Life Coaching Laura Seiler Berlin - Glück finden

05 Okt Wahres Glück im Sein finden.

 

Ich bin nicht religiös und dennoch denke ich oft, dass mir etwas in unserer Gesellschaft fehlt, woran ich glauben kann, etwas das Größer ist, als ich selbst. Schaue ich mich um, stelle ich fest, dass ich von einer „Religion“ des Haben-Wollens umgeben bin, die uns predigt, dass wir Glück und Erfüllung nur dann finden, wenn wir etwas besitzen. Wir sind konditioniert, uns ausschließlich darüber zu definieren, was wir besitzen. Das neue iPhone, das schnellere Auto, die richtige Kleidung in endloser Ausführung. Und ja, die Glücksgefühle wenn man das neue Produkt in den Händen hält, sind phantastisch, sie machen geradezu süchtig. Aber wie lange halten sie dann noch mal an? Vielleicht einen Tag – ok, lass es zwei sein und dann? Dann kommt sie wieder – die Leere und wir müssen schnell wieder etwas kaufen oder uns ablenken, damit das Gefühl der Leere nicht mehr so laut und kalt in uns drin ist.

Die Frage nach wahrer Erfüllung bleibt jedoch- vielleicht ist sie leise, aber sie ist da und lässt sich nicht leugnen. Der Wunsch danach Erfüllung zu spüren, bleibt, unabhängig davon, was man in den Händen hält und bewegt uns, denke ich, mittlerweile alle. Wir sind soweit weg von uns selbst, weil wir ständig dem entsprechen wollen, das von außen vorgegeben wird, anstatt dem zu folgen, was uns wirklich berührt. Kennst Du noch die grauen Männer aus der Geschichte „Momo“ von Michael Ende, die den Menschen die Zeit und ihre Träume stehlen und alles ergrauen lassen? Als Kind dachte ich, es wäre eine Geschichte, wenn ich mich aber heute umschaue, ist diese Geschichte schon ziemlich real geworden.

Erich Fromm hat geschrieben:

„Unsere Konsum- und Marktwirtschaft beruht auf der Idee, dass man Glück kaufen kann, wie man alles kaufen kann. Und wenn man kein Geld bezahlen muss für etwas, dann kann es einen auch nicht glücklich machen. Dass Glück aber etwas ganz anderes ist, was nur aus der eigenen Anstrengung, aus dem Inneren kommt und überhaupt kein Geld kostet, dass Glück das „Billigste“ ist, was es auf der Welt gibt, das ist den Menschen noch nicht aufgegangen.“

Erinnere ich mich an Glücksmomente der letzten Jahre meines Lebens, die mich tief im Herzen berührt haben, sind dies ausschließlich zwischenmenschliche Begegnungen und Momente in der Natur. Es sind Umarmungen, Gespräche, Lächeln, Tränen, Berührungen, Ehrlichkeit, der Blick aufs Meer, das Rauschen der Wellen oder morgens in den Armen des Menschen aufzuwachen, den man liebt.

Leben ist SEIN und nicht HABEN.
Wir brauchen so dringend einen neuen Glauben, der auf SEIN beruht und nicht auf HABEN. Der Glaube an HABEN hat die fatale Eigenschaft, dass er uns ständig suggeriert, dass wir so wie wir sind, nicht ausreichen. Denn auf der anderen Seite von HABEN steht immer der Mangel. Wir reichen erst wieder, wenn wir etwas HABEN. Würden wir so reichen, wie wir sind, gäbe es ja keinen Grund, etwas Neues besitzen zu müssen. Denn wenn wir ehrlich sind, sind mindestens 80% der Dinge, die wir kaufen, reiner Überfluss. Der Glaube an HABEN = Erfüllung ist ein Hamsterrad. Es ist eine Entleerung und keine Erfüllung. Ich liebe schöne Dinge und ich mag es auch sie zu kaufen, darum geht es hier aber nicht. Es geht darum, dass wir vor lauter Haben-wollen und vor lauter Materie vergessen, dass das was zählt, schon da ist. Es ist alles in uns. Definieren wir uns nicht länger über das, was wir haben, sondern über das, was wir sind, können wir geben. Und wir brauchen gerade in dieser Zeit so dringend mehr Menschen, die Geben und weniger Haben wollen.

Wir brauchen so dringend den Glauben daran, dass SEIN uns sein lässt, wie wir sind. SEIN kritisiert nicht, SEIN suggeriert keinen Mangel, SEIN will nicht mehr sein, als es ist. SEIN lässt zu, dass man Fehler macht und daraus lernt, SEIN existiert durch Erfahrung. SEIN will sich selbst erfahren und entfalten. Ich sehne mich nach Träumern, nach Risikogängern, nach Farbe, nach Individualität, nach Liebe die auf Bedingungslosigkeit beruht. Ich sehne mich nach mehr Sein und weniger Haben.

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