser Bär… 

JOHN STRELECKY: Paddington? 

LAURA: Nein, nicht Paddington. Das war um 1945, dieser super berühmte… 

JOHN STRELECKY: Winnie Puh? 

LAURA: Ja, genau, danke dir. War das ein Bär? 

JOHN STRELECKY: Ja. 

LAURA: Das Interessante war, die Handlung des Films basierte auf einer Geschichte die ein Vater zuvor immer seinem Sohn erzählte hatte, dann schrieb er sie auf und veröffentlichte sie, dies zerstörte die Beziehung zwischen dem Vater und seinem Sohn. Das ging so weit, dass sich der Sohn deswegen entschied, in den Krieg zu ziehen, im Zweiten Weltkrieg zu kämpfen, um sich von seinem Vater zu trennen. So finde ich es sehr schön, dass du dies für dich und deine Tochter bewahrt hast. Manchmal ist es schön, Dinge zu teilen, aber manchmal kann es besser sein, Dinge für sich zu behalten. 

JOHN STRELECKY: Ja, für mich geht es auch um Vertrauen, hätte ich dieses Vertrauen gebrochen, dann hätten wir nicht die Gespräche, über ihre Periode, über Sexualität, Jungs und all das andere. Ich glaube, wir würden nicht darüber reden, wenn ich dieses Vertrauen gebrochen hätte. Irgendetwas anderes wäre dann wichtiger als die Erinnerungen, die wir teilen. 

LAURA: Ich habe eine Frage zu einem Thema, welches ich sehr interessant finde, in Bezug auf die Beziehung zu deinem Vater. Du hast dich entschieden, Dinge anders zu machen als dein Vater. Was war es, was dir dabei geholfen hat, den Schmerz loszulassen, den du vielleicht hattest, in Bezug auf das Verhalten deines Vaters. Du sagtest, dass es traumatisch für dich war, auch weil du ein sehr auditiver Mensch bist. Was hat dir dabei geholfen, diesen Kreislauf zu durchbrechen, von verletzten Menschen, die wiederum Menschen verletzen. 

JOHN STRELECKY: Ich denke es ist von Bedeutung, davon auszugehen, dass jeder das Beste tut, was er kann. Als Kind siehst du die Welt mit anderen Augen, aber du erkennst vielleicht nicht den Stress, dem deine Eltern ausgesetzt sind. Wie gesagt er war 26 Jahre, hatte drei Kinder unter fünf, er versuchte sein Geschäft am Laufen zu halten, um für seine Familie zu sorgen. Er hatte nie die Möglichkeit sich selbst weiterzuentwickeln, denn damals gab es keine persönliche Weiterentwicklung. Deshalb wäre es unfair sein Verhalten mit meiner Lebenserfahrung zu vergleichen. Hinzu kommt der heutige Zugang zu Informationen, das war damals nicht so. Also Mitgefühl ist ein Teil davon. Intuitiv würde ich auch sagen, und ich weiß, es ist nicht leicht, dies zu machen, aber es ist das, was mir hilft. in Safari des Lebens spreche ich darüber, dass wir alle eine Rolle spielen. und wenn du über die Konstellation nachdenkst, die von meinem Vater erwartete Rolle des schreienden Mannes zu spielen, so konnte ich daraus lernen, der Mann zu werden, der nicht schreit. So konnte ich dieser Vater werden, der diese Beziehung mit seinem Kind hat. Kannst du erkennen, wie sehr er in dieser Rolle gelitten hat, damit ich in dieser Rolle sein kann? Wenn ich mir selbst erlaube, in diesem Kontext zu denken, dann bin ich dankbar, anstatt nachtragend. 

LAURA: Danke, dass du das mit uns teilst. 

JOHN STRELECKY: Gerne. 

LAURA: Das ist etwas, an das ich wirklich glaube. 

JOHN STRELECKY: Woher kommt bei dir dieser Glaube? 

LAURA: Ich weiß nicht genau, ich glaube es war Teil meines spirituellen Weges. Anzuerkennen, dass jeder auf seinem Lebensweg, den Erfahrungen begegnet, die für uns bestimmt sind, um wachsen zu können, um sich daran zu erinnern, wer wir sind, und wer wir sein wollen. Dabei geht es um Selbstverantwortung, darüber, wie du durchs Leben gehen willst. 

