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05 Nov

Schwierige Lebenskrisen in 7 Schritten souverän meistern

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Krisen sind ein immer wiederkehrendes Thema im Leben. Manchmal kommen sie ganz unerwartet. Schmerzvolle Erfahrungen, Verluste, Trennungen. Manchmal hast du sie vielleicht sogar schon kommen sehen, trotzdem treffen sie dich wie ein harter Schlag.

Auch ich kenne das Gefühl von Verlust und den Moment, in dem man glaubt, in ein tiefes Loch zu fallen, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint. Der Hals schnürt sich zu, man kann nicht atmen, man will vielleicht auch gar nicht atmen. Es fühlt sich an, als würde sich eine große Schwere über alles legen, die für immer bleibt. Rückblickend konnte ich aus diesen Krisen aber doch immer etwas für mich mitnehmen – selbst wenn das zunächst völlig unrealistisch erschien.

Tatsächlich bietet eine Lebenskrise ein enormes Potenzial für persönliches Wachstum und Weiterentwicklung. Große Veränderungen im Leben, auch die zum Positiven hin, geschehen meist nicht in Phasen, in denen alles normal läuft. In unseren dunkelsten Stunden finden wir oft unser hellstes Licht. In diesem Artikel möchte ich dir Mut zusprechen, deinen Lebenskrisen proaktiv zu begegnen.

Auslöser von Lebenskrisen

Krisen sind tatsächlich eher ein Normalfall als eine Ausnahme, sie sind Teil des Lebens und wollen gestaltet werden. Du kannst sie als Lektionen betrachten, an denen du lernen darfst. Im Laufe der Zeit werden dir viele unterschiedliche Krisen begegnen. Dabei können sie ganz verschiedene Auslöser haben. Hier habe ich dir einige häufige Gründe für Lebenskrisen aufgelistet:

  • Du hast dich stark verschuldet.
  • Du hast deinen Job verloren.
  • Eine geliebte Person ist gestorben.
  • Du wirst von anderen gemobbt.
  • Dein Partner oder deine Partnerin hat sich von dir getrennt und/oder dich betrogen.
  • Du hast einen schweren Unfall erlitten oder leidest an einer schweren Krankheit.
  • Das Älterwerden belastet dich stark, beispielsweise in der sogenannten Midlife-Crisis, und du bereust verpasste Chancen.
  • Du stellst den Sinn deines Lebens infrage.
 

Ganz egal, aus welchem Grund du in einer Krise steckst, die Wucht ist häufig zunächst überwältigend. Dabei ist es ganz besonders wichtig, achtsam dir selbst gegenüber zu sein und auf dich aufzupassen. Es ist vollkommen in Ordnung, sich Hilfe zu holen. Im Higher Self Home® habe ich einen ganzen Fokusmonat dem Thema Verlust gewidmet. Du findest die Inhalte im Mitgliederbereich: Verlustängste auflösen & Verluste verarbeiten.

Solltest du dich nicht eigenständig aus dem Sog deiner negativen Gefühle befreien und die Situation annehmen können, hole dir bitte auch professionelle therapeutische Hilfe. Hilfe bietet außerdem die bundesweit organisierte Telefonseelsorge, die du gebührenfrei unter folgenden Telefonnummern erreichen kannst: 0800 1110111 und 0800 1110222.

Wie du dich auf Krisen vorbereiten kannst

Zu scheitern ist oftmals eine sehr schmerzhafte und einschneidende Erfahrung, auf die die wenigsten vorbereitet sind. Ich erlebe regelmäßig, dass alle gern von ihren Erfolgen und den Dingen, die gut gelungen sind, erzählen, aber kaum jemand berichtet detailliert vom eigenen Scheitern und warum es dazu gekommen ist. Das bedeutet nicht nur, dass Scheitern ein Tabuthema in unserer Gesellschaft ist, es bedeutet leider auch, dass du dich sehr schlecht darauf vorbereiten kannst, da es kaum Erfahrungswerte gibt, auf die du zurückgreifen könntest.

