Coaching Blog Laura Seiler, Life Coaching

06 Nov Wie Angst Dein Leben blockiert. Die 5 häufigsten Energiezieher. Tipp #4

Vor kurzem habe ich einen Tag mit meiner kleinen 3-jährigen Nichte verbracht. Wir haben uns die Gesichter bunt angemalt, rumgetobt, Drachen gejagt, gelacht, gesungen und gespielt. Es gab keine Angst, keine Sorgen, nur das Hier und Jetzt. Auf dem Rückweg am nächsten Tag im Zug nach Berlin ist mir einmal mehr bewusst geworden, wie viel Gepäck wir uns mit dem Älterwerden aufladen und Leichtigkeit gegen Schwere austauschen. Wir laden uns die Angst als einen ständigen Begleiter ein, der uns wie Kaugummi unter den Füßen zäh begleitet und uns nicht mehr so richtig nach vorne kommen lässt.

Angst ist wie Kaugummi unter den Füßen. Man kommt damit nur schwierig voran. 

Wir haben Angst vor Menschen aber genauso vor Einsamkeit, fürchten uns vor dem Leben aber auch vor dem Tod, vor Ablehnung aber wahre Nähe zuzulassen trauen wir uns auch nicht mehr. Als würde uns dieser innere Widerspruch nicht schon genug Energie kosten, verbrauchen wir den Rest unserer Energie dafür, zu verbergen, dass wir Angst haben.

Wie geht man dann aber am besten mit seinen Ängsten um? 

Der erste Schritt ist, Dir bewusst zu werden, wofür deine Angst da ist. Grundsätzlich ist Angst erstmal dein Berater. Sie berät dich in schwierigen Situationen und beschützt dich.

Mit zunehmenden Erfahrungen, die wir im Leben machen, füttern wir die Angst jedoch mit Informationen, die die Angst immer stärker werden lässt und irgendwann ist die Angst nicht mehr nur Berater sondern plötzlich Chef. Sie denkt sich: „ Na, wenn das alles so ist, dann übernehme ich hier ab jetzt das Kommando.” – und plötzlich tanzen wir nicht mehr so frei, wie wir früher getanzt hätten („Das könnte ja blöd aussehen!”), sagen Menschen, die wir eigentlich lieben, nicht mehr dass es so ist („Ich könnte ja zurückgewiesen werden!“), gehen kein Risiko mehr ein („Ich könnte ja verlieren!“) und zeigen uns nicht mehr  so, wie wir eigentlich sind („Was, wenn ich dann nicht gemocht werde?“).

Und es darf unter keinen Umständen merken, dass wir überhaupt Angst haben („Das könnte ja schwach wirken!“). Das resultiert darin, dass wir ständig damit beschäftigt sein müssen, unsere Angst zu verstecken.

Der Haken an der Sache ist der, umso mehr wir gegen etwas an arbeiten und es verbergen wollen, umso mehr Macht geben wir der Sache und umso mehr Energie zieht sie uns. Wir machen die Angst damit stärker anstatt kleiner. Vor allen Dingen aber entfernen wir uns dadurch immer mehr von uns selbst – wir versuchen jemand zu sein, der wir eigentlich nicht sind.

Und was jetzt? Einfach so weiter machen, weil es sich vermeintlich sicher anfühlt? Nein! So geht’s viel besser: 

Schritt 1: Bewusst machen, dass die Angst ursprünglich eine ziemlich starke Erfindung der Natur ist, ohne die wir schon lange nicht mehr auf diesem Planeten wären.

Schritt 2: Anstatt die Angst wegdrücken zu wollen, mach sie wieder zu deinem Berater, aber schmeiß’ sie vom Chefsessel runter! Erkenne sie dafür an, dass sie dich schützen will, aber mach ihr klar, dass sie nicht mehr der Chef ist.

Schritt 3: Angst ist Energie pur. Die Frage ist, willst du diese Energie für oder gegen dich nutzen? Überprüfe, ob die Annahmen auf der deine Ängste beruhen, tatsächlich stimmen. Häufig sind unsere Schlussfolgerungen sehr subjektiv und letztlich wenig hilfreich, um gute Entscheidungen zu treffen. Die beste Übung, um Angstblockaden zu lösen, kannst du hier nachlesen: Angstblockaden lösen.

Angst zu zeigen ist kein Zeichen von Schwäche sondern von Integrität. Lass sie einfach zu und geh von der gewonnen Energie lieber mal wieder richtig tanzen! Denn Mut bedeutet nicht, etwas ohne Angst zu tun, sondern etwas zu tun, obwohl man Angst hat.

P.S. Du bist jemand der sich schnell Sorgen macht und das zieht dir Energie? Dann solltest du unbedingt hier weiterlesen! 

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