JOHN STRELECKY: Ja, hierzu kann ich dir etwas erzählen, kürzlich hatte ich bei einem Treffen, mit einer Person, die eine wirklich kraftvolle Geschichte erzählte. Ihr Vater hatte Selbstmord begangen, als sie gerade acht Jahre alt war. In diesem Gespräch, erzählte sie von einem Freund, den sie hatte, der durch eine Depression ging, und Selbstmord gefährdet war. Durch die Erfahrungen, die sie wegen ihrem Vater durchgemacht hat, konnte sie diesem Freund zur Seite stehen und für ihn da sein. Ich teilte diese Auffassung mit ihr und sagte: „Stell dir vor, was dein Vater alles aufgegeben hat, niemals seine Tochter zu sehen, wie sie aufwuchs und älter wurde. Vielleicht hat er all das auf sich genommen, damit du da sein konntest und dieser Freund sich nicht das Leben nimmt.“ Wenn wir dies in einen anderen Kontext stellen, ändert das alles. Ich sage nicht, dass es leicht ist. Wenn jemand in einer schwierigen Situation ist, gehe ich nicht davon aus, dass er in diesem Zustand bleiben möchte, sondern sage ihm, dass es mir helfen würde, es anders zu deuten. 

LAURA: Ja, ich stimme dir vollkommen zu, das ist genau meine Lebensphilosophie. Gibt es noch mehr, was du teilen möchtest, etwas, das wichtig für dich ist? 

JOHN STRELECKY: Mal sehen, das hier ist, wenn du noch ganz kleine Kinder hast. Das ist etwas, dass wirklich wichtig ist. Ich denke du weißt dies schon, weil wir schon darüber gesprochen haben, und weil du der Mensch bist, der du bist. Es vergeht so schnell, gerade kannst du ihn noch auf den Arm nehmen, ich kann das mit meinem Kind nicht mehr. Seit sie sieben Jahre ist, kann ich es nicht mehr tun. Es gibt Momente, in denen du müde bist, und dein Kleines sagt: „Daddy, trag mich.“ Und du denkst, dass du nicht sicher bist, ob du diese Liebe heute aufbringen kannst. Oder du bist auf einer Bergwanderung, und vor dir liegen 42 Stufen und es kommt die Frage: „Kannst du mich tragen?“ Ich denke, die Sache ist diese, es wird der Tag kommen, für alle Eltern, das geht so schnell, dass du sie nicht mehr tragen kannst. Einer meiner aller Lieblingsdinge auf der Welt ist, als sie klein war, war als sie sagte, sie war so klein, dass sie noch nicht richtig sprechen konnte, die Sprache entwickelte sich gerade, da kam sie in mein Büro gewatschelt und machte so mit den Armen und sagte: „Daddy hält dich, Daddy hält dich.“ Was ich damit sagen möchte, ist, dass man sich an diesen Momenten erfreuen soll, solange man sie hat, denn man hat sie nur für eine bestimmt Anzahl von Jahren. Danach wirst du diese nie wieder haben. Bezogen darauf wie es früher war, als sie ins Bett ging, schrieb ich in dem Buch über Sachen, die ich gelernt habe: Wenn Dinge, die wir lieben, zu Ende gehen. Es gab eine Zeit, in der sie mich jede Nacht fragte: „Daddy, bekomme ich drei Umarmungen und sieben Küsse?“ Drei Umarmungen und sieben Küsse oder andersherum, ich weiß es nicht genau. Dann kommt dieser Abend, wo das nicht passiert und es wird nie wieder passieren. Es ist so leicht, dass wir in solchen Momenten an etwas anderes denken, dass wir Posteingang prüfen oder dass wir den nächsten Tag planen müssen. Aber wenn du dir selbst erlaubst, in diesem Moment da zu sein, sich einzulassen, wenn dann dieser Moment zu Ende geht, dann hast du nichts zu bereuen. 

LAURA: Danke, dass du das mit uns geteilt hast. Ich weiß, du hast diese Frage schon zweimal in meinem Podcast beantwortet, aber ich werde dich noch einmal fragen, genauer gesagt sind es zwei Fragen, die ich dir gern stellen möchte. Die erste Frage ist, vielleicht in Bezug auf Kindererziehung, welche Rolle spielt für dich Spiritualität in der Kindererziehung? 

JOHN STRELECKY: Da bin ich nicht sicher, denn ich habe sicher nicht alles für mich herausgefunden, das ist ein Prozess für mich, wie es das auch für alle anderen ist. Ich gebe mein Bestes, um Auffassungen so darzustellen, ohne das dies den Anschein hat, dass dies die endgültige Antwort sein muss. Deshalb sage ich immer, dass das ist, was ich denke, und dann frage ich meinen Gegenüber, was er darüber denkt. Weil die Menschen haben genauso viel beizutragen wie wir. Deshalb besteht die Idee, dass es um mehr geht. Der kosmische Algorithmus des Universums. Ja, wir haben zuvor darüber gesprochen. Ja, dass dein Handeln, deinem Gegenüber vermittelt, für was du dich interessierst, so bekommst du mehr davon, in Abhängigkeit deines Handelns. Ich denke es ist gut, diese Dinge mit anderen zu teilen. 