Laura Seiler nachdenklich auf einer Wiese

Im Normalfall gibt es bereits vor dem Scheitern erste Anzeichen dafür, dass eine Veränderung wie z. B. eine Kündigung, eine Trennung, eine Insolvenz, o. ä. bevorsteht. Auf diese ersten Anzeichen zu achten und sie nicht zu ignorieren, ist ein erster extrem wichtiger Schritt, um beim Eintreten der Situation nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren und schon mental darauf eingestellt zu sein. Auch wenn es vielleicht weh tut, ist es wichtig hinzusehen und die Anzeichen nicht zu ignorieren.
Die Fragen: „Was ist das Schlimmste, was mir beim Eintreten der Situation passieren kann?“ und „Was werde ich verlieren?“ helfen dabei sich mental auf den Worst Case einzustellen und darauf vorbereitet zu sein.
Sich außerdem die Fragen zu stellen „Was gibt es Gutes an der Situation?“ und „Welche Vorteile habe ich durch das Scheitern?“ rückt die vermeintlich ausweglose Lage in ein neues Licht und stärkt die Selbstwirksamkeit.

7 typische Phasen einer Lebenskrise und wie du diese bewältigst

Sich bewusst zu machen, dass eine Krise in erste Linie eine Veränderung ist, die trotz allem Schmerz immer noch selber gestaltet werden kann und ein Prozess mit unterschiedlichen Stufen ist, kann dir helfen, das Erlebte rational und emotional besser zu verarbeiten. Studien zufolge verläuft eine Lebenskrise in sieben aufeinanderfolgenden Phasen:

1. Stufe: Schock

Am Anfang einer Lebenskrise oder einer einschneidenden Veränderung steht der Schock z. B. in Folge des Verlusts, der Trennung oder der Kündigung. Hier hilft es vor allen Dingen dich mit Menschen zu umgeben, die dir Halt geben und die dich auffangen. Es gilt geduldig mit dir selbst zu sein und dir die Zeit zu geben, den Schock zu verarbeiten.

2. Stufe: Verneinung

Kurze Zeit später folgt die Verneinung. Du willst nicht wahrhaben, was gerade passiert und wehrst dich innerlich gegen die Veränderung. Gedanken wie „Das kann nicht wahr sein!“ „Das muss ein Irrtum sein!“ oder „Ich will aus diesem Albtraum aufwachen!“ sind in dieser Phase ganz normal. Es ist wichtig, dass du auf dieser Stufe nicht stehen bleibst und dich nicht an diese Gedanken festklammerst, sondern nach einer Zeit zur dritten Stufe übergehst.

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3. Stufe: Rationale Einsicht

In der dritten Phase folgt auf den Widerstand die rationale Einsicht. Du beginnst der Wahrheit ins Auge zu sehen und die Veränderung zu akzeptieren. Akzeptanz ist in einem Veränderungsprozess ein ganz entscheidender Schritt. Akzeptieren bedeutet nicht gut zu finden, was passiert ist oder es zu beschönigen. Es bedeutet, es zuzulassen. Es bedeutet sich nicht länger dagegen zu wehren und der Erfahrung zuzustimmen. Die Zustimmung ermöglicht dir einen neuen Standpunkt einnehmen zu können und Abstand zu gewinnen.

4. Stufe: Emotionale Akzeptanz

Diese Phase lässt dich durch einen emotionalen Prozess gehen, der einer inneren Reinigung gleichzusetzen ist. Auch wenn du diese Phase vielleicht am liebsten überspringen würdest, da sie dich durch den Schmerz gehen lässt, hilft die emotionale Verarbeitung die Krise abzuschließen. Es ist ganz normal, wenn es dir in dieser Phase nicht gut geht, du viel Ruhe brauchst und dich zurückziehen möchtest.

Emotional zu akzeptieren, dass du dich nach einem Schicksalsschlag einer neuen Realität stellen musst, ist ein wichtiger Schritt, um wieder in die eigene Kraft zu finden. Auch wenn diese Phase sehr schmerzhaft sein kann und emotional anstrengend ist, ist es wichtig, diese Phase nicht zu überspringen und sich Zeit zu nehmen, das Erlebte zu verarbeiten.

Sich daran zu erinnern, wie du schon ähnlich schwierige Situationen gemeistert hast und was damals die Strategie gewesen ist, um wieder auf die Beine zu kommen, kann Wunder bewirken. Wir besitzen alle ein riesiges Spektrum an Stärken und Erfolgsstrategien, die hier aktiviert werden können und uns helfen, auch diese Phase zu meistern.

5. Stufe: Ausprobieren

Hast du es geschafft, den Tatsachen ins Auge zu sehen, dich emotional davon zu erholen und neue Kraft zu sammeln, ist es Zeit, dich wieder auszuprobieren. Zu Beginn vielleicht erst in kleinen Schritten, aber was zählt ist, überhaupt wieder loszugehen und optimistisch in die Zukunft zu blicken.

