Coaching Blog Laura Seiler, Life Coach

29 Nov Wieso du nicht mehr kreativ bist (und wie du es wieder werden kannst)

Hattest du schon mal eine richtig gute Idee, die du gerne umsetzen wolltest, es dann aber am Ende doch nicht gemacht hast? 

Vielleicht wolltest du schon immer ein eigenes Buch schreiben, einen Video-Blog starten, dein eigenes Business aufbauen, Bilder malen, ein Konzert veranstalten, deine eigene Musik aufnehmen, eine eigene Tshirt-Marke designen, oder hattest irgendeine andere verrückte und originelle Idee, die dich begeisterte.  

Wir alle haben jeden Tag so viele grandiose Ideen, was wir gerne machen möchten, was wir erschaffen, kreieren, in die Welt bringen wollen, aber wenn wir mal ganz ehrlich sind, wie viel Prozent setzen wir tatsächlich um? 

Warum hast du deine Ideen bisher nicht umgesetzt? 

Kreativität bedeutet etwas aus unserer Phantasie heraus zu erschaffen, was vorher noch nicht da gewesen ist.

Und obwohl es darum geht, etwas zu erschaffen, was vorher noch nicht da gewesen ist, machen wir uns bevor es überhaupt entstanden ist, schon Gedanken darüber, ob es ausreichend ist und ob wir uns damit überhaupt raus trauen können. Was wenn wir scheitern? Was wenn es nicht gut genug ist? Was wenn es keinem gefällt?

Wer oder was ist diese kritische und zensierende Instanz in uns, die uns erfolgreich davon abhält kreativ zu sein? 

Es ist die Perfektion.

 

Perfektion ist wie ein Serienkiller, der alles über die Klinge springen lässt, was mit Kreativität zu tun hat.

Gegen die Zensur unseres inneren Perfektionisten ist die Medienzensur Nordkoreas ein Witz. Unser innerer Perfektionist würde am liebsten keine einzige Idee an die Öffentlichkeit kommen lassen, die nicht 100% auf Erfolg geprüft wurde – fällt die Idee durch den Test, dann war’s das eben erst mal, back to business…

Perfektion suggeriert uns, dass wir erst bereit sind mit unserer Idee nach draußen zu gehen, wenn wir ganz sicher sein können, dass sie funktioniert, dass andere uns nicht dafür kritisieren werden, dass uns dabei kein Fehler unterläuft. 

Wusstest du, was Thomas Edison (Erfinder der Glühbirne) gesagt hat, nachdem er ungefähr das tausendste Mal damit gescheitert war, eine Glühbirne zu entwickeln?

„Ich bin nicht gescheitert. Ich kenne jetzt 1000 Wege, wie man keine Glühbirne baut.“ Gottseidank hat er weitergemacht, sonst säßen wir vermutlich noch heute im Dunkeln. 

Die Funktion von Perfektion ist zum einen uns zu Höchstleistungen zu motivieren und uns zum anderen vor Kritik zu schützen, die uns entgegenschlagen könnte, wenn wir etwas nach draußen geben, was eben noch nicht perfekt ist.

Kreativität hingegen ist genau das Gegenteil und eher der leidenschaftliche Teil in uns, dem es völlig egal ist, was andere denken, ob es funktioniert oder nicht. Kreativität will Spaß haben und sich austoben (aus diesem Grund kann die Perfektion unsere Kreativität auch nicht besonders gut leiden). 

Hier kommt jetzt der Haken:

1. Auch auf die Gefahr, dass dich das vielleicht enttäuscht: Wir werden voraussichtlich nie perfekt sein und es macht wenig Sinn darauf zu warten. 

2. Wir werden nur dann wirklich richtig gut in etwas sein, wenn wir eben einfach anfangen, bevor wir überhaupt den leisesten Schimmer davon haben, ob es funktioniert oder nicht. Wir lernen durch die Fehler und werden mit der Zeit immer besser.

Wenn ich zum Beispiel nur auf den Perfektionisten in mir hören würde (der die heftigsten Zensur-Standards auffährt…), würdest du diesen Artikel gerade DEFINITIV nicht lesen, denn ich würde ihn niemals veröffentlichen. Ich weiß, dass dieser Artikel nicht perfekt ist und es bestimmt Punkte gibt, die ich noch besser machen kann. Aber es macht mir so viel Spaß ihn zu schreiben und ich merke mit jedem Artikel, den ich schreibe, wie ich besser werde und Selbstvertrauen gewinne.

Kreativität lebt von Vertrauen und Freude: Wenn du eine Idee hast und endlich wieder mehr in Kreativität in dein Leben lassen möchtest, hier mein Tipp:

Fang einfach an! Und zwar heute. 

Und mach’s wie Thomas Edison, lern aus deinen Fehlern, aber lass dich nicht von deinem inneren Kritiker und der Perfektion davon abhalten, weiterzumachen.

“Oft werden die größten Fehler im Leben von Leuten gemacht, die gar nicht gemerkt haben, wie nah sie ihrem Ziel schon waren als sie aufgegeben haben.”

P.S. Lies hier, wie Walt Disney mit seinem inneren Kritiker umgegangen ist und seine Kreativität geschützt hat.

161 Shares

3 Kommentare

Hinterlasse hier deinen Kommentar