Einmal wollten wir nach Afrika reisen, um nach Afrika zu reisen, sollte man sich impfen lassen, Gelbfieber, Typhus und all das andere. So teilte ich mit meiner Tochter meine Auffassung, dass die kleinen Dinge dich nicht von den großen Dingen im Leben abhalten sollten. Wir redeten darüber, sie hat es verstanden, ich sagte ihr, dass die Impfung, die kleine Sache ist, dass ich weiß, dass es weh tut und dass ich das auch nicht mag. Es geht wieder darum, auch verwundbar sein zu können. Ich sagte ihr dies und stellte es in Bezug zu Afrika und fragte sie: „Du freust dich auf Afrika, auf was freust du dich am meisten?“ Ich fragte sie dies, um sie direkt einzubeziehen. So gingen wir zur Impfung mit dem Versprechen, dass wir danach ein Eis essen gehen, es könnte auch etwas anders sein. Wir gingen dorthin, sie war so tapfer, sie wurde geimpft und ich wurde geimpft, Wir gingen nach Afrika und hatten diese wunderbare Zeit, wir reisten ein Jahr mit dem Rucksack durch die Welt. Als wir wieder zurückkamen, begann sie in den Kindergarten zu gehen. Ich ging auf den ersten Elternabend, dort nahm mich die Erzieherin zu Seite und sagte mir, dass sie mir die niedlichste Geschichte zu erzählen hat. Sie erzählte, dass ein Mädchen aus Sophias Gruppe etwas kaputt gemacht hat, und dass Sophia zu ihr ging und den Arm um sie legte, und zu ihr sagte: „Das ist ok, die kleinen Dinge sollten dich nicht von den großen Dingen abhalten.“ Also ich denke, die große Idee der Spiritualität, der Möglichkeiten dem Leben zu begegnen und das Spiel des Lebens zu gewinnen, können im alltäglichen Leben vermittelt werden, sogar durch die kleinen Dinge wie diese. Wie siehst du das? 

LAURA: In Bezug auf Spiritualität in Verbindung mit der Kindererziehung? 

JOHN STRELECKY: Ja, denn an dir bewundere ich sehr viele Dinge. Eines der Dinge, die ich am meisten an dir bewundere, ist deine Fähigkeit dich zu erden, und in Verbindung bleiben zu können, sowie im Moment zu leben und präsent zu sein. Ich würde gerne wissen, wie du dahin gekommen bist, das ist sicher eine lange Geschichte und ich würde sie gerne hören, sowie auch zu erfahren, was deine Strategie, deine Methoden sind, um dies mit deinen Kindern zu teilen? 

LAURA: Ich glaube, um Kindern etwas beizubringen, ist der beste Weg, ihnen Dinge vorzuleben. Ich versuche also meinen Weg der Spiritualität zu leben, ein spirituelles Wesen in einer menschlichen Erfahrung, so gut ich kann und ich versuche sehr schnell zu vergeben. Ich versuche mit meinem Sohn jeden Abend Dankbarkeit zu üben. Bevor er schlafen geht, blicken wir auf den Tag zurück, ich erzähle ihm von seinem Tag, das ist wie unsere Gute-Nacht-Geschichte. Er sagt: „Mama, erzähl mir von meinem Tag.“ Daraufhin erzähle ich: „Heute früh bist du aufgestanden und zu mir gekommen, hast mich umarmt und mir einen Kuss gegeben…“, dann gehe ich mit ihm durch seinen Tag. Am Ende frage ich ihn immer: „Was war für dich das Schönste heute?“ Er wählt dann eine Sache aus und das ist oft sehr erstaunlich, da ich manchmal nie darauf gekommen wäre, dass es genau das hätte sein können, für was er am dankbarsten ist. Das ist etwas, wo ich ihm versuche, beizubringen, wie man zurückschauen kann und die Aufmerksamkeit auf das Bedeutende lenkt und Dinge loslässt. Ja , ich versuche, so gut wie ich es kann, ich bin weit entfernt perfekt zu sein, ich versuche halt einfach, so zu Leben und miteinander zu reden. ich denke so lernt er am besten, wenn er mich sieht, wie ich ruhig bleibe, in Momenten, in denen vielleicht jemand anderes ausrasten würde. Er sieht, wie ich freundlich zu anderen Menschen bin, wie ich offen und liebend bin. 

JOHN STRELECKY: Gibt es auch etwas, das er sieht, wie z.B. deine tägliche Meditation oder etwas anderes, das Teil deiner Erdung ist? Methoden, die du anwendest, auch wenn es nicht mit ihm gemeinsam ist? 

LAURA: Ich würde mir wünschen, dass er mich jeden Tag meditieren sieht. 