6. Stufe: Erkenntnis

Nach den ersten neuen Erfahrungen und mit zeitlichem Abstand gibt es Raum für Erkenntnisgewinn und für Reflektion. Du bist bereit, das Positive an der Krise zu erkennen und kannst dich fragen:

„Was habe ich aus der Krise gelernt?“
„Was habe ich über mich gelernt?“
„Welche neuen Stärken habe ich entwickelt?“
„Wofür war die Krise wichtig?“

7. Stufe: Integration

Die letzte Phase beinhaltet die Integration der gewonnenen Erkenntnisse und der neugewonnenen Stärken. Du erkennst, dass jeder Schicksalsschlag, jede Krise und jeder Verlust – so schmerzlich er auch ist – einen Prozess in sich birgt, der dir die Möglichkeit gibt, gereift aus dem Erlebten hervorzugehen.

Resilienz lernen und Krisen leichter überwinden

Es gibt Menschen, die sich schneller von Schicksalsschlägen und Krisen erholen. Sie besitzen eine Art starkes, emotionales Immunsystem oder eine Form der inneren Widerstandskraft, die es ihnen ermöglicht, schnell in ihre Kraft zurückzukehren und die Situation aktiv zu gestalten. Diese Eigenschaft nennt sich Resilienz und beschreibt die Fähigkeit, sich schnell von erschütternden Erfahrungen zu erholen.

1. Schwierigen Erfahrungen zustimmen

Je schneller du der Situation zustimmen und sie akzeptieren kannst, desto schneller kannst du das Ruder wieder in die Hand nehmen. In dem Moment, in dem du Verantwortung für dein eigenes Wohlbefinden übernimmst, nimmst du auch dein eigenes Schicksal wieder in die Hand.

2. Eine positive Grundeinstellung einnehmen

Eine positive Einstellung dem Leben gegenüber zu haben, hilft schwierige Umstände aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Damit ist nicht gemeint, sich Dinge schönzureden. Eine positive Einstellung dem Leben gegenüber ist die Fähigkeit auch aus schwierigen Erfahrungen eine wertvolle Erfahrung zu machen und weiterhin eine optimistische Grundhaltung zu bewahren.

3. An die eigenen Fähigkeiten glauben

Resiliente Menschen zeichnen sich insbesondere dadurch aus, dass sie auch in Krisen an ihre eigenen Fähigkeiten glauben und ein starkes Selbstwertgefühl haben. Sie beziehen Misserfolge nicht auf sich, sondern suchen nach neuen Lösungen und sehen die Krise als Herausforderung, die gemeistert werden will.

Gestärkt aus Lebenskrisen hervorgehen

Steckst du bereits mitten in der Krise hilft es ungemein, keine weitere Energie darin zu verschwenden, die Situation zu verteufeln, Schuldzuschreibungen zu machen und dir nicht eingestehen zu wollen, was passiert ist. Offen mit der Krise umzugehen wirkt vielleicht im ersten Moment so attraktiv wie in ein Eisbad zu springen, aber bist du einmal gesprungen, ist es befreiend und belebend.

Scheitern und Verlust werden begleitet durch einen sehr emotionalen Prozess und es bringt nichts, die aufsteigenden negativen Gefühle wegzudrücken. Zulassen, darüber sprechen, vielleicht eine Auszeit nehmen und sich selbst etwas Gutes tun kann Wunder wirken. Selbstkasteiung hingegen hat noch keinem geholfen.

Das Beste an einer Lebenskrise ist der Moment, wenn der akute Stress und das Gefühl des Verlusts nachlassen. Dieser Moment ist ein Moment des Neubeginns. Du bist glücklicherweise gezwungen, deine Komfortzone zu verlassen und hast nun die Möglichkeit dich zu fragen, was du wirklich willst und was dir guttut.

Vielleicht erkennst du hier, dass du eine ganz neue Richtung einschlagen möchtest und kannst deinen inneren Kompass komplett neu ausrichten. In einer Krise wird dir bewusst werden, was wirklich zählt im Leben und du wirst dich weniger über eigentlich unbedeutende Kleinigkeiten aufregen.

Möchtest du dich selbst nach einer Krise wiederfinden und nicht der Ohnmacht der Geschehnisse im Außen erliegen, sondern deinem Leben im tiefen Inneren wieder einen Sinn geben und es aktiv gestalten, dann kann ich dir wärmstens die Rise Up & Shine Uni® ans Herzen legen. Sie ist mein intensives 10-wöchiges Online-Coachingprogramm, mit dem du dir deine Selbstwirksamkeit zurückholst und dir ein Leben in Fülle erschaffst.