JOHN STRELECKY: Du wünschst dir, dass du jeden Tag meditieren würdest? 

LAURA: Das ist, was ich zu sagen versuche, aber ja… Wenn ich Yoga mache, dann mache ich es mit ihm zusammen. Also er macht Yoga mit mir und ich versuche ihn dazu zu animieren, sich ruhig hinzusetzten und seine Hände zusammen zu bringen, tief zu atmen und sich mit seinem Körper zu verbinden. Das ist etwas, das wir gemeinsam tun und wenn ich meditiere, dann tue ich es mit den Kindern um mich herum. Wow, das ist toll. wenn ich meditiere, dann können sie mich dabei sehen. Aber das ist etwas, woran ich arbeite, zurück zu meiner Mediationsroutine zu finden, die ich in den letzten Jahren sozusagen verloren habe. 

JOHN STRELECKY: Mit zwei Kleinkindern zu Hause und all dem, was du sonst noch tust… 

LAURA: Ja, das ist sehr schwierig. 

JOHN STRELECKY: Ja, ich kenne das. Ich denke es geht hauptsächlich darum, ihnen das vorzuleben, wie du möchtest, dass sie leben und sind. Denn sie hören nicht, was du sagst, aber sie sehen, was du tust, und das ist, wonach sie leben werden. 

LAURA: Ja, ich stimme dir vollkommen zu. Das ist warum ich immer versuche, der bestmögliche Mensch für sie zu sein. Was ich auch mache, was ich nicht erfuhr, als ich ein Kind war, meine Eltern drückten nie mit Worten aus, dass sie uns lieben, so etwas gab es bei uns nicht, aber ich sage meinen Kindern, ich weiß nicht wie oft am Tag, wie sehr ich sie liebe. Gerade, als mein Sohn und ich uns verabschiedet haben, das war ein sehr schöner Moment. Ich gab ihm einen Kuss, er saß auf der Couch, ich sagte, dass ich später zurückkomme, dass ich arbeiten muss. Ich ging gerade zu Tür, als ich hörte: „Mama, warte.“ Dann kam er angerannt und sagte: „Ich möchte dich umarmen.“ Dann umarmte er mich und sagte: „Ich möchte dich noch ein bisschen mehr umarmen.“, und das tat er auch. Dann sagte er: „Mama, ich liebe dich.“ Ja, das war so schön. Er gab mir einen Kuss und ist dann wieder zurück gegangen. Wir haben diese starke… ich denke, für mich ist es das Wichtigste, Menschen zu sagen, dass ich sie liebe. Das sage ich meinen Kindern sehr oft. 

JOHN STRELECKY: Das Tolle ist, obwohl dies in deiner Kindheit für dich nicht so war, kannst du dir selbst sagen, das ist das, was ich möchte, das ist der Weg, den ich mir für meine Kinder wünsche. 

LAURA: Das ist sehr ähnlich zu deiner Erfahrung, denn dies ist, was ich am meisten in meiner Kindheit vermisst habe, dass jemand kommt und sagt, dass er dich liebt, dass du gut bist, so wie du bist, und dass man nicht um Anerkennung kämpfen muss. 

JOHN STRELECKY: Diesbezüglich habe ich folgende Frage an dich, ich war mal am Flughafen, es ist lustig welche Dinge man in gewöhnlichen Momenten lernen kann, und was dich dann dein Leben lang prägt. Ich war also am Flughafen und habe auf meinen Flug gewartet, dort war eine Frau, sie saß nicht weit entfernt von mir, sie trug Business-Kleidung und arbeitete offensichtlich die ganze Woche. Es war Freitag, ich bin sicher, sie war die ganze Woche nicht bei ihren Kindern. Ich hörte, wie sie am Telefon sagte: „Kannst du Mami sagen, dass du mich liebst? Kannst du Mami sagen, dass du mich liebst?“ Ich glaube, ich war zu dieser Zeit noch kein Vater, aber ich fühlte solch eine Traurigkeit für sie, weil ich spürte, wie verletzt sie war. Ich wusste, wie sehr sie das von ihrem Kind hören wollte und brauchte, in diesem Moment. Meine Intuition sagte mir, dass wenn dies der Weg ist, ein „Ich liebe dich“ zu bekommen, wird es nicht das „Ich liebe dich“ sein, was du wirklich haben willst. Daraus nahm ich für mein Leben mit, dass man Liebe geben sollte, wenn man sie fühlt, und wenn deine Kinder es fühlen, werden sie es dir zurückgeben. 

LAURA: Ja, das ist richtig und es ist interessant, denn gerade gestern hatte ich ein Gespräch darüber mit meinem Kindermädchen, wir sprachen darüber, wie häufig es vorkommt, dass wenn die Beziehung zwischen den Eltern nicht gut läuft, Eltern oft ihre Kinder als Ersatz nehmen, um ihr Bedürfnis nach Liebe zu erfüllen, welches der Partner nicht erfüllt. Das bringt die Kinder in eine sehr schwierige Situation, weil sie sozusagen etwas erfüllen müssen, was sie nicht können. Mein Kindermädchen erzählte mir, dass ihre Eltern sich andauernd stritten, dass es sehr schwierig war und ihr Vater immer versuchte, Zeit mit ihren Brüdern zu verbringen, um mit ihnen jagen oder angeln zu gehen, wenn sie nicht mit ihm mitkommen wollten, wurde er sehr wütend auf sie. Dabei ging es ihm gar nicht darum, dass sie mitkommen, sondern es ging darum, sein Bedürfnis, jemanden in der Nähe zu haben, zu stillen. Gleichzeitig benutzte ihre Mutter sie, als Kissen zwischen Mutter und Vater. Ich denke, das ist auch eine Art von emotionalem Missbrauch an dem Kind. Ich denke, darauf muss man gut aufpassen, wenn du dein Kind benutzt, damit dein inneres Kind die Liebe bekommt, die du brauchst und vermisst. 

JOHN STRELECKY: Ich freu mich sehr, dass du diese Geschichte aufgegriffen hast, Für alle die darüber nachdenken Eltern zu werden, es aber noch nicht sind. Folgendes, denke ich, ist eine der größten Unwahrheiten, in Bezug auf das Elternsein. Alle Bilder von Neugeborenen, zeigen ein kleines Bündel, dass nur aus Liebe besteht. Perfekt, im Moment des Bildes, denn es ist für Werbezwecke, für Babyessen, für die Windelwerbung und all das. Ich denke, dass manche Leute, Eltern werden wollen, weil sie diese Liebe wollen, die in ihrem Leben fehlt. Die Hoffnung, dass dieser kleine Mensch, diese Liebe geben kann, wird durch die allgegenwärtige Werbung vermittelt. Mal sehen, ob ich auf diesen Irrtum eingehen kann, vorsichtig, aber auch sehr ehrlich, auch hier, fühl dich frei etwas zu ergänzen, wenn du das Bedürfnis hast. Das erste Jahr wirst du alles von dir geben, das Kind hat noch nicht die Fähigkeit, dir etwas zurückzugeben. Vielleicht ein kleines bisschen auf emotionaler und mentaler Ebene, aber sie werden zu dieser Zeit nicht einfach zu dir kommen und dich umarmen. Du wirst ihnen das Essen machen, ihre Windel wechseln, du wirst mit ihnen Spaß haben, aber sie werden nicht die Quelle des Gebens sein, das ist für eine relativ lange Zeit so. Wenn du eine andere Erwartung hast, wirst du extrem enttäuscht werden. Wenn du aber erlaubst, dass es auf natürliche Weise geschieht, wird es eines der schönsten Erlebnisse sein. Der erste Moment, in dem ich wusste, dass Sophia mich liebt, sie konnte noch nicht laufen, so war es wahrscheinlich im ersten Jahr, wir lagen zusammen auf den Teppich, und ich machte so und komische Gesichter, sie schaute zu mir und machte auch lustige Gesichter, wir hatten Spaß und sie lachte, da legte sie ihre zwei kleinen Hände an die beiden Seiten von meinem Kopf und berührte mit ihrer Stirn, meine Stirn und ich kann euch sagen, als wenn sie es ausgesprochen hätte, ich war absolut sicher, sie wollte sagen: „Ich liebe dich, Daddy.“ Das ist dieser Moment, den du dir so sehr wünschst, den du versuchst von ihnen zu bekommen. Hast du das auch schon erlebt? Deine Kinder sind noch so klein, und anfangs bist du es, du tust alles für sie. 

LAURA: Ja, ich stimme dir vollkommen zu. Das Schlimmste ist, wenn du ein Kind möchtest, damit es dir Liebe gibt, die in deinem Leben fehlt. Das wäre ein vorhersehbares Drama, für den Rest deines ganzen Lebens, denn es ist einfach nicht ihre Aufgabe, dafür sind Kinder nicht auf dieser Welt. Du bist verantwortlich dafür für sie ein Umfeld mit Liebe zu schaffen, wo sie wachsen können. Sie sind nicht dafür verantwortlich, dir Liebe zu bringen. Deshalb denke ich, dass dies ein gutes Thema ist. 

JOHN STRELECKY: Wenn jemand das fühlt, nachdem er unser Gespräch gehört hat: Du bist es so wert, geliebt zu werden! Wenn du dir selbst erlaubst, zuallererst dich selbst zu lieben, dann wirst du es noch mehr lieben, Mutter oder Vater zu sein, als du es vielleicht bisher getan hast. 