Ich hoffe, dieser Artikel konnte dir Kraft geben und dir aufzeigen, dass es sich lohnt, Lebenskrisen zu meistern.

Was hast du bisher für Erfahrungen mit Krisen und Schicksalsschlägen gemacht und wie hast du sie gemeistert? Ich freue mich über deine Kommentare und deine Inspiration.

Rock on & Namasté
Deine Laura

5 Kommentare
  • Lydia Renken Posted at 07:45h, 13 November Antworten

    Liebe Laura,

    Ich danke dir für deinen Artikel. Ich hatte wirklich eine langanhaltende Krise. Die letzten Wochen war ich in einer Trauerphase. Diese habe ich überwunden. Zurzeit merke ich das ich noch eine wahnsinnige Wut in mir habe. Obwohl ich vom Verstand, die ganze Zeit positiv bin. Ich saß gestern auf einer Wiese und habe alles rausgeschrieben. Es tat sehr gut und war sehr befreiend. Ich hatte wirklich sehr viel Chaos im Kopf und war die letzten Jahre nicht mehr in der Lage, das anzuwenden, was ich von dir gelernt habe. Nun habe ich wieder viel Kraft und eine Stärke entwickelt um wieder regelmäßig zu meditieren und wieder das gelernte anzuwenden.

    Ich danke dir sehr für das was du tust.
    Den dadurch bin ich nicht mehr ganz in meine Krankheit gerutscht.

    Alles Liebe

    • Svenja TeamLiebe Posted at 17:12h, 16 November Antworten

      Liebe Lydia,
      ich danke dir sehr für das Teilen deiner Erfahrungen mit uns ♡
      Es ist toll, dass du hier deine Wut annehmen konntest und die Energie somit wieder mehr fließen lassen konntest 🙂
      Auch richtig schön zu hören, dass du wieder mehr in eine spirituelle Praxis finden konntest, die dir gut tut.
      Vielen Dank für das herzliche und liebevolle Feedback an Laura 🙂
      Wir wünschen dir alles Liebe auf deinem weiteren Weg!
      Svenja vom TeamLiebe

  • Rolli Posted at 18:45h, 12 November Antworten

    Hallo Laura, na ja, leider ist es oft nicht so leicht aus der Lebenskrise zu kommen, bzw. einen Neuanfang zu starten. Man braucht dazu auch die notwendige Kraft, den Mut, die Power. Bin seit über 25 Jahre in einer chronischen Depression gefangen. Mal stärker, mal weniger stark. Hab zwei Kinder, eine Familie, die finanziell auf mich angewiesen sind. Bin Bankkaufmann, 57 Jahre alt, kämfe jeden Tag, nur um durchzuhalten. Der Beruf ist für mich eine Qual. Ich mach es für meine Familie. Ich selbst hab eigentlich keine Leben. Aber man hat eine Verantwortung ein ein sehr schlechtes Gewissen gegenüber der Familie.
    Vielen Dank und weiterhin alles Gute

    • kate Posted at 18:57h, 14 November Antworten

      Ich wünsche dir und deiner Familie ganz viel Kraft und Mut🍀 Es gibt immer einen Weg wenn man es sich wünscht und manchmal ist es der Mut der gebraucht wird um für sich einzustehen und sich nachdem zu richten was einen glücklich macht. Das Glück was dann in uns hervorkommt geben wir automatisch an unsere Familie etc weiter. Jeder profitiert wenn wir uns auch um uns selbst kümmern. Alles alles Gute🌞

    • Svenja TeamLiebe Posted at 17:06h, 16 November Antworten

      Lieber Roland,
      vielen Dank für das Teilen deiner Gedanken mit uns 🙂
      Das ist sicherlich nicht einfach und du gibst dein Bestes für deine Familie aus Liebe!
      Das kann man spüren.
      Vielleicht kann dir hier der Satz weiterhelfen „Ich darf in Freude und in Leichtigkeit leben. Ich darf Lösungen zu mir fließen lassen zu meinem Höchsten Wohl“.
      Dein Glück und dein Wohlbefinden sind das größte Geschenk, dass du deiner Umgebung machen kannst, selbst wenn wir diese manchmal erst Schritt für Schritt aufbauen und verstärken dürfen.
      Ich wünsche dir alles Liebe für deinen weiteren Weg,
      Svenja vom TeamLiebe

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