LAURA: Eine letzte Frage: Stell dir vor, es ist der letzte Tag deines Lebens, du hattest ein wunderschönes langes Leben, so viele wunderschöne Erinnerung mit deiner Tochter, so viele gute Interviews mit mir… 

JOHN STRELECKY: Wir haben gerade Interview Nummer 7428 beendet, diese beiden sind mittlerweile so alt, dass wir nicht unbedingt sicher sind, wie sie immer noch auf ihren Stühlen sitzen können, aber irgendwie schaffen sie es. LAURA: Ich würde es lieben, wenn wir beide das machen würden, wenn wir alt sind, irgendwo auf einer Veranda sitzend und über das Leben philosophierend. Du wirst mir eine Frage stellen und ich werde laut fragen: „Was, kannst du das noch einmal sagen?“ Dann fragst du mich noch mal, aber ich bin dann eingeschlafen. 

LAURA: Lass uns vorstellen, dass dies nun dieser Tag ist, wir sind beide wirklich alt, wir sitzen irgendwo auf einer Veranda, trinken einen Becher guten Kakao und alles, was du je getan hast, ist gelöscht, es gibt keine Bücher mehr von dir, nichts mehr, unser Podcast ist gelöscht und ich würde dich fragen, ob du drei Ratschläge geben könntest oder was deine drei Weisheiten sind, wenn es darum geht ein Kind großzuziehen? Es existiert nichts mehr von dem, was du je gesagt hast. Ich würde dir ein weißes Blatt Papier und einen Stift in die Hand geben. Was würdest du schreiben? 

JOHN STRELECKY: Konkret auf mein Kind bezogen? 

LAURA: Nein, im Allgemeinen in Bezug auf Erziehung… lass mich darüber nachdenken. Sagen wir, es sind zwei Fragen. 

JOHN STRELECKY: Ich bekomme also zwei Papierbögen. 

LAURA: Ok, du bekommst zwei Blätter. Was würden die drei Dinge sein, die du deiner Tochter sagen würdest und was würden die drei Dinge sein, die du jemandem sagen würdest, der ein Kind großzieht? 

JOHN STRELECKY: Dann fange ich mit dem Zweiten an, weil ich bei dem anderen emotional werde. Drei Dinge, die ich jemand anderem sagen würde: Erlaube dir selbst, der größte Quatschkopf zu sein, habe so viel Spaß wie möglich mit deinem Kind, so dass du, wenn du zurückschaust, denkst du, ich bin so glücklich, dass ich es auf diese Weise getan habe. Das Zweite, was ich sagen würde, das ist eher taktisch, aber meine Intuition sagt mir, dass ich dies sagen würde. Nimm 30 Sekunden hinzu. Damit meine ich, wenn du deinen Kindern dabei hilfst etwas herauszufinden, wenn du ihnen dabei hilfst, zu lernen, sich selbst anzuschnallen, wenn sie dir zeigen wollen, dass sie etwas tun können, was du selbst, als Erwachsener bereits tun kannst, aber wenn du ihnen nur 30 Extrasekunden gibst, in diesem Moment, wo sie sagen, dass sie es tun können und du denkst, sie sollten es schon getan haben, dann wird es so viel einfacher für dich und die Kinder werden so viel Selbstvertrauen gewinnen. Also nehme 30 Sekunden dazu. Das Dritte, was ich sagen würde: Es beginnt nicht später. Diese Beziehung, diese Verbindung beginnt am ersten Tag. Deshalb zeige von Anfang an, wer du als Elternteil sein möchtest, zeige es ihnen, auch in den kleinen Dingen. Ich werde hierfür ein Beispiel geben. Ich wollte, dass meine Tochter weiß, dass ich so glücklich bin, dass sie mein Kind ist. Deshalb habe ich die Entscheidung getroffen, als sie gerade erst geboren wurde und vom Krankenhaus nach Hause kam, es war 2:30 Uhr am Morgen, ich war an der Reihe, ihr die Flasche zu geben, ich litt unter Schlafentzug und sie weinte mitten in der Nacht. Ich stand auf, um zu ihrer Wiege zu gehen, da traf ich die bewusste Entscheidung, dass noch bevor sie mich sieht, ich lächeln würde. So dass in dem Moment, in dem sie mein Gesicht sah, ihr die Erkenntnis gibt: Er ist glücklich, dass ich da bin. 

Wenn du dies von Anfang an tust, dann wird es für immer bestehen bleiben. Wenn sie dann mit 5, 10 oder 15 Jahren in dein Zimmer gelaufen kommen, ist es egal, was du machst, du kannst innehalten, dich umdrehen und lächeln und sie wissen lassen, dass du glücklich bist, dass sie da sind. Das sind meine drei Punkte hierfür. 

LAURA: Und die für deine Tochter? 

JOHN STRELECKY: Mir kommen jetzt schon die Tränen. Die drei Wichtigsten würden folgende sein: Ich bin so glücklich, dass du mich als deinen Vater ausgewählt hast. Weil ich wirklich daran glaube, dass dem so ist. Ich glaube, die kleinen Seelen sind da draußen und schauen sich um, bis sie sich für ihre Eltern entscheiden. Das könnte die größte Frage sein, wen ich auswähle. Und dann wählen sie dich. Und sie kommen zu dir, mit ihrer eigenen Geschichte. Sie kommen mit ihrer eigenen Energie und ihren eigenen Herausforderungen. Unsere Aufgabe ist es dann, für sie da zu sein, sie zu unterstützen. Wir sind da, um sie zu leiten und wenn wir es nicht können, suchen wir nach Wegen, es dennoch zu tun. Wenn du mich fragst, wie ich dies meine Tochter wissen lasse? Ich sage es ihr immer wieder. Ich danke dir so sehr, dass du mich ausgewählt hast, dein Vater zu sein. Ich würde ihr also das sagen, und ich würde ihr auch sagen, dass ich sie über alles, in alle Ewigkeit lieben werde. Es wird eine Zeit geben, da werde ich nicht mehr hier sein, aber ich werde dich immer lieben. Dann würde ich ihr auch sagen, ich liebe alles, was ich je getan habe, in meinem ganzen Leben. Aber am aller glücklichsten macht mich, dass wir diese Zeit zusammen haben durften. 

LAURA: Danke dir so sehr. 

JOHN STRELECKY: Bekomme ich auch dein Blatt Papier? 

LAURA: Meins? 

JOHN STRELECKY: Bekomme ich auch dein Blatt Papier?

LAURA:  Ich glaube, dass kann gerade nicht. Aber ich denke es wäre sehr ähnlich. Wir machen das in einem weiteren Interview. 

JOHN STRELECKY: Hier kommt Nummer 2742. 

LAURA: Ich glaube ich habe gerade einen emotionalen Zusammenbruch. Nein, aber ich bin dir so dankbar, dass du das mit uns geteilt hast. 

JOHN STRELECKY: Danke dir, danke. Ich sage dir, ich hoffe, es gibt da draußen jemanden, der dies sieht und darüber nachdenkt. Jemand der im Herzen weiß, dass er eine Mama oder ein Papa sein möchte. Das kann eines der großartigsten Dinge der Welt sein. Ich hoffe, dass etwas aus unserem Gespräch, von unseren Erfahrungen, als Mutter und als Vater, jemandem das Vertrauen gibt, zu sagen: „Ja, ich möchte das machen.“ Oder es hilft jemandem, die Beziehung zu seinem Kind zu haben, die er sich wünscht. Deshalb danke dir für die Einladung, ein Teil davon zu sein. 

LAURA: Danke dir, John, für alles, als allererstes für deine Freundschaft. Ich denke, es ist so wunderschön, wie unsere Wege sich immer wieder treffen, wie wir immer tiefer in diese Verbindung gehen, von der ich denke, dass sie besonders und wunderschön ist. Ich habe das Gefühl, jedes Mal, wenn wir uns gemeinsam hinsetzen, um über ein Thema zu sprechen, ist das so magisch und heilend, auf so vielen Ebenen. Deshalb, danke, dass du, du bist, danke, dass du so offenherzig bist. Danke das du solch ein großartiger Vater bist. Ich bin wirklich… Bei unserem Abendessen war ich so inspiriert von dir. – Wirklich. – Danke dir. Ich denke, dass es vor allem für Frauen so heilend ist, eine Vaterfigur zu haben, die so viel Liebe zeigt. Ich denke, dass ist es, was eine so heilende Wirkung hat. Viele Frauen sind so verletzt, weil die Beziehung zu ihren Vätern zerbrochen ist. Deshalb, danke dir, ich hoffe, dass ich eines Tages deine Tochter treffen werde. 

JOHN STRELECKY: Ja, sehr gerne. 

LAURA: Wir werden uns sicherlich nächstes Jahr wieder zusammensetzten und über irgendetwas sprechen, lass uns sehen, was passieren wird. Wenn dein nächstes Buch herauskommt. 

JOHN STRELECKY: Für alle, die zuhören oder zuschauen und sich sagen, ich bin froh, dass ihr darüber geredet habt und ich würde gerne über dies etwas hören, dann könnt ihr uns eine Nachricht schicken. Ja, das wäre wunderbar. 

LAURA: Danke John, für alles, dafür, dass du bist, wie du bist. 

JOHN STRELECKY: Danke. Das sage ich auch zu dir, meine Freundin. 

Übersetzung & Untertitel: Subtitling Academy

Mit einer liebevollen Kindererziehung die Selbstentfaltung fördern

Kinder kommen neugierig, voller Entdeckerdrang und Wissensdurst zur Welt. Sie besitzen von Natur aus eine unglaublich starke Intuition und absorbieren wie ein Schwamm die Eindrücke aus ihrer Umwelt. 

Unsere Aufgabe als Eltern besteht darin, einen sicheren Rahmen für den kindlichen Entdeckergeist aufzubauen, der gleichzeitig genügend Freiraum zur persönlichen Entfaltung lässt. Dafür ist es notwendig, auch Fehler zu erlauben und die Kleinen nicht schon von vorneherein von jeder potenziellen Gefahrenquelle fernzuhalten.

Oft neigen wir dazu, unsere eigenen Ängste auf unsere Kinder zu projizieren. Hier ist es sehr wichtig zu unterscheiden, was tatsächlich zu ihnen gehört und welche Themen in Wirklichkeit bei uns liegen. 

Das größte Geschenk, was wir unseren Kindern machen können, ist selbst mutig voranzugehen und das zu leben, was wir in unseren Kindern wecken möchten. Denn viele Ängste, Sorgen und Zweifel entstehen erst, wenn sie durch uns dazu gemacht werden. Wir müssen uns darüber bewusst sein, dass wir als Eltern gerade in den ersten Jahren eine große Vorbildfunktion einnehmen und unsere eigenen Ängste schnell auch zu den Ängsten unserer Kinder werden können. Ebenso kann unsere eigene Liebe und Freude jedoch auch die Liebe und Freude in unseren Kindern nähren.

Wie möchtest du als Elternteil sein? Wie kannst du eine vertrauensvolle Bindung stärken?

Ich hoffe sehr, dass dich das Interview mit John Strelecky auch so inspiriert wie mich und du darin wertvolle neue Impulse findest, um die Beziehung zu deinem Kind/deinen Kindern zu stärken. Auch wenn du (noch) keine Kinder hast, glaube ich, dass hier einige spannende Gedanken für dich enthalten sind.    

Schreib mir gerne unter dem Beitrag oder in die Kommentare bei Instagram @lauramalinaseiler, wie dir diese Podcastfolge gefallen hat und was du für dich mitnehmen konntest. Wenn du kommentierst, nimmst du automatisch an unserem Gewinnspiel teil und hast somit die Möglichkeit ein happy, holy & confident® Notizbuch und ein T-Shirt oder Top von Rock on & Namasté aus der happy, holy & confident Kollektion zu gewinnen. Ist das nicht cool?

Ich habe außerdem noch spannende News für dich: Aufgrund der hohen Nachfrage aus der Community haben wir uns dazu entschlossen, den Verkauf meines Onlinekurses I AM nach einer kurzen Pause wieder unbegrenzt zu öffnen. In letzter Zeit hat mich und mein Team sehr häufig die Frage erreicht: Was mache ich, wenn ich nicht weiß, was ich mir wünsche?

Mit dem I AM Kurs steigst du sehr tief in die Fragestellung ein und verschaffst dir Klarheit darüber, wer du wirklich bist und was du in deinem Leben realisieren willst. Du entwickelst eine übergeordnete Lebensvision, die dir eine gute Orientierung im Leben bietet.

Links zu John Strelecky:
John Streleckys Website
Buch Überraschung im Café am Rande der Welt

Links zur Folge:
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5 Kommentare
  • Nilay Nilay Topcu Posted at 07:23h, 02 Dezember Antworten

    Ich würde diese wunderschöne folge gerne zu 100% verstehen, gibt es die Folge auch in irgendeiner Form in deutscher Sprache? Das wäre wundervoll 🙂

  • Anna-Maria Posted at 08:31h, 13 November Antworten

    So eine schöne Folge! Die deutsche Video Version kommt bei mir aber englisch? Alles Liebe, Anna-Maria

  • Becca Gie Posted at 13:29h, 24 Oktober Antworten

  • Stefanie Rogner Posted at 07:51h, 21 Oktober Antworten

    Vielen vielen Dank, für dieses inspirierende Gespräch! Besonders die Idee mit dem „Filter“ in unserem Kopf, hat mir sehr geholfen. Vielen Dank!

    • Alexandra Weber Posted at 19:15h, 21 Oktober Antworten

      Liebe Stefanie,
      super schön, dass dir die Folge so gut gefallen hat und das Bild dir weiterhilft. Das freut uns sehr.
      Ganz viel Liebe in Gedanken sendet
      Alexandra und das TeamLiebe ♡

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